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Alexander Meier

Raus aus dem Funkel-Schatten

Von Ingo Durstewitz

Im Training ist es Alexander Meier, der einen Ball mit dem Vollspann quer über das gesamte Feld schlägt. Die Kugel fällt auf der anderen Seite herunter, genau auf dem Fuß von Benjamin Köhler. Später, im Spiel, nimmt er eine Flanke von Zlatan Bajramovic volley ab und setzt den Ball nur Zentimeter neben den Pfosten. Es sind nur zwei kleine Szene an diesem sonnigen Novembermorgen, aber wer das Training von Eintracht Frankfurt draußen im Stadtwald aufmerksam verfolgt, der erkennt die Klasse des hoch aufgeschossenen Spielers in fast jeder Aktion. "Seine Ballsicherheit, seine Passgenauigkeit, seine Torgefahr - Alex ist sehr gut drauf. Das sieht man schon im Training", urteilt Trainer Michael Skibbe.

Alexander Meier ist der Dauerbrenner bei der Eintracht, er stand in allen 16 Pflichtspielen auf dem Feld, und er ist nicht immer, aber fast immer beteiligt, wenn es gefährlich wird für den Gegner. Der Lange, 1,96 Meter groß, hat nicht nur drei Tore erzielt und drei vorbereitet (hinzu kommen zwei Tore und zwei Vorbereitungen im DFB-Pokal), er ist es, der die Chancen hat, der sich immer wieder dahin schleicht, wo es lichterloh brennen wird. "Ich laufe dahin, wo der Ball hinkommen kann", sagt der 26-Jährige. "Manchmal kommt er dann auch tatsächlich." Zufall? Eher Intuition, Cleverness, Instinkt.

Meier ist so ziemlich der einzige Spieler, den die Eintracht zurzeit nicht adäquat ersetzen kann, er ist der wichtigste Akteur, auch weil er, wie Ex-Trainer Friedhelm Funkel lobt, "Spiele ganz alleine entscheiden kann". Am zurückliegenden Samstag gegen Mönchengladbach schlug er sich sehr wacker als alleinige Sturmspitze, obwohl er ja seit Jahren im Mittelfeld spielt. Er hatte zwei hervorragende Möglichkeiten, zweimal hatte er Pech. Und doch ist es Ausdruck seines Könnens.

Es ist schon verblüffend, dass Meiers Klasse nicht alle überzeugt, bei den Fans hat er nicht den größten Stein im Brett. Das verstehe, wer will. Ob er womöglich gar von einer Last befreit ist, weil Friedhelm Funkel nicht mehr Coach in Frankfurt ist? Das verneint der Spieler, aber vermutlich war es nicht schlecht für seine Entwicklung. Denn Meier galt als besonders begünstigt, er galt als Funkels Lieblingsschüler. Meier, in seinem sechsten Jahr in Frankfurt, hat dieser Ruf geschadet, er kämpfte dagegen an - auch heute noch, Monate später, da er es all seinen Kritikern längst gezeigt hat. "Den Funkel-Schatten habt ihr doch gemacht", sagt er und meint die Medien. "Ihr habt mich zum Lieblingsschüler gemacht, und ihr wolltet nicht glauben, dass es nicht stimmt." Er habe vielmehr ein "professionelles Verhältnis" zum Ex-Trainer gehabt, "wie jeder andere auch, wie zum neuen Trainer auch." Dass er in diese Ecke gedrängt wurde, hat ihn gerade deshalb gewurmt. "Kein Trainer stellt doch einen Spieler auf, weil er ihn sympathisch findet. Der Trainer will gewinnen, also nominiert er die besten Spieler." So, wie es jetzt auch Michael Skibbe macht. "Alex hat einen sehr großen Wert", sagt er.

Meiers Vertrag läuft am Saisonende aus, er würde gerne in Frankfurt bleiben, die Eintracht würde ihn "sehr gerne halten" (Skibbe). Erste Gespräche gab es schon, "aber so Verhandlungen ziehen sich ja meistens hin", berichtet Meier.

Oder streckt Förderer Funkel die Finger nach ihm aus? Der Berliner Trainer winkt ab: "Ich kann doch einem Alex Meier in unserer Situation nicht guten Gewissens sagen: ,Komm´ im Sommer nach Berlin.´ Der würde mich ja für verrückt erklären." Das gelte auch für Sebastian Jung, den Funkel zum Profi machte und der bei Skibbe keine Rolle spielt: "Ein interessanter Spieler, aber er hat einen langfristigen Vertrag", sagt Funkel. "Dafür habe ich selbst gesorgt."
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Dokument erstellt am 25.11.2009 um 17:13:04 Uhr
Letzte Änderung am 25.11.2009 um 23:40:18 Uhr
Erscheinungsdatum 26.11.2009 | Ausgabe: d
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