Frankfurt a.M. Die Bundesagentur kämpft nach Informationen von FR-online am Dienstag mit einem weiteren gravierenden Fall von Datenmissbrauch in ihrer Online-Jobbörse. Zwei weitere Firmen hatten dort am Dienstag 3304 falsche offene Stellen angeboten - vom Chemielaborant über Drucker bis zum Chefpilot.
Die Ansprechpartner der Firmen jobsearch24 sowie interpres stimmen mit der Firma Econsulting24 überein, die am Montag bereits 2500 falsche Stellen in der Online-Jobbörse angeboten hatte. Die Arbeitsagentur bestätigte den neuen Vorfall auf Anfrage der FR-online.de.
"Alles spricht dafür, dass dies keine realen Stellen waren, sondern der Versuch, Bewerberprofile einzusammeln", sagte Anja Huth, Sprecherin der Bundesagentur. "Die Firmen werden offenbar von den selben Personen betrieben." Man habe "nach Querverweisen gesucht und die Accounts deaktiviert", so die Sprecherin.
Spezial: Überwacht

Lidl, Bahn, Telekom, Daimler, Müller: Wie dreist Firmen ihre Mitarbeiter bespitzeln. Das Spezial: Überwachte Beschäftigte.
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Sexspionage, Geheimmikros - überwachte Beschäftigte
In die Internet-Jobbörse werden nach Angaben der BA täglich 20.000 neue oder geänderte Angebote von Arbeitgebern eingestellt. Hierbei seien noch nicht jene Angebote eingerechnet, welche die Agentur im Auftrag von Unternehmen platziert. Firmen können über die Webseite der BA Stellenangebote ins Internet stellen, selbst verwalten und bei Bedarf bearbeiten oder löschen.
Die BA kontrolliert die Angebote mit Hilfe von Computern automatisch auf problematische Inhalte wie etwa sexistische oder rechtsradikale Begriffe. In Stichproben prüfen BA-Beschäftigte einzelne auffällige Angebote persönlich.
Datenschützer hatten zuletzt bemängelt, der Online-Stellenmarkt der BA lade zum Missbrauch der Daten Arbeitssuchender geradezu ein. Entsprechende Kontrollmechanismen seien ungenügend. Auch hätten BA-Mitarbeiter Zugriff auf sensible Informationen wie Suchtkrankheiten oder Schulden von Arbeitslosen.
Die BA hatte bereits im Winter vergangenen Jahres mit einem ähnlichen Datenmissbrauch zu kämpfen. Ein privater Jobvermittler stellte immer wieder fingierte Stellenangebote ein. Wenn sich Arbeitnehmer bei dem Vermittler meldeten, erhielten sie stets die Auskunft, dass die Stelle vergeben war.
Das Unternehmen bot den Bewerbern jedoch an, gegen Entgelt Bewerbungen für sie zu verfassen. Problematisch an dem Fall war, dass sich der Job-Vermittler trotz Löschung seines Kontos in der Internet-Jobbörse der BA immer wieder neu anmeldete.


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