Frankfurt. Das nun vorgelegte Sanierungskonzept für die Autobauer Opel und Vauxhall entspricht in weiten Teilen bisherigen Plänen.
Staatshilfe: Die Opel-Muttergesellschaft General Motors setzt den Finanzierungsbedarf für die Sanierung von Opel und der britischen Schwester Vauxhall nach wie vor mit 3,3 Milliarden Euro an. Eine nicht neue Zahl, die Experten stets als zu niedrig angesetzt sehen. Für realistischer halten sie sechs Milliarden Euro, um dringend nötige Investitionen rasch anschieben zu können. Den Eigenbeitrag bei den 3,3 Milliarden Euro beziffert GM mit 600 Millionen, die bereits geflossen seien. Damit braucht Opel für die Sanierung 2,7 Milliarden Euro von außen, um die das Management nun die Regierungen in Ländern mit Opel-Standorten in Form von Darlehen und Bürgschaften gebeten hat.
Arbeitsplatzabbau: Das Management will in Europa bis 2014 rund 8300 Stellen streichen, davon betrifft der Großteil mit gut 3900 Jobs die Bundesrepublik. Das Werk in Antwerpen soll Mitte dieses Jahres geschlossen werden. Die gesamten Kosten für die Restrukturierung werden mit einer Milliarde Euro beziffert. Der Gesamtbetriebsrat sieht hingegen etwa 10000 Stellen bedroht. Das Management argumentiert aber, dass bei dieser Kalkulation rund 2000 Jobs aus einem bereits 2006 abgeschlossenen Altersteilzeitprogramm stammen, was sukzessive wirksam werde. Davon seien etwa 500 Arbeitsplätze in der Gesamtzahl von 8300 enthalten. Von den verbliebenen 1450 Altersteilzeitstellen, die jetzt verloren gingen, sollen 650 wieder eingerichtet werden, wenn es nötig und finanzierbar sei.
Investitionen: Bis 2014 will Opel elf Milliarden in eine Produktoffensive und Innovationen stecken. Davon ist etwa eine Milliarde für alternative Antriebe vorgesehen, die den Spritverbrauch signifikant senken sollen. 80 Prozent der Fahrzuegpalette sollen bis 2012 erneuert werden. Im Frühjahr 2008 hatte bereits der frühere Chef des Europageschäfts, Carl-Peter Forster ein Innovationsprogramm von neun Milliarden Euro angekündigt. Das nun geplante Programm stellt laut Unternehmen eine Art Ergänzung dar, sei aber umfassender. Speisen will das Management das Projekt zunächst aus der staatlichen Unterstützung, die es sich von europäischen Regierungen erwaret. Danach sollen die Investitionen möglichst aus eigener Kraft gestemmt werden.
Momentan wirtschaften Opel und Vauxhall in der Verlustzone. Verlassen werden soll diese 2011, einen bescheidenen Gewinn peilt die Unternehmensführung bis zum Jahr 2012 an. Weiter reicht die bislang veröffentlichte Finanzplanung nicht.


Bookmark
Verlinken






















