Deutsche Milchbauern durchschreiten ein tiefes Tal. Auch im Februar, was die Landwirte stets am 15. des Folgemonats schwarz auf weiß von der Molkerei bekommen, hat sich der rabiate Preisverfall fortgesetzt.
Im Norden der Republik ist sogar schon die 20-Cent-Marke geknackt. Und der Lebensmittelhandel, heißt es in diesen Tagen, wolle dieses Dumpingpreisniveau festschreiben, und zwar bis ins nächste Jahr hinein.
Bauernverband und der Verband der Milchviehhalter sind empört. Denn was den Verbraucher vielleicht noch frohlocken lässt, wenn Butter und Milch so billig wie vor zehn Jahren ist: Bauern stellt es vor die Existenzfrage.
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Rückblick - Proteste gegen Milchpreise
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Wer die amerikanischen Verhältnisse will, möge weiter an der Preisschraube drehen. Wer eine Milcherzeugung will, in der Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit wichtige Werte sind, der darf diesen Trend nicht zulassen.
So sehr Handel auch an niedrigen Preisen interessiert ist und so ökonomisch verständlich es erscheint, das niedrige Niveau auszunutzen, so gefährlich für die Landbewirtschaftung dieses Landes ist es, diese aktuelle Lage auszunutzen.
Wie verzwickt die von schleppendem Absatz und nicht angepasster Produktion gekennzeichnete Situation ist, zeigt der Blick nach Brüssel. Dort sitzt heute der Agrarrat der europäischen Landwirtschaftsminister zusammen: Es geht um die Exportsubventionen für die Milchprodukte.
Doch solche Ausfuhrhilfen sind - erstens - nur ein Tropfen auf den heißen Stein, und zweitens: Sie mögen im Inland die Symptome lindern, sorgen aber auf dem Weltmarkt für ungerechte Preisverzerrungen.
Also: Finger weg davon - und stattdessen dafür sorgen, dass alle Landwirte die Milchmenge reduzieren. Aber davon sind die maßgeblichen Funktionäre und EU-Politiker meilenweit entfernt.


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