Berlin. Fast eine Milliarde Menschen leiden unter Hunger. Weltweit hätten 923 Millionen Menschen nicht genug zu essen, teilte die Welthungerhilfe am Dienstag in Berlin mit. Die Organisation forderte einen Rettungsplan für die Hungernden, der dem für die internationale Finanzwirtschaft vergleichbar ist.
"Fast eine Milliarde Hungernde sind eine Schande für die Menschheit. Und im Gegensatz zu den Banken sind sie nicht selbst schuld an ihrer Misere", sagte die Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble, bei der Vorstellung des jüngsten Welthunger-Indexes.
Das allgemeine Umdenken über die Rolle des Staates und der Weltgemeinschaft, das durch die Finanzkrise eingesetzt habe, müsse sich auch auf die Hungerkrise erstrecken, sagte Schäuble. Dabei sei die Ernährungskrise schlimmer als die der Geldwirtschaft, weil sie Millionen Menschen bedrohe.
Zur Bekämpfung des Hungers sei eine massive Aufstockung der Hilfen um mindestens zehn Milliarden Euro erforderlich. "Wir fordern ein Rettungspakete für die Hungernden", sagte Schäuble.
Nach dem Bericht der Organisation herrscht weltweit in 33 Ländern eine "sehr ernste" oder "gravierende" Hungersituation. Am schlechtesten sei die Lage in Afrika südlich der Sahara. Besonders litten die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo, in Eritrea, Burundi, Sierra Leone und Niger unter dem Hunger. (rtr)


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