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09. Februar 2010
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Studie

Internet setzt sich schneller durch als erwartet

Mainz. Die Tageszeitungen in Deutschland werden nach Schätzungen von Wissenschaftlern bis zum Jahr 2018 rund 30 Prozent ihrer Leser an das Internet verloren haben.

Zugleich werde das World Wide Web bis dahin mindestens über so viele Werbeeinnahmen verfügen wie die Printmedien, heißt es in einer veröffentlichten Trendstudie der Forscher Lothar Rolke und Johanna Höhn von der Fachhochschule Mainz.

Das World Wide Web werde sich als kombinierter Informations-, Unterhaltungs- und Einkaufsführer in den Generationen bis 60 Jahre durchsetzen.

Die Forscher hatten neben der Zweitauswertung bereits vorliegender Studien insgesamt 600 Personen der Altersgruppen 15 bis 19 Jahre, 20 bis 25 Jahre sowie 35 bis 50 Jahre befragt. "Besonders erstaunt hat uns zum einen die Selbstverständlichkeit, mit der die jüngere Generation die verschiedenen Online-Angebote nutzt, und zum anderen die Geschwindigkeit, mit der die 35- bis 50-Jährigen gelernt haben, die neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten zu gebrauchen", erklärte Rolke. Insofern würden sich die Online-Angebote schneller durchsetzen und weiterentwickeln, als die meisten Experten erwarteten.

Um sich ganz allgemein zu informieren, nutzen die Befragten laut Rolke im Durchschnitt die Online-Angebote drei Mal so häufig wie Fernsehen, Tages- und Publikumsmedien zusammen. Zudem fühlten sich alle Altersgruppen durch das Internet gut informiert. Dessen hohe Attraktivität liege darin, dass es qualifizierte Informations-, Unterhaltungs- und Einkaufmöglichkeiten an einem Ort anbiete: "In wenigen Klicks ist jeder User von der Informationssuche in den Entertainment-Bereich oder zurück gewechselt."

Andere Medien werden als Begleiter benötigt


Unschlagbar sei inzwischen das Internet beim Produktkauf. Mehr als 70 Prozent der Befragten nutzten es, um vorab Produktinfos zu recherchieren und Produkte zu vergleichen, berichtete der Professor für Betriebswirtschaftslehre und Unternehmenskommunikation. Das Internet sei inzwischen die wichtigste Informationsquelle vor dem Kauf - wichtiger als Freunde und Familie, Tageszeitungen oder Fachzeitschriften.

Allerdings benötige das sich ständig weiter entwickelnde Internet die anderen Medien als Begleiter. Zeitungen und Zeitschriften, Hörfunk und Fernsehen müssten noch stärker kooperieren, neue Geschäftsmodelle entwickeln und ihre Leser, Zuschauer und Hörer in der Webgesellschaft unterstützen, forderte Rolke.

"Es mag paradox klingen, aber weil das Internet ein so großer gesellschaftlicher Veränderer ist und vorläufig bleiben wird, müssen die traditionellen Medien zu Begleitern für die Menschen werden: Ihnen Orientierung geben, Lernhilfen anbieten und ihnen zeigen, wie sie an die Benefits im Internet kommen können." Zugespitzt bedeute dies: Zeitungsleser müssten mehr vom Internet profitieren als Nicht-Zeitungsleser. (ap)

http://www.fh-mainz.de


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Dokument erstellt am 24.11.2008 um 12:15:35 Uhr
Erscheinungsdatum 24.11.2008
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