Bei der Formulierung von Zielen haben sich die Verantwortlichen des Frauenfußball-Bundesligisten 1. FFC Frankfurt schon immer als wortgewaltig erwiesen. Auch wenn, wie Manager Siegfried Dietrich einräumt, "wir seit 18 Monaten ohne Erfolg sind". Für Frankfurter Verhältnisse ist das schon eine kleine Ewigkeit. Und um der Realität ins Gesicht zu blicken: Zum Auftakt der Rückrunde in der Bundesliga - die am Samstag mit der Partie gegen Wolfsburg weitergehen soll, wenn der Winter nicht einen Strich durch die Rechnung macht - ist die Chance eher klein, dass sich daran etwas ändert.
An der Champions League hat der FFC gar nicht teilgenommen, im DFB-Pokal ist er schon ausgeschieden. Und um die acht Punkte Rückstand auf das Topduo Duisburg und Potsdam in der Liga aufzuholen, bedarf es einer ganz besonderen Anstrengung. Welche, formuliert Trainer Sven Kahlert: "Wir müssen elf Spiele gewinnen - und wir können elf Spiele gewinnen."
Mehr werden aber auch nicht mehr gespielt. Das bedeutet, dass der FFC auch die Spiele gegen Duisburg und Potsdam gewinnen muss. Angesichts der Tatsache, dass die Frankfurterinnen in dieser Saison bislang einmal gegen Duisburg und zweimal klar gegen Potsdam verloren haben, eine mutige Prognose.
Damit aus Ankündigungen Taten werden, hat der FFC auf dem Transfermarkt noch einmal zugeschlagen. Nach der Verpflichtung der südkoreanischen Nationalspielerin Jang-Mi Lee (24 Jahre/27 Länderspiele) für das offensive Mittelfeld gelang dem Klub kurz vor Transferschluss noch ein echter Coup: Vom Erzrivalen Turbine Potsdam kommt die Norwegerin Leni Larsen Kaurin (56 Länderspiele). Nachdem Potsdam sich zu Saisonbeginn noch einmal gewaltig verstärkt hatte, war die Mittelfeldspielerin dort zuletzt kaum noch zum Einsatz gekommen. "Ich bin eben keine 19 mehr", sagt e die 28-Jährige mit Blick auf den Potsdamer Trainer Bernd Schröder, der bevorzugt auf Spielerinnen unter 25 setzt. Dennoch betonte sie, dass "wir uns ohne Groll getrennt haben".
Für Kaurin ist der Wechsel auch ein Neuanfang, um sich im norwegischen Nationalteam wieder einen Stammplatz zu erkämpfen. Für den FFC bedeuten die Neuzugänge nicht nur eine spielerische Verstärkung, sondern auch eine Möglichkeit, den internen Konkurrenzkampf zu fördern. Denn das Mittelfeld als Scharnier zwischen Defensive und Offensive war zuletzt ein Sorgenkind des FFC. Zum einen konnte es oft weder der Defensive helfen, zum anderen mangelte es nicht selten an Ideen nach vorne.
Was außer den Neuzugängen und dem Comeback von Ariane Hingst im zenrralen Mittelfeld noch für eine starke Rückrunde spricht, erklärt Nationaltorhüterin Nadine Angerer: "Wir haben uns in der Winterpause als Team hinterfragt, um zu klären, woran es gehapert hat. Ich denke, wir sind ein großes Stück weitergekommen."



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