Rund 2,5 Milliarden Euro könnte der Staat im Jahr sparen, wenn er die steuerliche Absetzbarkeit von Dienstwagen begrenzen würde. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten des renommierten Wuppertal-Institut im Auftrag von Bündnis 90/Die Grünen.
Die Partei fordert, die fiskalischen Vorteile mit dem Kohlendioxid-Ausstoß zu koppeln und die Grenze bei maximal 140 Gramm pro Kilometer zu ziehen. Die Forscher warnen vor einem "Aufrüstungskampf um Statussymbole", den jene zu Lasten der Steuerzahlen führen, die sich große Schlitten mit hohem Kohlendioxid-Verbrauch zulegen. Etwa die Hälfte der Zulassungen sind nach wie vor gewerblich.
Wie stark der Steuerzahler mit von der Partie ist, verdeutlicht das Wuppertal-Institut anhand eines Porsche Cayenne Turbo S, Neupreis netto etwa 98 000 Euro: Bei einem Grenzsteuersatz von 40 Prozent beteiligt sich der Fiskus an den jährlichen Kosten mit knapp 9000 Euro, macht bei einer Abschreibungszeit von sechs Jahren sage und schreibe 54 000 Euro.
Die Bundesregierung müsse dringend die steuerliche Förderung von großen Dienstwagen reformieren, sagte die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn der Frankfurter Rundschau. Dies sei umso dringlicher als gerade die ökologisch orientierte Reform der Kfz-Steuer gescheitert sei. "Es ist nicht nachvollziehbar, wenn ein spritschluckender Porsche Cayenne als Dienstwagen mit 54 000 Euro gefördert wird." In Zeiten des Klimawandels und des knappen Erdöls mache es keinen Sinn, dass der Steuerzahler Millionen für den Absatz spritschluckender Limousinen und Geländewagen ausgebe.
Dass die Bundesregierung sich dieses Themas annimmt, scheint nach dem Scheitern der Kfz-Steuerreform mehr als unwahrscheinlich. Vorgesehen war eine Steuerbemessung am CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs und nicht mehr an dessen Hubraum. Solche Gesetze, die zudem zusätzlich finanzielle Anreize für die Anschaffung eines spritsparenden Fahrzeuges bieten, gibt es bereits in Frankreich und Italien, was der dortigen Autoindustrie einem erheblichen Schub beschert hat.
Die deutsche Autobranche leidet dagegen unter einer wieder abgeflauten Nachfrage nach Neufahrzeugen - für die Branche ganz klar ein Zeichen der Verunsicherung vieler Autokäufer in Sachen Kfz-Steuer.


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