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Hartz IV

Eine Familie rechnet ihr Leben vor

Das reiche Deutschland lässt den Ärmsten nicht viel zum Leben - wie das Beispiel einer vierköpfigen Familie zeigt, die mit Hartz IV zurechtkommen muss.
Von Sabine Hamacher

Jan Weber, 44, hat 20 Jahre als Restaurantfachmann gearbeitet, dann musste er wegen Krankheit aufhören. Als ihn sein Umschulungsberater fragte, was er sich denn so vorstellen könnte, sagte er: Silberschmied oder Lederbearbeitung.

Darauf hieß es: "Sie werden jetzt Bürokaufmann." Eineinhalb Jahre wartete Jan Weber auf die Umschulung, suchte nach deren Abschluss dann ein Jahr lang vergeblich eine Stelle. "Es gab für mich einfach kein Angebot." Jan Weber jobbte in der Metallindustrie und verkaufte Motorräder. Dann kam irgendwann Hartz IV.

Der Mittvierziger mit dem Pferdeschwanz und der bunten Kette um den Hals wirkt, als könnte ihn so schnell nichts umhauen. Jetzt macht er eine Ausbildung im Altenheim, arbeitet dort mit "demenziell veränderten Menschen".

Alles über Hartz I bis IV
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Die große Bilanz: Armut per Gesetz oder Chance für die Hoffnungslosen? Die Meinungen über die gewaltigste Sozialreform der Nachkriegszeit gehen auseinander. Die wichtigsten Instrumente aus den vier Hartz-Gesetzen: Was funktioniert? Was floppt? FR-online.de zieht Bilanz.
Mit Menschen hat er gern zu tun; Betreuung liegt ihm, er hat Spaß daran, den Leuten Anregungen zu geben; pflegen dagegen möchte er nicht. 150 Euro von der "Aufwandsentschädigung" darf er behalten, bezahlte Urlaubs- oder Krankheitstage gibt es nicht. Am Ende der Ausbildung winkt ein Zertifikat. "Was dann kommt, muss man sehen."

Dass bei Hartz IV für Kinder und Jugendliche bisher nur ein Teil des Erwachsenensatzes veranschlagt wurde, ist für ihn nicht nachvollziehbar. "Vom Bauchgefühl her müsste es genau umgekehrt sein. Ich kann ja viel länger mit meinen Kleidern rumlaufen als so ein Bub, der auf der Straße rumturnt und mit dem Rad hinknallt." Sprüche von der "sozialen Hängematte" bringen Jan Weber auf die Palme. Jemanden wie Roland Koch - "den muss man einfach gern haben".

Janine Engler, 39, will unbedingt nachmittags zu Hause sein, wenn ihr Sohn aus der Schule kommt. "Ich mache praktisch die Schule noch mal mit Jamie zusammen", sagt die zierliche, kleine Frau im weiten Sweatshirt. Geld für Nachhilfe ist nicht drin. Sie jobbt stundenweise, darf von dem Verdienst aber nur 100 Euro behalten, ohne dass dieser angerechnet wird.

Früher hat sie bei einer großen Firma im Büro gearbeitet, aber vor zehn Jahren, während ihres Erziehungsurlaubs, "hat man uns wegrationalisiert". Etwa gleichzeitig wurde Jan Weber krank, mit dem sie seit 22 Jahren zusammen ist.

"Ich bräuchte keine Erhöhung des Regelsatzes, wenn das Kindergeld nicht auf Hartz IV angerechnet und ihnen voll zugute kommen würde", sagt sie. Janine Engler selbst kommt mit wenig aus. "Was brauch´ ich schon? Das meiste gibt man eh für die Kinder aus. "

Jamie, 11, wollte schon als kleiner Junge nie Lokführer werden, sondern Anthropologe oder Biologe. Jetzt geht er in die sechste Klasse eines Gymnasiums und lernt Latein. Seine dunklen Haare trägt er lang; mit seinen langen schwarzen Wimpern "sieht er aus wie ein Mädchen", finden die stolzen Eltern.

Jamie bekommt Taschengeld, zehn Euro am Monatsanfang - und dann noch mal zehn Euro, wenn der Monat gut gelaufen ist. Dass seine Familie von Hartz IV lebt, scheint ihn bisher nicht zu stören. "In der Beziehung lebt er noch nicht so in der Realität", glaubt sein Vater. Obwohl auf seiner Schule auch Leute mit Geld sind. "Da kommt ein Bub auf den Abenteuerspielplatz mit einem 1500-Euro-Rad, da fass´ ich mir doch an den Kopf", sagt Weber.

Kim, 3, geht in einen städtischen Kindergarten und wird bis 16.30 Uhr abgeholt. Nachts braucht das Kleinkind noch Windeln, "und die sind teuer", sagen die Eltern.

Alle Namen und Altersangaben geändert. Die Redaktion.

Lesen Sie auf den nächsten Seiten, wie die Familie mit den Leistungen im Einzelnen zurechtkommt.


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Copyright © FR-online.de 2010
Dokument erstellt am 09.02.2010 um 16:43:03 Uhr
Letzte Änderung am 13.02.2010 um 13:50:03 Uhr
Erscheinungsdatum 10.02.2010 | Ausgabe: d
Kommentare
1. Das wenigste was man erwarten könnte ist
die Summe des Geldes hier notiert zu sehen die dieser Familie zur Verfügung steht.

Also die Erwerbsgemeinschaft erhält inklusive der Beträge die sie behalten können

Netto ca 1350 € plus warmmiete plus GZE

Rund 1900 € Netto das entspricht einem Brutto von etwa 2.600 €

entspricht einem Bruttolohn von ca 14 € / Stunde. plus 184 € Kindergeld x 2

Frage hätte er als Restaurantfachmann einen besseren Stundenlohn?


Und wieviel?



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2. @marilu
wenn sie schon eine detal. Aufrechnung machen dann bitte dat. genau und für jederm. nachvolzieb.!!!Auserdem geht es für sie nur um die Kosten,um die Menschen die arbeiten und für die dennoch so wenig "Haben"übrig bleibt was ja am Ende wohl relevant ist!

Für mich geht es am Ende der Debatte wohl eher darum das der
Lohn an sich viel zu niedrig ist um sich und ein Kind wirklich gut zu ernähren und am Ende auch alle zu versorgen und alles was an kosten da ist( Miete,Strom Gez.usw. auch zu bedienen.Egal ob es sich um HarzIV oder Niedriglohngruppen od.Aufstocker,od 1 € Jobber handelt.Es geht doch nur darum die Kosten zu verschieben das keiner mehr Verantwortung tragen will!! Die Verantwortung für dieses Systehm bekommt nur das sog.Polilteriat aufgebrummt dh.die kl. der kleinen.



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3. @ marilu
nur mal das sie unerträglicher sozialdarwinist:

Professor Fitoussi, wo liegt der Ursprung der Weltwirtschaftskrise?

In den Einkommensunterschieden. Sie haben vor der Krise ein Vierteljahrhundert lang in fast allen Ländern stark zugenommen. Einmal abgesehen von der zunehmenden Armut und Prekarität, die hinter diesen Statistiken stecken, wirkt sich Ungleichheit negativ auf den Konsum aus. Wer real weniger verdient, kann weniger kaufen; und wer umgekehrt sehr viel und immer mehr verdient, konsumiert das nicht mehr, sondern legt das Geld an. Das hatte zur Folge, dass einerseits die Nachfrage sank, andererseits stiegen die Börsenkurse und die Immobilienpreise.

lassen sie doch echt mal die hetzte weg und schauen sie doch wenigstens ein bissel den absahnern im großen stil auf die finger



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4. Nicht der geringste Gedanke an Hetze . nein
ich stellte Fragen bezogen auf den Bericht ohne Zahlen.

Im Hartz IV Rechner konnte ich die Zahlen eingeben und zu dem Hartz IV Satz kam dann die 100 € bzw 150 € die die Leute behalten dürfen.

Und dazu habe ich die Frage gestellt was denn der Familienvater in seinem Beruf heute verdienen würde.

Ja und es stellt sich doch noch eine weitere Frage.


Was verdient er wirklich wenn seine Ausbildung abgeschlossen ist und er einen normalen Job hat.


Dass es insgesamt zu wenig ist das stimmt doch.

Nur dass Hartz IV eben auch kaum ein Lohnabstand bedeutet das ist das Problem was mich umtreibt und fast jeden umtreiben sollte.



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5. zu hartz4
zu hartz4.da sich das sozialgeld ja auch an der ehemalig.sozialhilfe orientiert,
muss man sagen das der satz prozentual zum lebensunterhalt immer gestiegen ist, und an den lebenshaltungsk.angepasst worden ist.nun ist es ja auch so das es doch viele menschen gibt die immer auch etwas über ihre verhältnisse leben.auch sollte man seine lebensplanung auch an seine persönlichen möglichk.anpassen.zur erhöhung der regelsätze.es wäre doch schon vorteilhaft würden zum beispiel die tatsächl.wohnkosten übernommen
evt.strom.und eine erhöhung der freibeträge mei minijobs.der arbeitsmarkt
in deutschland ist sehr regional geprägt.die bereitschaft mit einer familie
umzuziehen wenn es doch einen job bringt sollte schon vorhanden sein.
auch gehört der begriff hartz4 aus dem sprachschatz.



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