Nach der Landung flossen die Tränen: Die Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee lagen aufgelöst in den Armen ihrer Familien, daneben - dezent im Hintergrund - ein zufriedener Bill Clinton. Mit der Ankunft der von Nordkorea freigelassenen US-Reporterinnen in Los Angeles fand am Mittwoch die spektakuläre Reise des früheren US-Präsidenten nach Pjöngjang ein emotionales wie erfolgreiches Ende.
"Vor 30 Stunden waren Euna Lee und ich Gefangene. Dann wurde uns gesagt, wir würden zu einem Treffen gehen", beschrieb Ling die Ereignisse in Pjöngjang. "Als wir durch die Tür gingen, sahen wir Bill Clinton. Wir waren geschockt, wussten aber, dass der Alptraum unseres Lebens zu Ende geht."
In den USA waren schon zuvor Details über die Hintergründe der offenbar sorgfältig geplanten Clinton-Reise bekannt geworden. Obwohl Bill Clinton offiziell auf einer "privaten humanitären Mission" unterwegs war, wurde die Reise eng mit dem Weißen Haus und dem Außenministerium Hillary Clintons abgestimmt.
Die Journalistinnen
Euna Lee wurde 1972 in Südkorea geboren. Heute lebt und arbeitet sie in Los Angeles. Lee kam in die USA, um in San Francisco Film und Medienwissenschaften zu studieren.
2001 machte sie den Bachelor-Abschluss, seit 2005 arbeitet sie für Current TV. Der vom früheren Vize-Präsidenten Al Gore mitbegründete Kabelsender sendet vor allem Beiträge der überwiegend jungen Zuschauer und selbst produzierte Dokumentationen.
Ihre Kollegen schätzen Lee als "ungewöhnlich freundlichen und fürsorglichen Menschen". Sie ist mit dem Schauspieler Michael Saldate verheiratet und hat eine vierjährige Tochter. Die Reportage über die nordkoreanischen Flüchtlinge, bei deren Recherche sie und ihre Kollegin an der nordkoreanisch-chinesischen festgenommen wurden, war Lees erster Übersee-Einsatz.
Wegen ihrer Sprach- und Landeskenntnisse hatte sie den Job übernommen.
Laura Ling kam 1976 in Carmichael (US-Bundesstaat Kalifornien) zur Welt. Die Familie hat chinesische Wurzeln. Die Kommunikationswissenschaftlerin arbeitete zunächst für den Nachrichtensender "Channel One". Als Journalistin berichtete sie vor allem über Krisenherde und sozialkritische Themen.
So hat Ling schon das palästinensische Westjordanland und brasilianische Elendsviertel besucht und über den Drogenkrieg in Mexiko, Untergrundkirchen in China und Gangs in Los Angeles berichtet.
Auch Laura Lings Schwester Lisa ist eine bekannte Fernsehjournalistin. Ihr Vater beschreibt die beiden als "ein wenig allzu abenteuerlustig". Laura Ling ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Los Angeles.
2001 machte sie den Bachelor-Abschluss, seit 2005 arbeitet sie für Current TV. Der vom früheren Vize-Präsidenten Al Gore mitbegründete Kabelsender sendet vor allem Beiträge der überwiegend jungen Zuschauer und selbst produzierte Dokumentationen.
Ihre Kollegen schätzen Lee als "ungewöhnlich freundlichen und fürsorglichen Menschen". Sie ist mit dem Schauspieler Michael Saldate verheiratet und hat eine vierjährige Tochter. Die Reportage über die nordkoreanischen Flüchtlinge, bei deren Recherche sie und ihre Kollegin an der nordkoreanisch-chinesischen festgenommen wurden, war Lees erster Übersee-Einsatz.
Wegen ihrer Sprach- und Landeskenntnisse hatte sie den Job übernommen.
Laura Ling kam 1976 in Carmichael (US-Bundesstaat Kalifornien) zur Welt. Die Familie hat chinesische Wurzeln. Die Kommunikationswissenschaftlerin arbeitete zunächst für den Nachrichtensender "Channel One". Als Journalistin berichtete sie vor allem über Krisenherde und sozialkritische Themen.
So hat Ling schon das palästinensische Westjordanland und brasilianische Elendsviertel besucht und über den Drogenkrieg in Mexiko, Untergrundkirchen in China und Gangs in Los Angeles berichtet.
Auch Laura Lings Schwester Lisa ist eine bekannte Fernsehjournalistin. Ihr Vater beschreibt die beiden als "ein wenig allzu abenteuerlustig". Laura Ling ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Los Angeles.
Al Gore war nicht prominent genug
Washington lehnte eine Entschuldigung ab. Außenministerin Hillary Clinton äußerte im Juli auf einer Pressekonferenz aber allgemeines Bedauern über die entstandene Situation und bat um eine Amnestie. Für die heikle Mission nach Pjöngjang waren laut US-Medien mehrere prominente Politiker im Gespräch, darunter Clintons ehemaliger Vize Al Gore, der der auch Mitbegründer von Current TV ist.
Nordkorea habe den Nobelpreisträger aber abgelehnt. Mitte Juli hätten nordkoreanische Beamte den in einem Gästehaus bei Pjöngjang untergebrachten Reporterinnen dann erklärt, sie würden freikommen, wenn Bill Clinton sie abhole. Über das Angebot hätten sie telefonisch ihre Familien und ihren Arbeitgeber informiert. Gore habe dann Bill Clinton angerufen und ihn gebeten, nach Pjöngjang zu fahren.
Im Weißen Haus schaltete sich Sicherheitsberater James Jones ein. Präsident Barack Obama habe vor der Reise nicht persönlich mit Bill Clinton gesprochen, hieß es. Offenbar war die Obama-Regierung bereit, Kim Jong Il einen Propaganda-Coup zu bescheren. Sie habe jedoch sicher stellen wollen, dass Clinton als Privatperson reist, um zu verhindern, dass Nordkorea politische Zugeständnisse im Atomstreit erpresse.
So flog Clinton in einem Flugzeug ohne Hoheitszeichen. Auch ließ sich die US-Regierung vorab zusichern, dass die Reporterinnen bei Clintons Besuch tatsächlich freikämen. Ob es direkte Kontakte zwischen den Regierungen der USA und Nordkoreas gab, blieb zunächst unklar.
Ein gesichtswahrender Weg"
Gemäß der vereinbarten Rollenverteilung und ungeachtet der intensiven Diplomatie seiner Regierung wahrte Obama auch nach glücklichen Heimkehr von Ling und Lee Distanz zu der Aktion: Er sei außerordentlich erleichtert, sagte Obama, Außenministerin Hillary Clinton, erklärte, sie sei "sehr erfreut" über den Ausgang der Mission.
In Washington wurde der politische Fallout der Reise unterschiedlich bewertet. Der frühere US-Diplomat Jack Pritchard sprach von "einem gesichtswahrenden Weg" für Nordkorea, an den Verhandlungstisch zurück zu kehren. Der ehemalige UN-Botschafter und bekannte Hardliner John Bolton hingegen kritisierte, Clintons Reise komme "Verhandlungen mit Terroristen gefährlich nahe".


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