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Kommentar zur Commerzbank

Bad Bank nach 48 Stunden gescheitert

VON ROBERT VON HEUSINGER

Selten hat sich ein Kabinettsbeschluss so rasch als komplette Fehlentscheidung erwiesen wie der zu den Bad Banks. Nur 48 Stunden nachdem die große Koalition dem Entwurf zugestimmt hat, ist dieser grandios gescheitert.

Commerzbank-Chef Martin Blessing legt doch allen Ernstes nahe, seine Bank sehe aktuell keine Notwendigkeit zur Auslagerung toxischer Papiere. Für wen, wenn nicht für die schwer angeschlagene Großbank, haben die Regierenden die Bad Banks ersonnen?

Damit wird der Konstruktionsfehler der Bad Bank offensichtlich: Er lautet Freiwilligkeit. Das Management darf selber entscheiden, ob es giftige Papiere in eine Bad Bank auslagert, um wieder Spielraum für die Vergabe neuer Kredite zu erlangen. Warum will die Commerzbank nicht?

Spezial: Banken
Spezial: Banken im Umbruch

Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut. Analysen und Kommentare, Fotostrecken und Abstimmungen im neuen Spezial: Banken im Umbruch.

Erstens zeigt das Verhalten von Blessing, dass die Bad Bank nicht generös vom Steuerzahler subventioniert wird wie in anderen Ländern. Es gibt nichts geschenkt. Das immerhin hat die große Koalition geschafft. Die Haftung für die Verluste liegt so lange es geht bei den Aktionären.

Zweitens, und jetzt wird es bitter, belegt die ablehnende Haltung Blessings, wie schlecht es der Commerzbank in Wirklichkeit geht. Sie kann sich wahrscheinlich noch nicht einmal den Abschlag von zehn Prozent auf die toxischen Papiere leisten, der am Anfang jeder Auslagerung in die Bad Bank steht.

Der Abschlag auf ihre toxischen Papiere würde wohl unweigerlich ein so großes Loch ins Eigenkapital reißen, dass sie erneut Geld bräuchte, erneut Geld vom Staat, der damit seinen Anteil von bislang 25 Prozent weiter aufstocken müsste.

Das will Blessing nicht, weil es seine privaten Aktionäre nicht wollen. Und schon sind wir am entscheidenden Punkt: Der Vorstand ist seinen Aktionären verpflichtet, nicht der Volkswirtschaft, die dringend wieder funktionstüchtige Banken braucht, soll aus dem Konjunkturabsturz keine Dauerkrise werden.

Solange das Gesetz nicht mit Zwang versehen wird, also mit einer Prüfung durch die Bankenaufsicht, die vorschreibt, wie viele Milliarden Euro ausgegliedert werden müssen, solange ist das Gesetz das Papier nicht wert, auf dem es steht. Und solange ist an Aufschwung in Deutschland nicht zu denken.
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Dokument erstellt am 15.05.2009 um 17:24:03 Uhr
Letzte Änderung am 23.05.2009 um 07:24:26 Uhr
Erscheinungsdatum 16.05.2009
Kommentare
1. Bad-Bank
Wieso Fehlschlag ist doch gut so,es zeigt das diese Personen doch noch etwas
ehrgefühl haben und für ihren Bockmist selbst aufkommen wollen,
es wird sich noch zeigen wie sie weiter vorgehen,ich verstehe den Artikel nicht,
der dies geschrieben hat sollte es mal von der Seite der Bürger sehen die für diesen Betrug keine Verantwortung tragen, aber freien Journalismus gibt es in diesm Staat nicht mehr, sondern auch hier nur noch Lobyismus



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2. Commerzbank - Bad Bank
Ob die Commerzbank die 10% Abschlag verkraften würde oder nicht, ist zunächst nur Spekulation und m.E. im besprochenen Kontext auch völlig irrelevant. Die Pflicht zur Bad Bank würde die Bilanz der Commerzbank doch nicht verbessern, so wie die Freiwilligkeit die Toxizität der Aktiva nicht verschlechtert. Soviel zur These 1. These 2 besagt, die Volkswirtschaft braucht funktionstüchtige Banken, ja, richtig. Aber die Volkswirtschaft braucht weder die Commerzbank, noch zwangsweise errichtete Bad Banks, noch Staatsgarantien für die Banken und Bankster.
Die Volkswirtschaft braucht lediglich ein funktionierendes Überweisungs- und Kontoführungssystem und ein System der Kreditvergabe (Geldschöpfung). Beides wäre durchaus auch ohne herkömmliche Geschäftsbanken darstellbar.



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