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Neues Gehaltssystem für Topleute

Commerzbank geht an die Boni

Spezial: Commerzbank
Spezial: Commerzbank

Die Commerzbank verschluckt sich an der Dresdner - und der Staat muss zu Hilfe eilen, um den großen Kollaps abzuwenden. Das Spezial.
Ein Jahr nach der Teilverstaatlichung streicht die Commerzbank die Bonuszahlungen für ihre Top-Verdiener weiter zusammen. Künftig wird Extrageld nach strengen Regeln gezahlt und orientiert sich am nachhaltigen Erfolg der Bank. Wenn es schlecht läuft, gibt es sogar Abzüge.

So verlieren Manager ihren Anspruch auf die Zahlung, wenn sie aus Sicht der Bank zu hohe Risiken eingegangen sind, wie die zweitgrößte deutsche Bank mitteilte. Das Gleiche gilt für Investmentbanker, die ihre Ziele nicht erreichen. Zudem können variable Bezüge als Aktienanteile oder zeitlich verzögert ausgezahlt werden - und nicht mehr wie sonst üblich in bar im folgenden Jahr.

Das neue Vergütungssystem wird von Januar 2010 an eingeführt und betrifft die Führungsebene mit rund 2000 Investmentbankern sowie 500 Managern. Für den Vorstand rund um Martin Blessing gilt die neue Regel nicht: Die Gehälter der Vorstände waren bereits beim Einstieg des Staates auf 500 000 Euro begrenzt und ihre Bonuszahlungen gestrichen worden. Die Regelung führe "in besseren Zeiten zu höheren und in schlechteren Zeiten zu niedrigeren Zahlungen", sagte Personalvorstand Ulrich Sieber laut Mitteilung.

Überzogene Boni, die risikoreiches Verhalten von Investmentbankern belohnten, gelten als ein Auslöser der weltweiten Finanzkrise. Die Regierungen der führenden Wirtschaftsnationen hatten zuletzt angekündigt, die Finanzbranche enger an die Kandare nehmen zu wollen, um eine neue Krise zu verhindern. Regierungen, Aufsichtsbehörden und Banken ringen derzeit um die Details und den Zeitplan.

Die EU-Finanzminister beschlossen gestern eine Verhandlungsposition für eine geplante EU-Richtlinie. Danach sollen Banken bei überhöhten Manager-Vergütungen künftig Sanktionen drohen. Nationale Aufsichtsbehörden sollen unter anderem Geldstrafen verhängen können, wenn sich Banken nicht an die EU-Vorgaben für eine angemessene Vergütung halten.

Auf Basis des Ministerratsbeschlusses soll der schwedische EU-Ratsvorsitz in den kommenden Monaten mit dem Europaparlament über die genaue Ausgestaltung der Gesetzesvorschriften verhandeln. Die geplante Richtlinie sieht auch schärfere Eigenkapitalvorschriften für Banken vor.

Für Dienstagabend wurde zudem die Präsentation der US-Pläne zur Regulierung des Finanzsektors durch den Vorsitzenden des Bankenkomitees im Senat, Christopher Dodd, erwartet. Insider berichteten, Dodd unterstütze das Vorhaben der Regierung zur Gründung einer Verbraucherschutzbehörde. Die Notenbank Federal Reserve solle die Aufsicht des Bankensektors ebenso abgeben wie seine Aufgaben beim Verbraucherschutz. Stattdessen wolle der Senator eine Behörde zur Überwachung systemischer Risiken einführen, die mehr Befugnisse haben solle als ursprünglich von der Regierung von US-Präsident Barack Obama vorgesehen.

Die Börsenaufsicht SEC solle sich künftig durch Gebühren selbst finanzieren, um nicht jedes Jahr vom Kongress die Geldmittel absegnen lassen zu müssen. Experten rechnen damit, dass die Vorschläge Dodds zu weit gehen, um eine Mehrheit im Senat zu finden. Das bedeute, das es Kompromisse geben müsse. ( rtr/afp/dpa)


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Dokument erstellt am 10.11.2009 um 17:03:04 Uhr
Letzte Änderung am 10.11.2009 um 21:11:34 Uhr
Erscheinungsdatum 11.11.2009 | Ausgabe: d
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