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12. November 2012

Chef des Umweltbundesamts: Flasbarth: iPad muss verboten werden

 Von Stefan Sauer
Apple verkauft seit Kurzem sein iPad Mini. Ohne austauschbaren Akku. Foto: dapd

Beim iPad geht es nicht, beim Samsung Galaxy Tab auch nicht. Auch bei vielen Smartphones lässt sich der Akku nicht austauschen. Das Umweltbundesamt will solche Geräte verbieten. Die Unternehmen sagen, wechselbare Akkus seien zu teuer und unhandlich. Überzeugend ist das nicht.

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Industrieprodukte sind nicht unbegrenzt haltbar, das liegt in der Natur der Sache. Die meisten Glühbirnen, Autos oder Waschmaschinen aber gehen schneller kaputt, als es nach dem Stand der Technik sein müsste.

Die Unternehmen begründen diesen bestreitbaren Befund gern mit effizienten Herstellungsverfahren bei kostensparendem  Rohstoffeinsatz.  Extrem langlebige Produkte wären viel zu teuer, heißt es, und entsprächen nach mehrjähriger Nutzung naturgemäß nicht zeitgemäßen Standards. Unbestreitbar hat eine übersichtliche Lebensdauer den aus Herstellersicht schönen Nebeneffekt, dass Nachfrage auch auf weitgehend gesättigten Märkten dauerhaft sicher gestellt ist.

Tablet-Absatz
Tablet-Absatz

Wenn’s denn sein muss, hilft man dem ein wenig nach. Bei  den allermeisten Tablet-Laptops und Smartphones  geschieht dies, indem man die verschleißträchtigste Komponente - den Akku - auf eine Weise in die Geräte einbaut, dass ein Austausch völlig unwirtschaftlich wird. Der Präsident des Bundesumweltamt, Jochen Flasbarth, hat nun vorgeschlagen, solche Geräte schlichtweg zu verbieten, um den Verbrauch wertvoller Rohstoffe einzuschränken und die Möglichkeiten des Recycling zu verbessern.

Akku-Leistung sinkt rapide

Flasbarth trifft damit durchaus einen Punkt: Denn die Leistung eines  Akkus geht in der Regel nach etwa 500 Ladevorgängen rapide in den Keller, bevor das Bauteil – meist nur wenig später – den Geist vollends aufgibt. Für viel genutzte Geräten bedeutet das: Nach zwei, spätestens drei Jahren ist Schluss mit Lustig. Just dann, wenn die Herstellergarantie ausgelaufen ist, müssten Tablets und Co. zum Austausch des Akkus eingeschickt werden. Dabei würden die Kosten den Restwert des Produkts allerdings übersteigen. Was tun? Man kauft ein neues Produkt.

Die von den Herstellern angeführten „technischen“ Gründe für den faktisch unmöglichen Akku-Tausch sind nicht sonderlich überzeugend. Da heißt es beispielsweise, ein austauschbarer Akku, wie er etwa in Digitalkameras zum Einsatz kommt,  fiele viel zu dick und klobig aus, als dass er in den superdünnen Tablets und Phones unter käme.  Zudem bedinge das Diktat des Platzsparens, den Akku so zu integrieren, dass ein einfaches Auswechseln unmöglich sei. 

Dies scheint allerdings eher eine Frage des Wollen als eine des Könnens. Bei Toshiba-Tablets zum Beispiel kann der Akku, nach Abschrauben der Rückwand, problemlos entfernt werden. Diese Möglichkeit ist zwar ganz offenbar nicht im Sinne des Erfinders, da Toshiba weder auf den Ausbau hinweist, noch Ersatz-Akkus bewirbt. Es zeigt aber, wie wenig triftig die Argumente der Hersteller sind. Deutlicher noch wird dies bei einem Business-Tablet  von Dell: Es verfügt - ganz offiziell - über einen austauschbaren Akku. Geht doch.

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Mit dem Galaxy S4 legt Samsung nach. Werden die Südkoreaner den Wettbewerb mit Apples iPhone gewinnen?

Ja, sehr bald: Der Funktionsumfang des Galaxy S4 ähnelt dem iPhone - aber es dürfte günstiger sein.
Ja, mittelfristig: Viele Leute werden zunächst noch aus Gewohnheit zu Apple greifen.
Nein: Fürs iPhone gibt es mehr und bessere Apps.
Nein: Entscheidend sind nicht Funktionen oder Preis-Leitungs-Verhältnis - sondern der von Apple gepflegte Kult.
Ich bin da noch nicht ganz sicher.
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