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CDU-Politiker Pfeiffer

"AKW sollen doppelt so lange laufen"

Der CDU-Politiker Joachim Pfeiffer widerspricht im FR-Interview seinem Parteikollegen Norbert Röttgen und wirbt für AKW-Laufzeiten von 60 Jahren - dies sei international üblich.
Herr Pfeiffer, Umweltminister Röttgen legt der Union nahe, ihre Akzeptanz in der Bevölkerung "nicht an den störungsfreien Betrieb von Kernkraftwerken zu knüpfen". Sollte die CDU diesen Rat nicht beherzigen?

Union und FDP bereiten erstmals seit 18 Jahren ein ernergiepolitisches Gesamtkonzept vor. Das Ziel ist: Der Hauptanteil der Versorgung soll langfristig aus erneuerbaren Energien kommen. Auf dem Weg dahin benötigt man jedoch die Kernkraft als ein wesentliches Element: weil sie versorgungssicher, CO2-frei und preiswert ist. Rot-Grün hat willkürlich die AKW-Laufzeiten verkürzt. Diesen Beschluss hat die Union zehn Jahre lang kritisiert, und wir werden ihn jetzt korrigieren.

Wie lange sollte denn die Brückentechnologie Kernkraft genutzt werden?

Zur Person
Joachim Pfeiffer (CDU) ist seit November 2009 wirtschaftspolititsicher Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion.

Der 42-Jährige wirbt für AKW-Laufzeiten von 60 Jahren; dies sei international üblich. Da der EU-Energiemarkt grenzenlos sei, werde die Kernkraft auch in hundert Jahren eine Rolle spielen.
Man kann heute noch nicht absehen, wie sich die Erneuerbaren entwickeln. Bis zum aktuell geplanten Ausstiegsjahr 2022 ist die Kernkraft keinesfalls verzichtbar; im Jahr 2050 werden wir vielleicht bei 50, 60 Prozent Anteil erneuerbarer Energien sein, was auch nicht reicht.

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Herr Röttgen gibt einem AKW eine Lebensdauer von maximal rund 40 Jahren. Bieten Sie mehr?

In Deutschland liegen die Laufzeiten bei 32 Jahren. Ich empfehle, sich an der international üblichen Betriebsdauer von 60 Jahren zu orientieren.

Braucht man denn überhaupt die AKW-Laufzeitverlängerung über das Jahr 2022 hinaus - falls bis dahin die erneuerbaren Energien auf einen Anteil von 40 Prozent an der Stromerzeugung kommen sollten?

Selbstverständlich. Hier gibt es wirklich einen Dissens mit dem Bundesumweltminister. Brückentechnologie bedeutet nicht nur, dass wir die Kernkraft durch die Erneuerbaren ersetzen. Man muss den gesamten Energiemix im Auge haben.

Einigen Meilern wie Neckarwestheim I oder Biblis droht laut Atomgesetz bereits im Frühjahr das Aus. Kann man mit einem Verlängerungsbeschluss bis Oktober warten, wenn die Regierung ihr energiepolitisches Gesamtkonzept fertig haben will?

Das sind parallel zu behandelnde Fragen: Das Konzept ist der Überbau. In dieses Konzept muss der Aspekt Laufzeitverlängerung ebenso integriert werden wie etwa die Fragen andere Energieträger, Energieeffizienz oder die CO2-Abscheidung (CCS).

Was heißt das konkret für so genannte Risikomeiler?

Es ergibt für mich keinen Sinn, jetzt Kernkraftwerke vom Netz zu nehmen, die wir demnächst - mit einem neuen Energiekonzept - vielleicht wieder brauchen werden. Schon jetzt lässt es das Atomgesetz zu, Reststrommengen von neuen auf ältere AKW zu übertragen.

Und die Sicherheit?

Die ist bei allen deutschen Kernkraftwerken dieselbe. Es gibt bei uns keine AKW mit geringeren Standards.

Und was ist mit dem Pannenreaktor Krümmel?

Dort gab es nicht einmal eine Störung; und die Probleme, die es gab, traten im nicht-nuklearen Teil auf.

Kann die Politik der Wirtschaft Vorgaben machen, welchen Anteil aus den zu erwartenden Erlösen einer AKW-Laufzeitverlängerung die Konzerne - salopp gesagt - herausrücken sollen?

Das ist eine der Fragen, über die man verhandeln muss. Was nicht sein kann, ist, dass der absehbare Erlös allein den Großen Vier zugute kommt. Auch das Thema Entsorgung wird hier eine Rolle spielen.

Ihr Parteifreund Michael Fuchs hat Windräder als "Vogelschredderanlagen" bezeichnet. Bringt er damit die Haltung der Union zu den erneuerbaren Energien auf den Punkt?

Mit Sicherheit nicht! Die Erneuerbaren stehen bei uns ganz oben auf der Agenda. Wir leben aber im europäischen Binnenmarkt, und ich wage die Prognose, dass die Kernenergie im deutschen Verbrauchsmix mit Sicherheit auch die nächsten hundert Jahre eine Rolle spielen wird.

Interview: Michael Bergius
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Copyright © FR-online.de 2010
Dokument erstellt am 08.02.2010 um 17:34:17 Uhr
Letzte Änderung am 08.02.2010 um 23:08:10 Uhr
Erscheinungsdatum 08.02.2010 | Ausgabe: d
Kommentare
1. Atomkraft ist äußerst schädlich und somit unmoralisch
Es ist erwiesen das Atomkraftwerke bei Störfällen,Flugzeugabstürzen,Bombardierungen,Erdbeben unsicher sind und das es zu einem GaU kommen kann.
In der Nähe von Kernkraftwerken steigt Leukemiehäufigkeit, besonders bei Kindern.
Bei der Urangewinnung und bei der Herstellung von Brennstäben entstehen sehr große Mengen von radioaktivem Abfall der wiederum Leukemie verursacht.
Es gibt keine sicheren Endlager für Atomab.
Die Umweltzerstörung ist weitaus größer, todbringender und nachhaltiger als das CO 2 Problem.
Der Ausstieg aus der Atomenergie darf nicht verschoben werden.
Alle vernünftigen Menschen sollten aufs schärfste gegen Atomkraft vorgehen um diesem Wahnsinn ein Ende zu machen.Ich habe bisher noch nicht demonstriert, aber jetzt ist es höchste Zeit.Das sind wir unseren Nachkommen schuldig



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2. Wirtschaft und Technik
"Ich empfehle, sich an der international üblichen Betriebsdauer von 60 Jahren zu orientieren.", sprach der Diplom-Betriebswirt.



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3. Alte Atomkraftwerke sind vom Netz zu nehmen,
weil nicht nur die Entsorgung des Atommülls nicht gewährleistet wird sondern auch die Technik nicht mehr den heutigen Standarts entspricht. Wer zu hause eine Heizung aus den 80ern betreibt hat die damalige Technik eingebaut. Das fängt schon mit der Umwälzpumpe an. Ist die kaputt, muss eine neue her. Doch die Maße der neuen Pumpe sind andere als sie damals waren. Ergo es muss angepasst werden. Doch nicht nur die Pumpe sondern auch der Kessel und der Brenner sind völlig anders konzipiert als damals. Es wird also nichts mit dem alten Kessel, obwohl der doch gut und gerne noch 10 Jahre laufen könnte. Nichts passt mehr zusammen. Sogar die Hersteller des Kessels gibt es nicht mehr. So ists auch mit den Atomkraftwerken. Es wird mit neuer Technologie herumgepfuscht anstatt den Meiler abzuschalten



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4. Kernkraft schafft bürgerliche Identifikation
Wer bezahlbare, sichere und saubere Energie will, muss für Kernkraft sein. Deren Risiken sind geringer als die Gasabhängigkeit von russland. Ausserdem hat die CDU 12 jahre den Antiatomkurs von Rot-Grün bekämpft, da kann man jetzt doch nicht feige kneifen, wenn man jetzt endlich den ganzen Schwachsinn rückgängig machen kann - wie überall in der Welt. Ein Herr röttgen der vor den grünen Ökospinnern kapituliert sollte sein Amt schleunigst räumen und durch jemanden ersetzt werden, der den Kampf gegen die Grünen nicht scheut. Das Thema Kernkraft könnte sogar zur Stärkung der bürgerlichen Identität - vor allem der durch Merkel total desorientierten CDU - beitragen, weil so die Reihen geschlossen werden können, was Voraussetzung für einen überzeugenden Richtungswahlkampf sein dürfte.



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5. Der Pfeiffer ist ein Lobbyist
Pfeiffer:"In Deutschland liegen die Laufzeiten bei 32 Jahren. Ich empfehle, sich an der international üblichen Betriebsdauer von 60 Jahren zu orientieren."

Dies ist fast, daß selbe Statement welches der EON Fritze gestern abend in den Tagesthemen abgegeben hat.
Diese behauptete auch, daß es nicht vor 2050/60 nicht möglich ist auf die Kernkraft zu verzichten.
Es ist doch eindeutig, daß die Atom/Energiemafia die CDU in der Hand hat.

Der Pfeiffer ist ein Lobbyist dieser Truppe - nicht mehr und nicht weniger.



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