Israel-Iran-Konflikt
Der Atomstreit zwischen Israel und Iran.

15. August 2012

Konflikt mit Iran: Israel droht mit 30-Tage-Krieg

 Von Damir Fras
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu fehlt für einen Angriff auf den Iran die entscheidende Unterstützung sowohl im Militär als auch im Sicherheitskabinett.  Foto: dpa

Laut israelischen Medienberichten können sich Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Barak derzeit einen Schlag gegen den Iran vorstellen, sogar noch vor der US-Präsidentenwahl im November. Mehr Einsatz im Iran-Konflikt erwartet Israel derweil auch von den USA.

Drucken per Mail
Jerusalem –  

Während der Botschafter seine Botschaft an die Obama-Regierung noch ein wenig diplomatisch verbrämte, wurde in Jerusalem der scheidende Zivilschutzminister Matan Vilnai sehr viel deutlicher. Die Regierung rechne damit, dass ein israelischer Angriff auf die iranischen Atomanlagen einen rund 30 Tage langen Krieg auslösen dürfte, in dem in Israel etwa 500 Menschen durch iranische Raketentreffer ums Leben kommen würden, sagte er der Zeitung Maariv. Die Streitkräfte seien darauf vorbereitet, an mehreren Fronten Krieg zu führen.

In israelischen Medienberichten hatte es zuvor schon geheißen, Premier Benjamin Netanjahu wolle offenbar nicht mehr lange mit einem Angriff warten. Noch vor der Präsidentschaftswahl in den USA am 6. November könne es soweit sein. Netanjahu habe von Obama zudem neue öffentliche Sicherheitsgarantien für Israel verlangt.

Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Unklar ist auch, ob die in die Medienberichte über die Bereitschaft Israels, schon bald zu den Waffen zu greifen, korrekt sind oder nur dazu dienen sollen, den Druck auf die US-Regierung zu erhöhen.

Romney hat weniger Skrupel

Obama könnte von den Wählern in den USA als außenpolitisch geschwächt wahrgenommen werden, sollte er sich auf eine rein diplomatische Lösung des Streits um das iranische Nuklearprogramm festlegen. Das könnte seinem Herausforderer Mitt Romney wichtige Stimmen einbringen. Der Republikaner hat bereits mehrfach öffentlich erklärt, er wolle Israel uneingeschränkt unterstützen.

Um dem Druck zu begegnen, schickte Obama zunächst seinen Verteidigungsminister vor. Leon Panetta erklärte, es gebe immer noch Raum für eine diplomatische Lösung. US-Generalstabschef Martin Dempsey gab zu bedenken, dass die israelischen Streitkräfte wahrscheinlich nicht in der Lage seien, Irans Atomprogramm zu zerstören, sondern nur seine Entwicklung zu verzögern.

Irans Führung versichert, das Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Diese Darstellung wird allerdings von der UN-Atomenergiebehörde angezweifelt. Seit Anfang Juli gelten neue internationale Finanzsanktionen gegen den Iran. Die EU hat zudem ein Ölembargo verhängt.

Jetzt kommentieren

Spezial

Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.


Interaktive Karte
Spezial: Israel-Iran-Konflikt
ANZEIGE
- Business
- Kauftipps!