Soziale Verantwortung - das ist bisher eher ein Fremdwort auf den Kapitalmärkten. In der Finanzwelt gibt es bislang allenfalls ökologisch und ethisch ausgerichtete Investmentfonds. Das ändert sich jetzt: Die GLS Bank und die evangelische KD-Bank für Kirche und Diakonie haben gemeinsam den FairWorldFonds aufgelegt. Damit haben sie bei ihren Kunden großen Anklang gefunden. So interpretieren die beiden Banken jedenfalls die kräftige Nachfrage nach Anteilen dieses Fonds.
Investiert wird nur in Unternehmen, die bestimmte Kriterien erfüllen, die vom Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene und Brot für die Welt entwickelt wurden. So müssen die Unternehmen mit Tochter- oder Zulieferergesellschaften in Entwicklungs- und Schwellenländern die spezifische Situation der Frauen dort berücksichtigen. Die Gewinne, die in diesen Ländern erwirtschaftet werden, müssen auch dort wieder investiert werden. Staatsanleihen werden nur von den Ländern gekauft, die sich internationalen Abkommen etwa zur Friedenssicherung, zur Reduzierung von Umwelt- und Klimaschäden und vor allem zur Entwicklungsförderung anschließen.
Die Idee ist gut: Je mehr Kapital die Investoren in Wertpapiere stecken, die diese Kriterien erfüllen, desto größer ist der Anreiz für Firmen, sich danach auszurichten. Nachhaltige Geldanlagen haben über die Jahre eine beträchtliche Wirkung entfaltet. Gerade Menschen in Entwicklungsländern leiden unter den Folgen der Finanzkrise. Deshalb sollten die Förderung der Entwicklung und der Menschenrechte dort Priorität haben.