Nur 1,59 Meter groß ist Bernard Charles Ecclestone, den alle Welt nur Bernie nennt, doch seine wahre Bedeutung für den Motorsport ist offensichtlich unermesslich. Denn anstatt sich mit Abscheu und Entsetzen von dem Briten abzuwenden, der lobende Worte für Adolf Hitler fand, stecken die in der Formel 1 engagierten Weltkonzerne Mercedes und BMW den Kopf in den Sand. "Kein Kommentar", heißt es aus München und Stuttgart. Es handele sich um eine hochpolitische Angelegenheit, man bittet um Bedenkzeit.
Hochpolitisch - Ecclestone hat in einem Interview mit der Times seine Abneigung gegen Demokratien und seine Vorliebe für starke Führungspersönlichkeiten geäußert. Über Adolf Hitler sagte er, dass er viele Menschen führen konnte und fähig war, Dinge zu erledigen. Was auch immer ihn zu dieser Äußerung getrieben hat, auch seinen ärgsten Feine würden Ecclestone nicht als Rechtsradikalen bezeichnet, aber für sehr fragwürdig. Ecclestone hält sich für mächtig, vielleicht sogar allmächtig. Wie er sich Entscheidungsprozesse in der Demokratie vorstellt, zeigte sich vor Jahren, als die Zigarettenwerbung in der Formel 1 abgeschafft werden sollte. Durch eine Spende in Höhe von einer Million Pfund an die regierende Labour Party versuchte er, dass Verbot zu verhindern. Er hoffte auf den Einfluss von Tony Blair. Als der Handel auffflog, musste die Partei die Summe reumütig zurückzahlen.
Ecclestone hat die Macht
Zur Person
Bernie Ecclestone ist ins Gerede gekommen, weil er Adolf Hitler lobte: "Auch wenn es vermutlich schrecklich ist, so etwas zu sagen, aber abgesehen von der Tatsache, dass Hitler mitgerissen und überredet wurde, Dinge zu tun, von denen ich keine Ahnung habe, ob er sie tun wollte oder nicht, konnte er viele Menschen führen und war fähig, Dinge zu erledigen."
Gestern versuchte sich der Formel-1-Promoter herauszureden. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt. Der Vize-Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann (Frankfurt/M.) forderte. "Mit Faschisten verhandelt
man nicht – man muss sie verdammen und verachten."
Mit 16 verließ Ecclestone die Schule. Er arbeitete für das lokale Gaswerk und stieg Ende der 40er Jahre als Motorradfahrer ins Renngeschäft ein. Später fuhr er ohne großen Erfolg in der Formel 3. Nach einem Unfall wurde er Makler und Berater von Rennfahrern. In den 70ern war Ecclestone Manager von Jochen Rindt und Teilhaber des Lotus Rennstalles.
Später war er Teamchef bei Brabham. Ecclestone gründete Firmen, die die Formel -1-Rechte vermarkteten und den Rennzirkus zu einem Unternehmen mit Milliarden Umsätzen machte.
Gestern versuchte sich der Formel-1-Promoter herauszureden. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt. Der Vize-Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann (Frankfurt/M.) forderte. "Mit Faschisten verhandelt
man nicht – man muss sie verdammen und verachten."
Mit 16 verließ Ecclestone die Schule. Er arbeitete für das lokale Gaswerk und stieg Ende der 40er Jahre als Motorradfahrer ins Renngeschäft ein. Später fuhr er ohne großen Erfolg in der Formel 3. Nach einem Unfall wurde er Makler und Berater von Rennfahrern. In den 70ern war Ecclestone Manager von Jochen Rindt und Teilhaber des Lotus Rennstalles.
Später war er Teamchef bei Brabham. Ecclestone gründete Firmen, die die Formel -1-Rechte vermarkteten und den Rennzirkus zu einem Unternehmen mit Milliarden Umsätzen machte.
Kafitz wird dem 78-Jährigen am Wochenende aber nicht aus dem Weg gehen können, denn Ecclestone ist als Vorstandsvorsitzender und Präsident der Formula One Management (FOM) und der Formula One Administration der Rechteinhaber und Promoter aller Formel-1-Rennen. "Ich muss mit ihm reden. Ich bin mehr auf ihn angewiesen als er auf mich. Ich bin mir auch sicher, Ecclestone ist kein Rassist", sagte der Nürburgring-Boss, der den Briten seit 15 Jahren kennt.
Ecclestone hat die Macht, Ecclestone ist der Godfather, der Pate, in der Königsklasse des Motorsports. Genau das mag der Grund sein, warum in den Vorstandsetagen der Autokonzerne geschwiegen wird. Einzig der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger hat den Kopf ein wenig vorgestreckt. Ein Treffen am Ring, wo es um die Zukunft des Motodroms in Hockenheim gehen sollte, hat der CDU-Politiker abgesagt.
Milliarden-Umsätze
Bernhard Charles Ecclestone ist ein Mysterium. Schon die Angaben über seine Herkunft schwanken beträchtlich. Mal wird er als Sohn eines Arbeiters mal als Nachkomme eines Schiffskapitäns bezeichnet. Letzteres kommt der Wahrheit wohl näher. Zu den geheimnisvollen Dingen die den Mann an den Strippen der glamourösesten Autoshow auf dem Globus prächtig amüsieren, gehören die Schätzungen über sein Vermögen. Vier Milliarden Euro sind es wohl nicht mehr - ungefähr 1,7 Milliarden sind trotz Finanzkrise geblieben. Ein hübsches Sümmchen aus dem Ecclestone seine völlige Unabhängigkeit und die Chuzpe für manch bizarre Äußerung bezieht. Wenn es um Aufmerksamkeit für sein Lebenswerk geht, kennt der immer noch sehr agile Senior keine Scham. Auf die Frage, welcher Fahrertyp in der Formel 1 noch fehle, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen, sagte er: "Das richtige Mädchen müsste schwarz, gutaussehend und am besten jüdischen oder muslimischen Glaubens sein."
Aus einer Abneigung gegen Demokratie hat der Chauvinist Ecclestone nie einen Hehl gemacht. Einer muss die Richtung vorgeben, weshalb er den Internationalen Automobilverband mit all den vielen Abstimmungen für einen schlappen Verein hält. Unter Ecclestone ist die Formel 1 nach Fußballweltmeisterschaften und Olympischen Spielen zum dritten Premium-Produkt des weltweiten Sports geworden. In guten Zeiten hat die Rennserie zwei Milliarden Euro-Umsatz gemacht. Von den manchmal 800 Millionen Euro Überschuss hat der Impresario rund die Hälfte eingestrichen. Darüber rümpfen die zehn Teams noch immer die Nase. Das Geld hat Ecclestone unter anderem in ein Haus im Londoner Stadtteil Kensington angelegt, 137 Millionen Euro sollen es gewesen sein, angeblich soll nie jemand mehr für ein Privathaus bezahlt haben. Nachbarn sind der Sultan von Brunei und das Königshaus von Saudi-Arabien. Ecclestone hält sich halt für einen ganz Großen.


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