kalaydo.de Anzeigen

IT-Branche
Apple, Microsoft, SAP; RIM, Nokia, HTC - Nachrichten aus der IT-Branche.

08. Januar 2013

CES und Fernsehmarkt: Smart-TV oder dumme Glotze?

 Von 
Panasonic präsentiert seine Smart-TV auf der IFA 2012 in Berlin. (Archivfoto) Foto: imago

Die Elektronikmesse CES in Las Vegas zeigt: In der neuen digitalen Welt wird der Fernseher weiter eine Rolle spielen. Doch wie sieht der Bildschirm der Zukunft aus? Technisch simpel oder hochgerüstet? Eine Smart TV Alliance soll Programme vereinheitlichen.

Drucken per Mail

Alles spricht von Smartphones, Tablets und vom mobilen Internet. Dort ist das große Geld zu machen, wie Apple und Samsung, das heute einen Rekordgewinn vorstellte, jedes Quartal aufs neue zeigen. Doch auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas ist auch zu sehen: In der neuen digitalen Welt wird der Fernseher weiter eine Rolle spielen, und zwar im Wortsinn eine riesige. Der Fernseher wird der mit Abstand größte Bildschirm im Haushalt bleiben und auch nicht vom Tablet-PC verdrängt.

Ungeklärt ist allerdings, ob der Dumb- oder der Smart-Screen, die technisch simple oder die hochgerüstete Glotze mit eingebautem Hochleistungscomputer das Volumen-Modell der Zukunft wird. Auf der CES gibt es Entwicklungen in beide Richtungen. Auf der einen Seite rüsten die TV-Hersteller auf. Samsung stellte eine völlig überarbeitete Version des SmartTV vor. Gleich nach dem Einschalten können die Programme oder Dienste wie Fotos und Videos sowie Facebook gewählt werden. Samsung will außerdem größere Geräte anbieten. Mehr als die Hälfte der verkauften Fernseher sind inzwischen Internetfähig, doch ein erheblicher Teil der Käufer schließt das Gerät gar nicht ans Internet an.

Gemeinsame Plattform für Apps

Ein Problem der Hersteller der sogenannten schlauen Fernseher ist bislang, dass es für Entwickler sehr aufwendig ist, die Programme für jedes einzelne Gerät zu schreiben. Auf der CES gaben Technisat und Panasonic bekannt, sich der Smart TV Alliance anzuschließen. Dazu gehören unter anderem bereits Sharp, LG und Toshiba. Die TV-Hersteller wollen nun eine gemeinsame Plattform für die Entwicklung von Apps und anderen Anwendungen bereitstellen. Denn auf dem Großbildschirm ist es ähnlich wie mit dem Smartphone: Erst die vielen Zusatzprogramme, die installiert werden können, machen das Gerät richtig interessant für die Käufer. Nur Samsung und Sony gehen weiter allein ihren Weg.

Setzt sich der hochgerüstete Smart-TV durch? Oder bleibt der Fernseher ein „dummer Bildschirm“, wie zum Beispiel die Marktforscher von Forrester vorhersagen? Sie erwarten, dass Tablets und Smartphones die neuen Hauptrechenzentren der Privatnutzer werden – im Wohnzimmer und auch außerhalb. Wer zum Beispiel alle wichtigen Programme, Fotos und Unterlagen auf dem Tablet-PC dabei hat, kann sie auch auf einen Dumb-Screen im Hotel ausspielen. In diese Richtung deutet auch die Entwicklung neuer Spielkonsolen, die auf der CES vorgestellt wurden. Sie stellen die Rechenleistung und bilden das zentrale Datendrehkreuz für Games und Medien, der Fernseher wird zum Ausgabegerät degradiert.

Smart-TV nur noch unwesentlich teurer

Die wahrscheinlichste Variante ist, dass beide Welten nebeneinander existieren. Smart-TV kosten inzwischen nur noch einen geringen Aufpreis gegenüber herkömmlichen Modellen. Ein paar Dutzend Euro werden die meisten gerne bereit sein zu zahlen für die Extrafunktionen eines Geräts mit ordentlicher Rechenpower und vielen Möglichkeiten, auf Dienste in der Datenwolke zuzugreifen. Doch zum zentralen Rechner werden es die Fernseher wohl nicht schaffen. Dafür ist Mobilität inzwischen zu wichtig für die Nutzer geworden. Und deshalb wird den meisten auch in Zukunft ein abgespeckter Smart-TV ausreichen. Viel wichtiger wird sein, dass er gut mit Handy und Tablet zusammenarbeitet.

Jetzt kommentieren

Thema

Apple, Microsoft, SAP, Deutsche Telekom, RIM, Nokia, HTC - Nachrichten aus der IT-Branche. Das Thema.


Smartphone-Markt
Wer gewinnt den Smartphone-Wettbewerb?

Mit dem Galaxy S4 legt Samsung nach. Werden die Südkoreaner den Wettbewerb mit Apples iPhone gewinnen?

Ja, sehr bald: Der Funktionsumfang des Galaxy S4 ähnelt dem iPhone - aber es dürfte günstiger sein.
Ja, mittelfristig: Viele Leute werden zunächst noch aus Gewohnheit zu Apple greifen.
Nein: Fürs iPhone gibt es mehr und bessere Apps.
Nein: Entscheidend sind nicht Funktionen oder Preis-Leitungs-Verhältnis - sondern der von Apple gepflegte Kult.
Ich bin da noch nicht ganz sicher.
Mitreden

Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut - und der Staat stützt die Konjunktur. Reden Sie mit.

Smartphone-Markt
Anzeige
Animation

Die weltweite Ausbeutung der Schiefergas-Reserven könnte den Energiemarkt nachhaltig verändern: Animation mit Infos zu Vorkommen weltweit und der umstrittenen Fördermethode "Fracking".

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
FR-Spezial

Wendige Elektroautos statt schwerer Spritfresser, enges Bahnnetz statt weniger schneller Strecken - wie wir mobil bleiben.

FR-Spezial
Die IG Metall will in Kürze entscheiden, ob sie zu Warnstreiks in der Stahlindustrie aufruft.

Kurzarbeit, Jobabbau - wie sozial unsere Marktwirtschaft noch ist. Und: Hartz IV - Nachwirkungen der großen Sozialreform.

Frauen in die Aufsichtsräte

Die EU will, dass 40 Prozent der Aufsichtsräte weiblich sein sollen. Für Vorstände gilt das nicht. Eine gute Lösung?

22% Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen.
67% Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht.
11% Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend.

Euro-Krise

Das Märchen von den Griechen

Von Stephan Kaufmann | 22 Kommentare
Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen.

Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen. Es geht um „Lügen“, „Sorgen“ und der teuren „Rettung“. Dahinter verbergen sich knallharte Interessen. Mehr...

Anzeige
Faktencheck
Zurück zur Drachme um den Euro zu retten?

Griechenland steht im Ruf, über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Mythen über die Ursachen der Krise.

Anzeige
Insolvenz
Hunderte von Filialen hat Schlecker bereits geschlossen.

Der Insolvenzverwalter ist bestellt, jetzt beginnt die harte Zeit der Neuordnung von Schlecker. Wir erklären, wie es mit der Kette weitergeht.

Wirtschaft-Spezial

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.


Faktencheck
Steigende Beiträge zur Sozialversicherung - die Zukunft?

Was würde passieren, wenn Deutschland ein Sparpaket bewältigen müsste wie Griechenland? Ein erschreckendes Szenario.