New York. Der amerikanische Bestsellerautor Tony Hillerman, der seine mitreißenden und oft lyrischen Detektivromane unter den Indianern im Südwesten der USA ansiedelte, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Das berichtete die "New York Times" in einem Online-Nachruf.
Demnach erlag der Schriftsteller am Sonntag in einem Krankenhaus in Albuquerque (US-Bundesstaat New Mexico) einem Lungenversagen.
Seine Ethnothriller um die Navajo-Cops Jim Chee und Joe Leaphorn wurden in 17 Sprachen übersetzt. In Deutschland erschienen zuletzt "Der Skelett-Mann" (2004), "Dunkle Kanäle" (2003) und "Das Goldene Kalb" (2002).
Hillerman wollte, wie er mehrfach bekräftigte, Verständnis und Achtung für die Kultur der amerikanischen Indianer bei den Lesern wecken. In seinen Romanen beschrieb Hillerman daher auch den traditionellen Glauben und althergebrachte Rituale. "Es hat mich immer bekümmert, dass die Amerikaner keine Ahnung von der reichen Indianerkultur haben", sagte er der Zeitschrift "Publishers Weekly" einmal.
Hillerman wuchs als Sohn eines Farmers in dem kleinen Ort Sacred Heart (Oklahoma) auf und besuchte acht Jahre lang ein Internat für Indianer. Er war auch durch seinen engen Kontakt zu Stammesführern intensiv mit den Riten der Navajos, Hopis und Zunis vertraut, schrieb die "New York Times".
Mit "Wolf ohne Fährte" (Original "The Blessing Way") begann der frühere Journalist 1970 seine Reihe von insgesamt 18 Romanen. Darin verkörpert Leaphorn den erfahrenen Cop, der streng rational vorgeht, während der junge Chee seine Arbeit in Einklang mit der Natur und den Traditionen der Indianer verrichten möchte. Hillerman wurde für seine Thriller unter anderem mit dem Edgar Allan Poe Preis der Vereinigung amerikanischer Krimiautoren ausgezeichnet sowie mit dem Agatha Award für seine Memoiren "Seldom Disappointed".
(dpa)


Verlinken













