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Peter Sodann

Demokratie, nicht in Deutschland

Berlin. Der Bundespräsidenten-Kandidat der Linkspartei, Peter Sodann, sorgt mit kritischen Äußerungen über Deutschland für Wirbel. In einem Interview sagte Sodann am Donnerstag unter anderem, dass er die Bundesrepublik "nicht für eine Demokratie" halte.

Sowohl aus Union und SPD als auch von den Grünen kam scharfe Kritik. FDP-Chef Guido Westerwelle sagte: "So redet sonst nur noch die NPD."

Sodann kündigte ferner an, dass er als Bundespräsident eine neue Nationalhymne vorschlagen will - und zwar die "Kinderhymne" von Bertolt Brecht. Außerdem würde der frühere "Tatort"-Star nach eigenen Worten den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann "verhaften", wenn er wirklich Polizeikommissar wäre. Sodann fügte hinzu: "Dann würde man mich zwar rausschmeißen, aber ich hätte es wenigstens mal gemacht."

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth entgegnete: "Solche Äußerungen beschädigen das Amt und machen es beinahe zu einer Witzveranstaltung." Sie mahnte: "Es geht hier nicht um irgendeinen Joke, sondern um eine ganz wichtige Funktion in unserem Land." Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Klaas Hübner sagte, Sodann mache sich selbst "nicht wählbar".

Die Bundestagsfraktion der Linken hatte den 72-jährigen am Dienstag als Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten im Mai 2009 nominiert. Er tritt damit gegen Amtsinhaber Horst Köhler und die SPD-Bewerberin Gesine Schwan an.

Die Linke: "Natürlich ist Deutschland eine Demokratie"


Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Monika Knoche, sagte: "Vielleicht ist sein heutiger Sprachgebrauch noch sehr auf seine Rolle als Kommissar bezogen und hat noch nicht ganz den sprachlichen Schliff, den ein Bundespräsident zu zeigen hat". Sie betonte: "Natürlich ist Deutschland eine Demokratie."

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte der Nachrichtenagentur ddp mit Blick auf den Linke-Vorsitzenden Oskar Lafontaine: "Mit Peter Sodann blamiert sich die Lafontaine-Laienspieltruppe bis auf die Knochen. Man stelle sich vor, von einem Bundespräsidenten vertreten zu werden, der Deutschland die Demokratie abspricht!" Der nordrhein-westfälische CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst kritisierte, Sodann sei "ein unwürdiger Kandidat für das höchste Amt im Staat".

Sodann sagte der "Sächsischen Zeitung" ferner: "Ich will die DDR nicht wiederhaben. Aber ich lasse sie mir auch nicht nehmen." Auf die Frage, ob er ein "Ostpräsident" wäre, antwortete er: "Naja. Wir im Osten haben immerhin Erfahrungen gemacht, die der Westen nicht gemacht hat, und einen gewissen Vorsprung." Der 72-Jährige fügte hinzu: "Beispielsweise haben wir kapitalistisches in gesellschaftliches Eigentum umgewandelt und sind dabei pleitegegangen. Wir wissen also, wie man diese Umwandlung nicht machen darf."

Sodann kündigte an, dass er als Staatsoberhaupt zum Papst gehen und mit sächsischem Dialekt sagen würde: "Herr Papst, Se wärn entschuldschn, warum reden Sie nur gegen den Krieg und nennen keine Namen?" Der Schauspieler sagte in dem Interview zudem: "Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen Ossis und Wessis? Der Wessi redet mehr, als er weiß. Der Ossi sagt nicht alles, was er weiß." (ddp)
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Dokument erstellt am 16.10.2008 um 10:04:53 Uhr
Letzte Änderung am 16.10.2008 um 20:43:37 Uhr
Erscheinungsdatum 16.10.2008
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