Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise schnürt Japan sein drittes und bisher größtes Konjunkturpaket. Das Land hat von den USA, China und Südkorea gelernt, die mit ihren Paketen die Wirtschaft auf Öko-Kurs bringen.
Japan hat auch von Deutschland gelernt und macht es dabei besser als der selbst ernannte Vorreiter beim Klimaschutz. Tokio will umsetzen, was Berlin bei der Abwrackprämie versäumt hat: Geld vom Staat bekommt nur, wer den alten Wagen gegen ein Öko-Auto eintauscht. Mehr noch: Die Japaner geben den Verbrauchern auch Anreize zum Kauf von energieeffizienteren Klimaanlagen, Kühlschränken oder Fernsehern.
Kritiker wenden ein, dass das Paket die Treibhausgas-Emissionen bestenfalls leicht senken werde. Weil es den Schwerpunkt auf Energiesparen in Haushalten und Büros setzt, die einen kleineren Anteil am CO2-Ausstoß haben als die Industrie. Vergessen wird dabei, dass Nippons Industrie ihre Hausaufgaben schon gemacht hat. Dass Japan sein Kyoto-Ziel bisher verfehlt hat, liegt an den Haushalten. Da ist es sinnvoll, nun dort anzusetzen.
Grüne Konjunkturprogramme haben generell einen großen Vorteil: Die Milliarden-Ausgaben kurbeln die Wirtschaft an und bremsen gleichzeitig den Klimawandel. Das kann der Öko-Musterknabe Deutschland auch von Japan lernen. Sein drittes Konjunkturpaket muss viel grüner werden als die bisherigen Anläufe.


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