Gottfried Wagner gegen Lohengrin-Vorspiel
Der Urenkel des Komponisten Richard Wagner, Gottfried Wagner, wehrt sich gegen das musikalische Programm beim "Fest der Freiheit" zum Mauerfall vor 20 Jahren. Bei der Feier am 9. November am Brandenburger Tor wird die Berliner Staatsoper unter Leitung von Daniel Barenboim Wagners "Lohengrin"-Vorspiel aufführen, neben Arnold Schönbergs "Ein Überlebender aus Warschau". Mit der Entscheidung, "diese chauvinistische Kriegsaufputschmusik des militanten Antisemiten Wagner" ins Programm zu nehmen, werde die historische Bedeutung des 9. November verkannt und verhöhnt, heißt es in einer Stellungnahme des Musikwissenschaftlers. Der 9. November sei nicht nur das Datum des Mauerfalls, sondern auch der Reichspogromnacht (1938). Die Kombination der beiden Werke erfülle ihn "mit größtem Unbehagen", schreibt Wagner. Das Wunder des 9. November 1989 bestehe aber genau darin, dass dieser Tag ohne das "deutsche Schwert" über die Bühne gegangen sei. (dpa )
Defa-Preis für Wolfgang Klaue
Der Preis der Defa-Stiftung geht an den Filmarchivar Wolfgang Klaue. Die Verleihung am 20. November in Berlin stehe im Zeichen des deutschen Filmerbes und solle Klaues Verdienste darum würdigen, teilte die Stiftung mit. Klaue war früher Direktor des staatlichen Filmarchivs der DDR und der erste Vorstand der Defa-Stiftung. Förderpreise zu je 5000 Euro erhalten die Dokumentarfilmregisseure Helke Misselwitz, Gerd Kroske und Andreas Voigt. Die mit 7500 Euro dotierte Auszeichnung zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses wird an die Herausgeber der Filmzeitschrift "Revolver" vergeben. Die Programmpreise der Stiftung gehen an das Bundesarchiv-Filmarchiv, den Filmverband Brandenburg und das Kino Brotfabrik in Berlin. Sie sind mit je 5000 Euro verbunden. (dpa)
Literaturpreis Ruhr für Judith Kuckart
Der diesjährige Literaturpreis Ruhr geht an die Autorin, Tänzerin, Choreografin und Regisseurin Judith Kuckart. Die gebürtige Schwelmerin, die heute in Berlin und Zürich lebt, wird die mit 10000 Euro dotierte Auszeichnung am 17. November in Gladbeck erhalten, wie der Regionalverband Ruhr mitteilte. Der Literaturpreis Ruhr wird zum 24. Mal verliehen. Die 1959 geborene Kuckart veröffentlicht seit Anfang der 90er Jahre Romane und Erzählungen. Die Förderpreise Ruhr gehen an Mirko Kussin aus Dortmund und Reinhard Strüven aus Düsseldorf für ihre Kurzgeschichten. (ddp)

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