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13. November 2012

Berliner Internet-Start-ups: Google investiert in die Factory

 Von Jutta Maier
Computerbild der Berliner Factory, die auf dem Gelände der ehemaligen Oswald-Brauerei an der Bernauer Straße in Mitte entsteht. Foto: Dr. Ralf Bremer

Google will junge Internet-Firmen in Berlin mit einer Million Euro unterstützen. Denn von der Hauptstadt erwartet der Technologiekonzern viel. Ein "fruchtbares Ökosystem für Start-ups" werde entstehen.

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Zu denjenigen, die derzeit in Berlin das nächste Silicon Valley entstehen sehen, zählt auch der Technologiekonzern Google. Der US-Konzern kündigte am Dienstag an, innerhalb der kommenden drei Jahre eine Million Euro in das Berliner Gründerzentrum Factory zu investieren. Das Ziel ist, junge Internet-Firmen zu unterstützen. Der 12.000 Quadratmeter große Factory-Komplex entsteht derzeit auf dem Gelände der früheren Oswald-Brauerei nahe der Mauergedenkstätte in Mitte. Im März 2013 sollen dort Berliner Internet-Start-ups einziehen und Firmen wie Mozilla, der Hersteller des Internet-Browsers.

"Wir sind fest davon überzeugt, dass an diesem historischen Standort ein fruchtbares Ökosystem für Gründer, Entwickler und Start-ups entstehen wird", sagte Google-Koordinator Max Senges. "Berlin ist über die Phase hinaus, bei der man bei der Internet-Start-up-Branche von einem Hype sprechen kann", fügte ein Google-Sprecher hinzu. "Das ist eine reale, greifbare Entwicklung." Eine Entwicklung, bei der der Technologiekonzern mitmischen will.

Trainings und Mentoren

Konkret geht es um Trainingsprogramme und Veranstaltungen für Unternehmer und Entwickler auch außerhalb der Factory, die Google mit Partnern durchführen wird. Geplant ist ein Mentorenprogramm, bei dem sich Google-Fachleute als Trainer und Ratgeber persönlich einbringen. "Wenn sich zwischen einem Start-up und einem Google-Mitarbeiter eine Verbindung entwickelt, bleibt der Mitarbeiter auch längerfristig ansprechbar." Darüber hinaus wird Google den Entwicklern in der Factory in einem Techniklabor Tablet-Rechner sowie Software-Pakete mit Google-Diensten zur Verfügung stellen.

Noch am Laufen seien Gespräche mit der Factory und anderen Partnern, um gemeinsam ein umfassendes, systematisches Förderprogramm aufzusetzen, so der Google-Sprecher. Ob der Technologiekonzern dafür zusätzliches Geld locker machen wird, konnte er noch nicht sagen. Google-Koordinator Max Senges geht es um nicht weniger als die "Förderung des internetbasierten Unternehmertums in Deutschland." Man erhoffe sich eine bundesweite Wirkung und wolle eine Vorbildfunktion einnehmen, erläutert der Google-Sprecher.

Soziales Netzwerk entscheidend

Die Investoren, die hinter der Factory stehen, sind der Immobilienhändler Simon Schaefer und die Firma JMES Investments. Der Campus an der Bernauer Straße hat bereits begonnen, sich mit Leben zu füllen: Firmen wie Soundcloud, Versus IO, Toast oder Silicon Allee sind in den fertigen Teil der geplanten fünf Gebäude mit je fünf Stockwerken eingezogen. Auf dem Areal werden auch Gastronomie, Sport- und Veranstaltungsflächen untergebracht sein, die auf die Bedürfnisse der Start-ups ausgerichtet sind. Schließlich ist für den Erfolg der Factory das soziale Netzwerk entscheidend, das dort entsteht.

Angesichts des vielen Geldes, das derzeit in Internet-Start-ups fließt, fürchten manche das Entstehen einer Blase. Rechtsanwalt André Eggert, zu dessen Mandaten die erfolgreichen Start-ups Gidsy und Soundcloud zählen, sieht das anders: "Der Markt ist grundsätzlich noch nicht überhitzt." Die große Herausforderung sei aber, eine Finanzierungsstruktur für alle Gründungs- und Wachstumsphasen zu entwickeln. So habe sich zwar eine stabile Frühphasenförderung herausgebildet, doch Berlin habe Probleme, die Firmen finanziell weiterzutragen, wenn es um die nächste Runde gehe: Geld, das junge Firmen brauchen, um Kunden zu gewinnen oder Personal aufzubauen.

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