Es ist eigentlich zu schön, um wahr zu sein: Bernard Madoff, einer der renommiertesten Berater der US-Regierung in Fragen der Finanzmarktregulierung, Ex-Chef der Technologie-Börse Nasdaq und bis vergangene Woche Star-Investor, hat seine Lebenslüge gestanden. Mittels eines simplen Schneeball-Systems soll er Anleger um sagenhafte 50 Milliarden Dollar geprellt haben. Mitten in New York. Solche Schneeball-Systeme kannte man bislang vor allem aus Albanien, wenngleich die Dimension von Madoff unerreicht ist.
Fast noch schöner ist die Liste der Geschädigten: Es sind vor allem die super-smarten Anleger, die es trifft, sogar andere Hedgefonds, die selbsternannten Könige der Investoren. Es sind diejenigen, die aus Sicht der US-Aufsicht in der Lage sind, ohne Schutz und große Vorschriften Geld anlegen zu können.
Was lehrt der Fall? Selbstverständlich ist es nicht schön für die Betroffenen, dass sie betrogen worden sind. Auch viele Kleinanleger dürften zu den Geschädigten zählen, da Pensionsfonds und andere Anlagevehikel einen Teil ihres Geldes für die private Altersvorsorge in Madoffs Fonds versenkt haben. Das Wunderbare an dem Skandal aber ist der Zeitpunkt. Das kann der Debatte um die richtige Regulierung am Finanzmarkt nur gut tun.
Die Finanzkrise räumt ja schon seit geraumer Zeit mit den falschen Glaubensgrundsätzen auf. An aller erster Stelle mit dem Glauben, freie Finanzmärkte seien effizient und regulierten sich deshalb am besten von selbst. Deshalb lautet bereits die Forderung der Bekehrten, die Aufsicht habe auf jeden Fall für Transparenz zu sorgen, dann würden die Finanzmärkte besser funktionieren.
Doch der Fall Madoff zeigt: Die Forderung nach mehr Transparenz ist viel zu lasch. Was hilft Transparenz, wenn keine Aufsicht sicher stellt, dass die angegebenen Daten tatsächlich stimmen, wenn sich niemand vergewissert, ob das ausgewiesene Fondsvermögen tatsächlich irgendwo auf einem Depot liegt? Für Hedgefonds, Finanzinvestoren und anderen sogenannten alternativen Anlageformen müssen dieselben strengen Vorschriften gelten wie für alle anderen Fonds. Es gibt keine besseren, geschweige denn klügere Fondsmanager.


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