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02. Januar 2013

Analyse zu Windows 8: Ins Abseits gekachelt

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Das Microsoft Surface Tablet. Foto: dpa

Das neue Windows 8 ist bisher alles andere als ein Verkaufsschlager. Immer fraglicher erscheint inzwischen, ob es Microsoft gelingt, die Kunden auf breiter Front an das neue Betriebssystem zu gewöhnen

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Ende Oktober gab Microsoft-Chef Steve Ballmer noch vor, bester Dinge zu sein. „Der Enthusiasmus für Windows 8 ist groß“ sagte er und verwies auf 40 Millionen Vorbestellungen für das neue Betriebssystem. Zusammen mit Windows RT für Tablets und Windows Phone 8 für Handys wollte Ballmer zum Befreiungsschlag ausholen. Denn auf mobilen Geräten dominieren bereits andere Betriebssysteme wie Android von Google und iOS von Apple.

Zwei Wochen verlor Windows-Chef Steven Sinofsky ohne Vorwarnung seinen Posten – und die ersten Zweifel an der Erfolgsstory kamen auf. Neue Erhebungen belegen nun, dass das neue Windows eine herbe Enttäuschung für Ballmer ist – auch wenn Microsoft selbst noch keine offiziellen Zahlen vorgelegt hat.

Doch der Windows-8-Marktanteil wird von Analysediensten geschätzt: Im Dezember lag er bei PCs und Desktops lediglich bei 1,7 Prozent, wie aus den Statistiken von Net Applications hervorgeht. Für Deutschland stellte Webtrekk im vierten Quartal 2012 einen Anteil von 0,56 Prozent fest. Offenbar haben selbst die starken Rabatte bei Upgrades auf Windows 8 nichts gebracht. Bei Smartphones und Tablets schneidet das neue Windows sogar noch schlechter ab. Zum Vergleich: Zwei Monate nach Einführung kam Windows 7 bereits auf knapp sechs Prozent Marktanteil, der danach weiter steil anstieg.

Die alte Microsoft-Masche der Kundenbevormundung zieht nicht mehr. Auch das neue Betriebssystem wird wieder mit aller Macht in den Markt gedrückt, einschließlich Vertriebsverträgen mit den PC- und Tabletherstellern. Doch für die ist Windows 8 ebenfalls zum Problem geworden. Die Hardware-Riesen Acer und Fujitsu beklagen sich über zurückhaltende Kunden und miese Verkaufszahlen wegen Windows 8. Vor allem Firmenkunden wollen davon nichts wissen.

Immer fraglicher erscheint deshalb, ob es Microsoft gelingt, die Kunden auf breiter Front an das neue Betriebssystem zu gewöhnen. Windows 8 war als Neustart für den US-Konzern gedacht. Zwar ist die Steuerung über den Touchscreen und mittels großer Kacheln („Live-Tiles“) tatsächlich innovativ. Sie ist aber auch gewöhnungsbedürftig, die Einarbeitung nimmt etwa zwei Wochen in Anspruch. Angesichts geringer praktischer Vorteile ist das für Unternehmen inakzeptabel und auch für die private Nutzung nicht gerade attraktiv.

Microsoft will Windows 8 als neue universelle Schnittstellensprache zwischen Mensch und Computer etablieren – egal, welches Gerät gerade benutzt wird. Die Basis dafür wollte der Konzern mit seinem Quasi-Monopol auf PC-Betriebssysteme schaffen. Mit der Gewöhnung würden dann auch die Telefone mit Windows Phone 8 interessant. Microsoft wäre in der Lage, die neuen Konkurrenten wieder in die Schranken zu weisen.

Bleibt Windows 8 allerdings ein Ladenhüter – und danach sieht es gerade aus –, dann fällt diese Strategie wie ein Kartenhaus zusammen und wird den Abstieg von Microsoft sogar noch beschleunigen. Das neue Betriebssystem könnte den Kundenstrom noch stärken in die Richtung der Konkurrenz lenken und die Verlagerung weg vom PC hin zu Tablets und Smartphones noch beschleunigen. Sogar für Steve Ballmer wird es dann engen, mutmaßen einige Technologie-Blogs in den USA bereits.

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