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Zwischenfall am Rhein-Main-Flughafen: Ukrainischer Minister randaliert

Juri Luzenko schaut bei der Zwischenlandung in Frankfurt offenbar zu tief ins Glas. Als der Kapitän sich weigert, ihn mitfliegen zu lassen, kommt es zu Handgreiflichkeiten - und der Innenminister aufs Polizeirevier. Jetzt schaltet sich auch Präsident Juschtschenko ein.

Zu tief ins Glas geschaut: Juri Luzenko, Innenminister der Ukraine, randalierte beim Zwischenstopp au dem Frankfurter Flughafen.
Zu tief ins Glas geschaut: Juri Luzenko, Innenminister der Ukraine, randalierte beim Zwischenstopp au dem Frankfurter Flughafen.
Foto: dpa

Frankfurt/Main. Der ukrainische Innenminister Juri Luzenko hat am Montagabend am Frankfurter Flughafen in betrunkenem Zustand randaliert. Es sei zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen, nachdem die Lufthansa den stark alkoholisierten Politiker und seinen Sohn am Weiterflug gehindert hätte, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei auf ddp-Anfrage und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe).

Luzenko war nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers am Montagmittag aus Kiew kommend in Frankfurt gelandet. Die vierköpfige Delegation wollte am Abend nach Seoul weiterfliegen. Der Kapitän weigerte sich dann aber, den alkoholisierten und "sehr lauten" Minister mitzunehmen. Danach sei es zu Auseinandersetzungen gekommen, bei denen auch ein Mobiltelefon geworfen wurde.

Zur Ausnüchterung seien Luzenko und sein Sohn auf das Flughafenrevier gebracht worden. Wie stark alkoholisiert der Innenminister war, wollte die Polizei aufgrund des Diplomatenstatus von Luzenko nicht sagen. Am Dienstagabend konnten Luzenko gemeinsam mit seinem Sohn dann den Weiterflug nach Seoul antreten. Dabei habe der hochrangige Politiker nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers wieder "einen vernünftigen Eindruck" gemacht.

Juschtschenko will Klärung von Flughafen-Eklat

Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat unterdessen seine Regierung zur Klärung des Eklats um Innenminister Juri Luzenko auf dem Frankfurter Flughafen aufgefordert. Das Außenministerium solle dazu Informationen bei der deutschen Botschaft in Kiew einholen, teilte der Pressedienst des Präsidenten am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax in Kiew mit.

Zuvor hatte die ukrainische Regierung den Berichten über den randalierenden Innenminister widersprochen. "Es gab keine Handschellen, und es gab auch keinen Konflikt wegen Trunkenheit", teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch in Kiew auf dpa-Anfrage mit. Luzenko und seine Delegation seien am Montag nach der Ankunft aus Kiew in der Transitzone mit dem Ausfüllen von Dokumenten aufgehalten worden und hätten deshalb den Anschlussflug nach Seoul verpasst.

Der 44-jährige Luzenko, der an der Seite von Juschtschenko 2004 in der Orangenen Revolution einen Machtwechsel in der Ukraine erreicht hatte, ist in seiner Heimat umstritten. Luzenko steht im Verdacht, vor einem Jahr den Kiewer Bürgermeister Leonid Tschernowezki im Streit ins Gesicht geschlagen zu haben. Eine ukrainische Gewerkschaft erklärte Luzenko zudem zu einem "Feind der freien Presse", da der Minister wiederholt versucht habe, Einfluss auf die Berichterstattung eines TV-Senders zu nehmen. (ddp/dpa)

Datum:  6 | 5 | 2009
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