Aktuell: Ukraine | Rosetta-Mission | Fernbus-Markt | Fußball-News | Eintracht Frankfurt | Polizeimeldungen Frankfurt/Rhein-Main

IT-Branche
Apple, Microsoft, SAP; RIM, Nokia, HTC - Nachrichten aus der IT-Branche.

30. Oktober 2012

Daten der Handy-Kunden: O2 verkauft Kundendaten

 Von Bettina Vestring
Die Telefonica-Tochter O2 sammelt Kundendaten - und soll sie verkaufen. Foto: Reuters

Der Börsengang des Telefonanbieters O2 wird von einem neuen Angebot überschattet. Der O2-Mutterkonzern Telefonica will die Daten der Handy-Kunden teuer verkaufen - anonymisiert, wie der Konzern versichert. Datenschützer schlagen Alarm.

Drucken per Mail

Der Telefonanbieter O2 will die - allerdings anonymisierten - Bewegungsprofile seiner Handy-Kunden zu Geld machen. So soll beispielsweise erfasst und ausgewertet werden, welche Kunden wie lange welche Geschäfte besuchen und vor welchem Schaufenster sie verharren. Diese Informationen werden dann mit Angaben über Alter und Geschlecht des Kunden gekoppelt werden, um Handelsketten höchst genaue und aktuelle Marketing-Daten verkaufen zu können. Datenschützer sind entsetzt.

Für das neue Geschäftsfeld hat die spanische Telefonica, der Mutterkonzern von O2, im Oktober in London eigens eine neue Sparte mit den Namen Telefonica Dynamic Insights gegründet. Ihr Zweck sei es, „die Chancen zur Wertschöpfung aus Daten zu identifizieren und freizusetzen“, wie es in einer Pressemitteilung des Konzerns heißt. Telefonica Dynamic Insights werde Unternehmen und Behörden auf der ganzen Welt mit analytischen Erkenntnissen versorgen, die ihnen helfen werden, effizienter zu werden.

Das erste Programm, das die neue Telefonica-Tochter an den Markt bringt, ist "Smart Steps" (Schlaue Schritte), das die anonymisierten und aggregierten Bewegungsdaten der Handy-Kunden nutzt. Einzelhandelsunternehmen sollen damit in die Lage versetzt werden, zu verstehen, welche Faktoren Einfluss auf Besucherströme haben. Städtische Behörden können Smart Steps nutzen, um beispielsweise die Auswirkungen von längeren Ladenöffnungszeiten abzuschätzen.

„Große Bauchschmerzen“

Telefonica lässt sich nach eigenen Angaben beim Aufbau seines neuen Geschäftsfeldes von der Deutschen Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) beraten. Für Deutschland gebe es noch keine konkreten Pläne, sagte ein Telefonica-Sprecher am Dienstag in München. Er betonte: „Der Datenschutz muss zu hundert Prozent gewährleistet sein“. Telefonica ist hoch verschuldet und will mit dem Dienst eine neue Einkommensquelle

Der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, warnte vor dem hohen Missbrauchspotenzial der neuen Technik. "Standortdaten sind hochsensibel, weil eben über sie eindeutig erkennbar ist, wo sich jemand aufhält", sagte Weichert dem Sender HR-Info. "Insofern sehe ich es mit großen Bauchschmerzen, dass jetzt offensichtlich Telekommunikationsunternehmen beginnen, diese Daten in die Welt zu streuen."

Telefonica versicherte zwar, die Daten würden vollständig anonymisiert. Man halte sich grundsätzlich an die vorgegebenen datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Vorsorglich holt der Konzern deswegen schon einmal die Zustimmung seiner Kunden zur Auswertung ihrer Daten ein. Wer online einen neuen Handy-Vertrag bei O2 abschließt, muss im Kleingedruckten bereits zustimmen, dass der Konzern sowohl seine personenbezogenen Daten als auch seine Standortdaten verwenden darf.

Leichter Kursanstieg beim Börsengang

Die Aktie von O2 feierte ein erfolgreiches Börsendebüt. Die Papiere der Telefonica Deutschland Holding, die unter der Marke O2 das kleinste der vier deutschen Mobilfunknetze betreibt, starteten am Dienstag mit einem Kurs von 5,70 Euro in den Handel. Ausgegeben worden waren sie zu 5,60 Euro.

Mit einem Volumen von 1,45 Milliarden Euro ist O2 der größte Börsengang in Deutschland seit dem des Motorenherstellers Tognum im Juli 2007 und der größte in Europa seit fast eineinhalb Jahren. (mit rtr/dpa/jam)

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Thema

Apple, Microsoft, SAP, Deutsche Telekom, RIM, Nokia, HTC - Nachrichten aus der IT-Branche. Das Thema.


Smartphone-Markt
Wer gewinnt den Smartphone-Wettbewerb?

Mit dem Galaxy S4 legt Samsung nach. Werden die Südkoreaner den Wettbewerb mit Apples iPhone gewinnen?

Ja, sehr bald: Der Funktionsumfang des Galaxy S4 ähnelt dem iPhone - aber es dürfte günstiger sein.
Ja, mittelfristig: Viele Leute werden zunächst noch aus Gewohnheit zu Apple greifen.
Nein: Fürs iPhone gibt es mehr und bessere Apps.
Nein: Entscheidend sind nicht Funktionen oder Preis-Leitungs-Verhältnis - sondern der von Apple gepflegte Kult.
Ich bin da noch nicht ganz sicher.
Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen