Bio wächst, und zwar auch in Krisenzeiten. Allerdings ist Bio kein Selbstläufer mehr. Am Markt beginnt eine Diversifizierung. Nicht jedes Produkt, nicht jeder Hersteller, nicht jeder Laden ist per se länger ein Erfolgsmodell.
Gerade in der Wirtschaftskrise, darauf hofft der Kern der Branche, die heute Jahresumsatz von knapp sechs Milliarden Euro erzielt, erinnern sich die Macher an ihre vor 20, 30 Jahren aufgestellten Grundsätze: Gewinn nicht als Ziel, sondern als Bedingung, um naturgerecht erzeugte, gesunde Lebensmittel anbieten zu können.
Firmen, die im Bundesverband Naturkost-Naturwaren organisiert sind, haben sich zudem einen Kodex auferlegt, um nicht nur ökologische, sondern auch soziale und sozio-ökonomische Ziele zu bestimmen und zu beherzigen.
Glaubwürdigkeit, Qualitätssicherung, Sozialverträglichkeit, Vertrauen: Mitten in der Krise findet die Rückbesinnung statt. Das ist gut so, denn ein großer Teil der Bio-Verbraucher lässt sich nicht allein mit dem Öko-Logo abspeisen, diese Kunden wollen mehr: Klimaschutz, Energieeffizienz, Artenvielfalt, Gesundheit, Lebensqualität. Und nicht allein ein Produkt, dass das nach der EU-Bio-Verordnung hergestellt wurde.
Die klimaneutrale Bratwurst von Ökoland, der klimafreundliche Apfelsaft von Voelkel und die klimaeffiziente Kundenzeitschrift Schrot und Korn sind ein Schritt in diese Richtung. Die Unternehmen versuchen, mit ihren Produkten über das zusätzliche Stop-Climate-Change-Siegel dem Verbraucher zu zeigen, dass sie die alten Ziele ernst meinen und es ihnen nicht allein um den Verkauf eines Produktes geht.


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