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Ironman Frankfurt
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16. März 2016

Ironman : „Das müsste man Frodeno fragen“

 Von 
Massenstart am Langener Waldsee beim Ironman Frankfurt. Künftig gehen die Teilnehmer in Gruppen nacheinander ins Wasser.  Foto: imago/Hartenfelser

Deutschland-Chef Björn Steinmetz spricht im Interview mit der Frankfurter Rundschau über das Starterfeld des Ironman Frankfurt und den Plänen nach 2016.

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Beim Ironman ist hinter den Kulissen sehr viel in Bewegung. Im vergangenen Sommer hat die Dalian Wanda Group aus China die World Triathlon Corporation vom US-Finanzinvestor Providence für 650 Millionen Dollar gekauft und besitzt nun die Lizenzen an der Marke Ironman. Wanda ging dann eine Zusammenarbeit mit Infront Sports&Media ein, bei denen der Blatter-Neffe Philippe Blatter an der Spitze steht.

Für Außenstehende ist das aktuelle Ironman-Geflecht schwer zu durchblicken. Wer steuert eigentlich die Geschicke des Frankfurt Ironman, Herr Steinmetz?
Es gibt kein Geflecht. Sowohl Infront als auch Ironman haben einen neuen, gemeinsamen Eigentümer. Die Geschicke der Ironman-Europameisterschaft werden seit jeher in Frankfurt für Frankfurt getroffen. Mein Team und ich sind die Steuereinheit für die vier deutschen und weitere Rennen.

An der Spitze von Ironman Europa steht neuerdings Hans-Peter Zurbrügg, der von Infront Sports & Media eingesetzt wurde. Warum tritt der Schweizer noch gar nicht in Erscheinung?
Ein guter Mannschaftskapitän muss nicht selbst alle Tore schießen und auch nicht im Vordergrund agieren, um dennoch präsent zu sein. Hans-Peter ist ein Kapitän, der seine Mitspieler dort einsetzt, wo sie ihre Stärken haben. In unserem Fall bedeutet das: Operativ und kommunikativ werden die Rennen mit den Partnern und den Städten umgesetzt.

Was ist für den Ironman am 3. Juli in Frankfurt zu erwarten?
Mit den Topathleten Andreas Raelert, Sebastian Kienle, Andreas Böcherer und dem Hawaii-Dritten Timothy O’Donnell haben wir ein leistungsstarkes Feld. Da Jan Frodeno beim Ironman Südafrika startet, können wir von einem sehr spannenden Rennverlauf ausgehen.

Der Ironman Südafrika findet bereits am 10. April statt. Der Titelverteidiger, Weltmeister und Sportler des Jahres gibt im Sommer aber der Konkurrenz in Roth den Vorzug: Empfinden Sie das nicht als Schlag ins Gesicht?
Es wäre gelogen, wenn wir nicht sagen würden, wir hätten ihn gerne am Start gehabt. Das gilt für jeden Triathlon-Veranstalter. Aber es gab Gründe, dass Jan Frodeno nach Roth geht – er möchte vielleicht einfach eine extrem schnelle Zeit hinlegen.

Vielleicht ging es auch um finanzielle Aspekte?
Das müsste man ihn und sein Management fragen. Wir haben auf jeden Fall mit ihm geredet und ein Angebot unterbreitet. Aber irgendwann war der Punkt erreicht, dass die Bedingungen für eine Verpflichtung nicht mehr gestimmt haben.

Hat er sich verzockt?
Nein, er hat eine Entscheidung getroffen. Das ist sein gutes Recht, und wir halten ihm die Daumen, egal wo er startet.

Das „Hamburger Abendblatt“ hatte berichtet, der Ironman Germany würde nach Hamburg umziehen. Weil die neuen Ironman-Besitzer auch noch den Veranstalter Lagardère Unlimited Event übernommen haben, die den Hamburger Triathlon auf der Olympischen Distanz ausrichtet.
Es ist richtig, dass wir Verantwortung in Hamburg übernommen haben. Es ist aber falsch, dass wir planen, den Ironman Frankfurt nach Hamburg zu verlegen. Wir haben überhaupt keinen Anlass, das zu tun und befinden uns in sehr guten Gesprächen mit der Stadt Frankfurt über eine Verlängerung des Host-City-Vertrages. Für uns ist das Wichtigste, dass wir die Vertragsgrundlagen schaffen, die nächsten drei Jahre die Europameisterschaften hier auszutragen.

Wie laufen die Verhandlungen?
Wir führen jetzt schon Gespräche, wobei es darum geht, die teilweise sehr alten vertraglichen Konstrukte zu überarbeiten. Ziel ist es, im Laufe des Sommers die Vertragsverlängerung bekannt zu geben. Am besten bis zum Rennen.

Die Stadt hat dem Vernehmen nach bislang einen Zuschuss von 300 000 Euro gewährt. Ist das Bedingung für den Abschluss?
Eine Förderung in dieser Größenordnung werden wir weiterhin brauchen, um das Rennen zu veranstalten. Das ist ein sehr wichtiger Faktor, damit dieser Ironman unter ökonomischen Gesichtspunkten stattfinden kann.

Björn Steinmetz ist Geschäftsführer der Ironman Germany GmbH. Der 43-Jährige arbeitet seit 2013 für die Marke.

Was wird sich in diesem Jahr verändern?
Wir haben unserer Startprozedere am Langener Waldsee umgestellt und werden erstmals mit dem so genannten ‚rolling start‘ ins Wasser gehen. Ähnlich wie bei einem Marathon starten die Teilnehmer also in zeitlichen Abständen, so dass sich ein entspannteres Schwimmen ergibt. Wir wollen das Feld damit auch auf der Radstrecke entzerren. Im Bereich der Laufstrecke werden wir mehr mit Hotspots arbeiten und eine starke Plakatierung vornehmen, um auf die 15-jährige Geschichte hinzuweisen.

Warum gelingt es eigentlich nicht, einen Hauptsponsor für eine solch etablierte Veranstaltung zu gewinnen? Dasselbe Problem plagt in Frankfurt das Radrennen und den Marathon.
Die Akquise von Sponsoren ist ein Thema, bei dem wir eng mit unserer neuen Schwesterfirma Infront arbeiten. Hans-Peter und sein Team haben rund um unsere Ironman European Tour bereits in den ersten Wochen großartige Kontakte geknüpft.

Aber der Hauptsponsor hier fehlt. Ist Frankfurt nur eine Fußball- und keine Sportstadt?
Natürlich ist Fußball ein übermächtiger Player. Es geht nicht um das eine oder das andere, sondern um das eine und das andere. Dies sollten Städte, Organisatoren und Partner zu einem Eintageswettkampf in einer der härtesten Ausdauersportarten der Welt stärker herausstellen.

Welches Wachstumspotenzial steckt im Triathlon?
Die Wachstumsraten liegen auf dem europäischen Markt derzeit bei rund sieben Prozent, wobei es regional sehr unterschiedlich ist. Im Rhein-Main-Gebiet ist der Markt im Grunde fast schon ausgereizt. Es gibt aber Regionen, in denen der Sport noch nicht so verankert ist. Bevor wir daher über einen zweiten deutschen Ironman reden, wollen wir erst einmal schauen, wie der Ironman Maastricht direkt an der deutsch-niederländischen Grenze angenommen wird.

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