Rietschen. Ein aus der Lausitz stammender junger Wolf ist innerhalb von vier Monaten nach Litauen gewandert. Wie das Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" am Dienstag in Rietschen mitteilte, hatte der mit einem GPS-Sender ausgestattete Wolf Alan Ende April die Lausitz verlassen und in etwa zwei Monaten Polen durchquert. Der einjährige Rüde aus dem Nochtener Rudel habe sich in Weißrussland und in einem Wald an der weißrussisch-polnischen Grenze aufgehalten, bevor er Ende vergangener Woche Litauen erreichte.
Sein Bruder Karl, der ebenfalls mit einem Sender versehen wurde, halte sich dagegen schwerpunktmäßig noch in seinem Elternterritorium auf. Ab und zu unternehme er Ausflüge in die Gebiete der benachbarten Rudel. Auch der dritte Wolf mit Sender hält sich weiter in der Lausitz auf.
Die Tiere wurden für eine Pilotstudie zur Ausbreitung von Wölfen mit Sendern versehen. Das Projekt wird im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz vom Bundesumweltministerium gefördert.
Nach rund 100 Jahren ohne Wolfspopulation wurde 1996 in der Oberlausitz der erste Wolf gesichtet. Vor neun Jahren wurden laut Umweltministerium auf sächsischem Gebiet erstmals Welpen geboren. Derzeit leben in Sachsen 40 bis 45 Wölfe in fünf Rudeln. (ddp)


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