stellen
auto
immobilien
marktplatz
inserieren
Politik
09. Februar 2010
Anzeigenmarkt | Zeitungsanzeige aufgeben | Abo-Angebote

In- & Ausland
Frankfurt & Hessen
Marktplatz
Verlagsservice
ANZEIGE
Die FR auch bei
Politik

Italien

Wenn Rechte auf Streife gehen

Von Roman Arens

Die Bürgerwehren in Italien sind ein Lieblingsprojekt der Rechten. Sie sollen, so ist es gedacht, für mehr Sicherheit sorgen. Tatsächlich machen sie der Polizei nur noch mehr Arbeit. So nahmen am Wochenende Hunderte Touristen Reißaus, als in der toskanischen Küstenstadt Massa die rechte Bürgerwehr "Soccorso sociale e sicurezza" (Sozialer Beistand und Sicherheit, SSS) und die linke "Contro-ronde proletarie" (Proletarische Gegenwehr) aneinander gerieten. Als die einen mit faschistischen Gesängen und römischem Gruß die anderen provozierten, entbrannte eine Straßenschlacht.

Rechtsaußen-Stadtrat und SSS-Gründer Stefano Benedetti warnt: "In diesem Klima könnte es auch zu Toten kommen." Schuld, findet er, habe die "Toleranz" der Kommune gegenüber linken Gruppen. Im nördlichsten Zipfel der Toskana, wo einst der Anarchismus stark war, haben einige linksextreme Kleingruppen überlebt. Eine subversive Tätigkeit wurde ihnen nie bewiesen.

Die Gewalt zwischen Links und Rechts erinnert an die blutigen Auseinandersetzungen der 70er Jahre. "Die Bürgerwehren können zusätzliche Sicherheitsprobleme schaffen, anstatt sie zu lösen", glaubt Federico Gelli. Der Vizepräsident der Region Toskana kritisiert, dass bei der Polizei "3,5 Milliarden Euro gestrichen werden, während man für die Bürgerwehren hundert Millionen bereitstellt".

Innenminister Roberto Maroni von der Lega Nord will den Kritikern, allen voran Staatschef Giorgio Napolitano, mit schärferen Regeln für die Wehren den Wind aus den Segeln nehmen. Dazu gehört, dass maximal drei mindestens 25 Jahre alte, nicht vorbestrafte und nicht drogenabhängige Personen unbewaffnet Streife gehen dürfen. Sie sollen an einer gelben Leuchtjacke erkennbar sein manche Gruppen müssten die paramilitärischen Uniformen ablegen. Maroni will, dass die Wehren von Parteien unabhängig sind; offen bleibt, wie er das durchsetzen will.

Massas Bürgermeister Roberto Pucci bleibt streitbar: "Ich werde die von der Rechten organisierten Streifen verbieten." Seine Stadt sei ohnehin "die sechstsicherste" in Italien wenn nicht gerade die Bürgerwehren randalieren.


Empfehlen via:    Twitter    Facebook    StudiVZ    MySpace
[ document info ]
Copyright © FR-online.de 2010
Dokument erstellt am 28.07.2009 um 19:53:42 Uhr
Letzte Änderung am 28.07.2009 um 22:06:23 Uhr
Erscheinungsdatum 29.07.2009 | Ausgabe: d
FR-online.de interaktiv


Alles - außer Englisch: Der neue EU-Kommissar Günther Oettinger braucht Ghostwriter. Wir haben sie.

Steuerfahnder-Affäre


Das Land Hessen entlässt seine besten Beamten, erklärt erfolgreiche Steuerfahnder für verrückt. Was steckt dahinter?

Pfeil-SymbolSteuerfahnder-Affäre
Haiti: Helfer berichten

Mitarbeiter von Hilfs- organisationen packen in Haiti mit an - Eindrücke aus dem Katastrophengebiet

Logo FR-Meinung Mit spitzem Stift:
Die Meinungsseiten

Dossier: Schweinegrippe


Pandemie Schweinegrippe: Was sind die Symptome?
Ist die Impfung sinnvoll?

Pfeil-SymbolDossier: Schweinegrippe
Blog: Hebel macht Mittag
Hebel bloggt

Stephan Hebel, Mitglied der FR-Chefredaktion, über Ausreißer und Ausreden, Auf- und Abstiege in der politischen Arena

Aktueller Beitrag:
Zeitgeschichte


Studentenproteste, Rassen- unruhen, Vietnamkrieg und die Anfänge der RAF

Pfeil-Symbol1968 - Wie es wirklich war
Themen der Woche
Anzeige
Deutschlandwetter




Copyright © 2010 Frankfurter Rundschau
Startseite | Anzeigenmarkt | Hilfe | Politik | Wirtschaft | Frankfurt | Hessen
Sport | Fotostrecken | Kultur | Medien | Blogs | Auto
Reise | Videos | Spiele | Stellenmarkt | Kfz-Markt | Immobilien
Datenschutzerklärung | Abo-Service | Mediadaten | Kontakt | Impressum | Sitemap
realisiert von evolver media®