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Fußballgipfel

Ultras lassen die Polizei ratlos

VON VIKTOR FUNK

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert die Einsetzung eines Fußballgipfels mit Vertretern des Sports, Polizei und des Innenministeriums, weil Gewaltdelikte rund um die Fußballspiele einen neuen Höhepunkt in den letzten zwölf Jahren erreicht haben. Auf einem Symposium in Berlin griffen Vertreter der Polizei den Deutschen Fußballbund (DFB) scharf an, weil er sich der Fachtagung verweigert hatte. Der DFB habe seine Teilnahme abgesagt, weil ihm der Titel des Symposiums nicht passte, sagte GdP-Bundesvorsitzender Konrad Freiberg. Der Titel war: "Fußball und Gewalt".

Pro Spielsaison summierten sich die Einsatzzeiten von Polizeibeamten mittlerweile auf 1,3 Millionen Stunden, berichtet Jürgen Schubert, Inspekteur der Bereitschaftspolizeien der Länder. Jedes Wochenende würden deutschlandweit rund 800 Spiele von Beamten begleitet.
Die enorme Zahl lässt sich einerseits auf das Phänomen zurückführen, dass selbst in den unteren Ligen, die Gewaltbereitschaft von Fangruppen zunimmt. Ein zweiter Grund ist die Entwicklung der Ultras-Bewegungen, die der Polizei Kopfschmerzen bereiten. Aus den einstigen Kritikern der Kommerzialisierung des Fußballs, gehen nach Darstellung der Polizeivertreter immer öfter gewaltbereite Gruppen hervor. Deutschlandweit seien es etwa 7000, die meisten im Alter 15 bis 25 Jahre. Von Stadt zu Stadt, von Bundesland zu Bundesland verfolgten sie jedoch ganz unterschiedliche Ziele.

Polizeidirektor Uwe Kilz aus Dresden sprach von rechten und linken Ultras, die jeweils ihre Vereine unterstützen – die rechten den 1. FC Lokomotive Leipzig; die linken den FC Sachsen Leipzig. Bekannte Gesichter der Ultras tauchten immer wieder auf politischen Demonstrationen in den jeweiligen Lagern auf. Sachsenweit zähle man etwa 1000 gewaltgeneigte Ultras, sagte Kilz der FR. Hinzu kämen 600 gewaltbereite Personen, die polizeilich registriert seien.

Fussball und Gewalt
Die Zahl der Verletzten bei Fußballspielen stieg nach Angaben der GdP von 371 (Saison 2005/06) auf 501 (Saison 2007/08). Die Zahl der Straftaten stieg in dem Zeitraum auf 4577. Unter den Fans würden deutschlandweit rund 12 100 als gewaltbereit eingestuft. Polizeivertreter, aber auch Gerd Landsberg aus dem Präsidium des Städte- und Gemeindebundes forderten Alkoholverbot in Stadien, in Zügen der Fans oder aber auch Spielabbruch und Spiele ohne Publikum, wenn die Vereine oder der DFB nicht kooperierten.
Teile der Münchner Ultras ähnelten eher klassischen Hooligans."Das sind junge Männer aus guten Häusern, höhere soziale Schicht. Die haben grundsätzlich kein Interesse an den Spielen", berichtete ein bayerischer Beamter der FR. 50 bis 70 gelten als gewaltgeneigt. "Für die geht es nur um Gewalt, die treffen sich an verabredeten Orten mit anderen Ultras und prügeln sich." Kommerzkritik oder politische Motive – Fehlanzeige.

In Bremen stammten etwa 70 Ultras aus allen sozialen Schichten, seien eher links und distanzierten sich deutlich von den Hooligans, sagte ein Polizist aus Bremen. Bei Heimspielen hielten sie sich mit Gewalt zurück.

In Kaiserslautern muss sich die Polizei regelmäßig mit rund 100 Ultras auseinandersetzen, die sich deutlich von den Hooligans unterschieden. "Sie lehnen die Kommerzialisierung ab und den DFB, den Fan-Beauftragten des 1. FC Kaiserslautern. Und mit uns reden sie auch nicht", sagte Thomas Brühl, Einsatzleiter der Polizei in Kaiserslautern, der FR.

Die Unterschiede zwischen den Ultras verschiedener Städte lassen die Polizei ratlos dastehen. "Wir laufen den Entwicklungen nur hinterher, irgendwelche Konzepte für diese Gruppen können wir gar nicht entwickeln", sagte ein Polizeibeamter der FR.

Kilz berichtete aber von einem Erfolg in Dresden: Weil sich da die Polizei für den Erhalt des Heimatstadions von Dynamo eingesetzt habe, hätte sie einen Fuß in die Ultras-Szene rein bekommen. In Leipzig wiederum herrscht Funkstille zwischen Polizei und den Ultras. "Wir brauchen für einzelne Gruppen sehr individuelle Konzepte", meint Kilz.


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Dokument erstellt am 15.05.2009 um 14:44:02 Uhr
Letzte Änderung am 21.05.2009 um 09:47:22 Uhr
Erscheinungsdatum 15.05.2009
Kommentare
1. Warum denn ratlos?
Verstehe wer will, aber es ist völlig unverständlich, dass sich sogenannte Fachleute zu einer Tagung treffen, um daraufhin solch fachlich falschen Aussagen in Bezug auf ei9nzelne Gruppierungen und Vereine zu treffen.
Es ist erstaunlich und schlichtweg unverständlich, dass diese Abgesandten der jeweiligen Polizeidirektionen nicht den leisesten Schimmer von Fußballfans, Unterstützern, der Ultra-Bewegung, Aufwand, Organisation und politische Aktivitäten haben.

Kein Wunder, dass die Herren im gesetzten Alter jeglichen Zugang zu jüngeren Generationen verloren haben, sie setzen sich nicht mit ihnen auseinander, sie wollen nur Konzepte gegen sie erstellen. Da wundert sich noch jemand, dass niemand mit der Polizei redet - bestimmt nicht auf Seiten der Fußballfans.



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2. Konzepte?
Meinem Vorredner ist in allen Aussagen beizupflichten. Auf die inhaltlich mehr als fragwürdigen Aussagen, die da fallen, will ich hier nicht weiter eingehen.
Was ich aber wichtig finde, sind in der Tat die Konzepte, die von den Verantwortlichen immer wieder ins Geld geführt werden bzw. wie hier angesprochen neuen Herausforderungen gegenüberstehen.
Bisher sehen die guten "Konzepte" so aus, dass es immer wieder nur darum geht die Leute "im Griff zu haben", ihr Bewegungsfeld einzuengen, um die Kontrolle nie zu verlieren. Betroffene Fangruppierungen sind "Problemfans" und können mit entsprechender Behandlung rechnen.
Ein ernstzunehmendes "Konzept" würde in meinen Augen zwingend beinhalten, dass zunächst einmal auf genau die Interessen dieser Fangruppierungen eingegangen wird.



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3. Verdrehte Geschichte
Dieser Artikel hat mich sehr überascht. Sowohl vom Inhalt, sowie auch auf die Art und Weise, wie von den Fans gesprochen wird. Woher bekommt denn die Polizei erstmal diese Zahlen? Gibt es nach jedem Heimspiel eine Umfrage unter den Fans wer daran interessiert wäre sich mit gegnerischen Fans zu schlagen?
Besonders komisch, fand ich den Beitrag zu den Münchner-Ultras. Hier ist die Geschichte ja wirklich verdreht! Die ohnehin im Vergleich schon kleine Ultra-Szene ist nach meinen Kentnissen nicht gerade eine gewaltbereite. Es wurde ja auch noch nicht erwähnt, dass Münchner Fußball Fans (nicht mal unbedingt Ultras) brutalst von USK - Beamten zusammengeschlagen worden sind, weil diese falscherweise entdeckt haben, dass Holz-Fahnenstöcke im Block 20cm zu lang waren.



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4. Rätselhaft
Dieser Artikel ist mir sehr rätselhaft. Wie kann denn die Polizei behaupten das wir in München gewalttätige Ultras haben? Wie wir ja schon gesehen haben ist es ja schon ein grund den Block zu stürmen, weil einer eine Fahne schwenkt die 20cm zu groß ist. Die Schickeria hilft mittellose Kinder, indem sie ihnen einen Stadion besuch ermöglichen. Wer die Kinder schonmal in der Südkurve gesehen hat, weiß wie überglücklich und dankbar sie dafür sind! Sorry aber die einzige Gewalt die ich in München sehe ist die der Polizei und da werden mir auch viele Bayernfans recht geben. Es ist vielleicht mal sinnvoll unter www.fansmedia.org nach zu schauen. Da kann man mal lesen was Fussballfans auf fahrten erleben.



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5. Recherche tut Not!
Vielleicht sollten Sie ein wenig genauer recherchieren. Die Münchner Ultra-Gruppierung heißt Schickeria. Dass sie auf Grund des Namens zur Schickeria (was auch immer das konkret sein mag) gehört, ist eher unwahrscheinlich, denn soweit ich weiß gibt es auch Ultras, die wilde Horde (Köln) heißen. Das heißt jedoch auch nicht, dass wir es mit einer marodierenden Gruppe von Barbaren zu tun haben. Oder die Passanten St. Pauli, einige fahren sicher gerne auch mal Auto.



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