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Ironman Frankfurt
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08. Juli 2015

Ironman Frankfurt: Tod nach Ironman

 Von 
Extreme Hitze beim Ironman in Frankfurt.  Foto: Schick

Beim Ironman in Frankfurt ist es zu einem tragischen Todesfall gekommen. Ein Athlet stirbt drei Tage nach der Veranstaltung an den Folgen der Anstrengung in der Hitze.

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Ein Triathlet ist drei Tage nach dem Frankfurter Ironman gestorben. Der 30-jährige Brite erlag den Folgen der extremen Anstrengungen der Hitzeschlacht. Offensichtlich hatte der Mann während seines zwölfstündigen Wettkampfes zu wenig Salz zu sich genommen. „Der Mann ist heute offiziell für tot erklärt worden“, teilt Leo Latasch, Ärztlicher Rettungsdienstleiter beim Frankfurter Gesundheitsamt, der FR mit. Der Mann war am Sonntag hinter der Ziellinie zusammengebrochen. Seitdem war er in einem Frankfurter Krankenhaus behandelt worden. Eine Hirnschwellung hatte zum Tod des Amateursportlers geführt.

„Der Mann ist bewusstlos geworden und hatte Krampfanfälle“, berichtet Latasch. Noch vor Ort wurde er in einem Intensivzelt des Roten Kreuzes medizinisch versorgt. „Wir haben sofort alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet.“ Doch der Zustand des Athleten habe sich in der Klinik extrem schnell verschlechtert. Das Gehirn sei stark angeschwollen, so der Rettungsdienstleiter. Weder Medikamente noch eine Operation hätten helfen können.

Die Ursache sieht Latasch in der mangelnden Salzversorgung. Der Brite habe wohl nur Leitungswasser getrunken, das sehr wenig Natrium enthält. Wenn der Körper schwitze, verliere er besonders Natrium. Mangel an dem Mineralstoff führt dazu, dass der Wasser-Elektrolyt-Haushalt des Gehirns gestört wird.

Die Teilnehmer starten am 05.07.2015 zur Ironman European Championship im Langener Waldsee. Ein Australier bricht am Abend nach dem Zieleinlauf zusammen und stirbt drei Tage später im Krankenhaus.  Foto: dpa

Das Team des Ironman-Veranstalters zeigte sich bestürzt über den Tod des Athleten. „Wir stehen unter Schock“, sagt Sprecher Stefan Jäger auf Anfrage. Man habe alles getan, um die Sportler auf den Tag vorzubereiten. In Briefings per E-Mail und auf einer verpflichtenden Rennbesprechung hätten sie Hitzetipps und Empfehlungen erteilt.

Zudem habe es entlang der Laufstrecke sieben Verpflegungsstationen gegeben. Alle 1,5 Kilometer konnten sich die Sportler mit Salzsticks, salzhaltiger Nahrung und Getränken versorgen. Die Veranstalter hatten zudem 14 Tonnen Eis bestellt. Außerdem hatte das Gesundheitsamt unter anderem für eine erhöhte Kapazität an Rettungswagen und 1000 zusätzliche Infusionslösungen gesorgt. Neben einem 30-köpfigen Ärzteteam waren 350 Helfer vom Roten Kreuz im Einsatz.

20 Prozent der Teilnehmer brechen ab

In den vergangenen fünf Jahren sei es bei zwei Teilnehmerinnen zu ähnlichen Symptomen wie bei dem Verstorbenen gekommen, berichtet Latasch. Doch beide waren nach einem Klinikaufenthalt geheilt. Insgesamt waren in diesem Jahr 24 Triathleten ins Krankenhaus gebracht worden. Ungewöhnlich hoch war in diesem Jahr die Zahl der Intensivfälle. Sieben Sportler mussten auf der Intensivstation betreut werden. Sie konnten mittlerweile alle wieder entlassen werden.

Von den 2643 Eisenmännern und -frauen, die das Rennen begannen, hatten rund 572 abgebrochen, also etwa 20 Prozent. Das seien fast doppelt so viele wie bei normalen Bedingungen, so Jäger. Trotz der Hitze mussten die Ärzte und Sanitäter mit mehr als 400 Hilfeleistungen nicht viel öfter behandeln als sonst. „Viele Athleten haben auf unseren Rat, sich nicht zu verausgaben, gehört“, sagt Latasch.

Der Brite möglicherweise nicht. Er hatte den Wettkampf gegen 19 Uhr beendet. Das bedeutet, dass er mehr als zwölf Stunden unterwegs gewesen ist. Gegen 6.40 Uhr beginnt der Ironman am Langener Waldsee mit 3,8 Kilometer schwimmen, es folgt 180 Kilometer Rad fahren, bevor die Athleten eine Marathondistanz von 42 Kilometern hinter sich bringen müssen. Die Bedingungen waren dieses Mal bei über 35 Grad extrem hart. Besonders die letzte Distanz: Die vier Runden à 10 Kilometer verliefen hauptsächlich in der Sonne. Dabei hatte der Veranstalter bereits erreicht, dass die Strecke ein Stück weiter in den Schatten verlegt wurde.

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Latasch hatte zwischenzeitlich sogar den Abbruch des Ironman erwogen. „Ab 20 Uhr haben wir uns alle halbe Stunde getroffen und beraten.“ Durch die Hitze seien die Intensivstationen in den umliegenden Krankenhäusern ohnehin schon stark beansprucht gewesen, sagt er.

Hinzu kamen die Patienten, die beim Ironman intensiv betreut werden mussten. Da wäre es eng geworden, so Latasch. Doch die Betten reichten. Das Ärzteteam entschied sich gegen einen Stopp des Triathlons.

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