Wie die Frankfurter Rundschau bereits am Mittwoch berichtete, wird Friedhelm Funkel in der nächsten Saison nicht mehr Trainer von Eintracht Frankfurt sein. Am Donnerstag Mittag bestätigte sich, dass Funkel geht. Er selbst teilte mit, er habe seinen Vertrag als Trainer von Eintracht Frankfurt aufgelöst.
"Ich habe am Montag mit Heribert Bruchhagen gesprochen und ihn gebeten, mein Vertragsverhältnis zum 30. Juni zu beenden", sagte der 55-Jährige auf einer Pressekonferenz. "Ich werde natürlich am Samstag das Spiel gegen den Hamburger SV machen."
Die Mannschaft schützen
Dass er gehe, gründe vor allem darin, dass er die Mannschaft schützen wolle, sagte Funkel, der auf der Pressekonferenz am Mittag mit viel Beifall verabschiedet wurde.
Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen sagte: "Wir haben Friedhelm Funkel Dank zu sagen, dass er mit stoischer Ruhe einen Verein, der sich vorher durch Fragilität ausgezeichnet hat, in ruhiges Fahrwasser führte." Dass der Aufsichtsrat "gestänkert" habe, habe für Funkels Abgang keine Rolle gespielt. Das gebe es überall.
Funkel wird eine Abfindung erhalten, die Verträge der Co-Trainer Armin Reutershahn und Andreas Menger laufen weiter.
Das Vormittagstraining am Donnerstag, das für zehn Uhr angesetzt war, war bereits auf 14 Uhr verschoben worden. Für Funkel endet damit eine fünfjährige, erfolgreiche Amtszeit beim hessischen Bundesligisten.
Skibbe? Slomka?
Dem Vernehmen nach gelten als aussichtsreichste Ersatz-Kandidaten jetzt Michael Skibbe und Mirko Slomka. Der Verein teilte am Donnerstag allerdings mit, noch keinen Nachfolger präsentieren zu können.
Schon in der vergangenen Woche hatte sich die Ablösung des Trainers angedeutet, nach dem 0:5 gegen Werder Bremen vor heimischer Kulisse war die Stimmung in Frankfurt endgültig gekippt. Nach dem 0:2 in Bochum am Samstag war der öffentliche Druck so groß, dass es für die Eintracht fast schon keinen anderen Ausweg mehr gab. Funkel wurde von den eigenen Fans zum Feindbild auserkoren, die Stimmung war aufgepeitscht und vergiftet. Zum Schluss war die Stimmung so gegen Funkel, dass sachliche Argumente nicht mehr verfingen.
Im Aufsichtsrat war der Fußballlehrer schon seit geraumer Zeit umstritten. Gerade der Vorsitzende des Kontrollorgans, Herbert Becker, hätte den Coach am liebsten schon in der Winterpause in die Wüste geschickt. Im Februar knickte er aber doch noch ein, da wurde der Kontrakt Funkels bis 2010 verlängert. Funkel, der im Sommer in seine sechste Saison in Frankfurt gegangen wäre und Erich Ribbeck als Rekord-Eintracht-Trainer beerbt hätte, wird immerhin eine stattliche Abfindung erhalten.
In den letzten Tagen deutete bereits an, dass Funkels Zeit in Frankfurt zu Ende geht. Vorstandschef Bruchhagen hatte sich nach dem 0:2 in Bochum nicht mehr zu einem Bekenntnis pro Funkel durchringen können. Am Dienstagvormittag wirkte der 55-Jährige schon so, als habe er abgeschlossen mit dem Kapitel Eintracht. Vermutlich ahnte er da schon, dass seine Uhr in Frankfurt ablaufen würde.
Am Dienstag Abend teilte Heribert Bruchhagen dann mit, dass er die Asienreise ab kommenden Dienstag mit der deutschen Nationalmannschaft, auf der er der offiziellen Delegation angehören sollte, nicht antreten werde. Da verdichteten sich bereits die Anzeichen, dass Funkel würde gehen müssen. Die Eintracht hatte in der Rückserie nur 14 Punkte geholt und auf der ganzen Linie enttäuscht.
Funkel, das ist unbenommen, hat große Verdienste um die Eintracht erworben. Er führte sie 2005 in die Bundesliga zurück und hielt sie vier Jahre in der Liga. Das war vielen aber nicht mehr gut genug. Und wurde dem gebürtigen Neusser nun zum Verhängnis.



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