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22. Januar 2013

Kim Dotcom: Mega-Ansturm auf "Mega"

 Von Marin Majica
Megaupload-Gründer Kim Dotcom bei der Präsentation seines neuen Online-Speicherdienstes "Mega".Foto: AP

Das Interesse am Online-Speicherdienst "Mega" von Kim Dotcom ist so groß, dass die Seite dem Ansturm der User nicht gewachsen ist. Kim Dotcom gelobt Besserung.

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Das Interesse am Online-Speicherdienst "Mega" von Kim Dotcom ist so groß, dass die Seite dem Ansturm der User nicht gewachsen ist. Kim Dotcom gelobt Besserung.

Kim Schmitz alias Kim Dotcom sagt, er habe etwas gelernt. Die weltweite Aufmerksamkeit für seinen neuen Online-Speicherdienst Mega „ist einfach zu viel für unser kleines Start-up“, schreibt Dotcom über Twitter und entschuldigt sich für Ausfälle der Seite mega.co.nz. Sein Team arbeite rund um die Uhr, um das System in Gang zu bringen. „Wir haben unsere Lektion gelernt: Nächstes Mal keine schicke Party zum Start.“

Das klingt bescheiden für die Verhältnisse des notorischen Großmauls Kim Dotcom, der Mega am Sonntag mit einer Riesen-Bühnenshow in seiner Wahlheimat Neuseeland gestartet hat. Doch keine Sorge. „Wenn ich euch sagen würde, wie viele Anmeldungen wir seit dem Start hatten, würdet ihr es mir nicht glauben“, berichtet der 39-Jährige dann wieder über seinen Twitter-Kanal. „Ich kann es selbst nicht glauben. Also sage ich es euch nicht.“

50 Gigabyte sind gratis

Ein Jahr nach der spektakulären Abschaltung von Dotcoms Vorgängerdienst Megaupload und ähnlichen Seiten wie Megavideo und Megaporno scheinen sich Unmengen von Nutzern für Dotcoms neue Seite zu interessieren. Das Angebot klingt in der Tat verlockend: Wie schon Megaupload ist Mega eine Art virtueller Lagerraum für Daten. 50 Gigabyte Speicherplatz sind kostenlos, deutlich mehr gibt es über Abos, bis zu vier Terabyte kosten etwa 29,99 Euro pro Monat. Bei vergleichbaren Angeboten wie Dropbox, Google Drive oder Microsoft Skydrive gibt es nur zwei, fünf oder sieben Gigabyte Speicher gratis.

Preisvergleich

Microsoft Skydrive :7 GB gratis, 20 GB 10 Euro im Jahr, 50 GB 25 Euro, 100 GB 50

Google Drive: 5 GB gratis, 25 GB 30 Euro im Jahr100 GB 60 Jahr

Drobbox.: gratis 2 GB, 50 GB 75 Euro im Jahr, 100 GB 150 Euro im Jahr,

Apple iCloud: 5 GB für Fotos, Dokumente, Adressen,10 GB 16 Euro pro Jahr , 20 GB 32, 50 GB 80

Eine weitere Besonderheit von Mega: Beim Hochladen über den Browser werden die Daten verschlüsselt. Die Nutzer können Freunden oder Kollegen einen Link zu den Daten schicken, zum Öffnen wird aber auch ein Schlüssel benötigt. Selbst die Mega-Betreiber wissen nach eigener Aussage nicht, welche Dateien sie da speichern. „Damit man mal ein bisschen mehr Sicherheit hat, was die Privatsphäre angeht“, hat Dotcom das Angebot in einem Interview angepriesen.

Dotcom muss Misstrauenslücke schließen

Wenn ihm die Nutzer dieses Versprechen abnehmen sollen, müsste die Seite demnächst auch wirklich einmal flüssig funktionieren. Dotcom hat eine gewisse Misstrauenslücke zu schließen. Immerhin standen Millionen Nutzer im Regen, als Megaupload vor einem Jahr plötzlich vom US-Justizministerium still gelegt und konfisziert wurde. Denn nicht nur wurde Megaupload, wie das die Anklage festhält, zum millionenfachen Austausch von urheberrechtlich geschützten Dateien wie Musik oder Raubkopien von Kinofilmen genutzt. Tatsächlich lagerten auch viele Nutzer private Daten wie Fotos, Sicherheitskopien ihrer Rechner oder Daten ihrer Unternehmen auf Megaupload – und konnten diese plötzlich nicht mehr abrufen.

Solches Ungemach droht in Zukunft nicht mehr wegen der automatischen Verschlüsselung, verspricht Dotcom. Die soll nämlich nicht nur den Nutzern die Gewissheit geben, dass nur sie und keine staatlichen Behörden in den USA oder sonstwo Zugriff auf ihre Daten haben. Die Verschlüsselung soll auch Dotcoms Verteidigungs-Argument unterstreichen, dass er als Anbieter eines Dienstes keine Verantwortung dafür trägt, was die Nutzer darüber verschicken. Von einem solchen sogenannten Providerprivileg wollten die US-Behörden nichts wissen, als sie die Razzia gegen Dotcom einleiteten. Neuseeländische Gerichte haben dazu aber bereits anders geurteilt, die Anklage ist längst ins Wanken geraten und Dotcom fest entschlossen, diesen Rechtsstreit auszufechten.

Abzuwarten bleibt, ob wieder massenweise Links zu illegalen Inhalten auf Mega im Netz auftauchen, nur eben jetzt zusammen mit den nötigen Code-Schlüsseln. In den Augen der Justiz wird Dotcom kaum plötzlich zum harmlosen Waisenjungen werden. Weshalb es gut sein kann, dass sich auch bisher vollkommen unverdächtige Dienste wie Dropbox, in deren Gesellschaft Dotcom sich begeben hat, einer größeren Aufmerksamkeit erfreuen werden – der von Behörden.

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Ja, sehr bald: Der Funktionsumfang des Galaxy S4 ähnelt dem iPhone - aber es dürfte günstiger sein.
Ja, mittelfristig: Viele Leute werden zunächst noch aus Gewohnheit zu Apple greifen.
Nein: Fürs iPhone gibt es mehr und bessere Apps.
Nein: Entscheidend sind nicht Funktionen oder Preis-Leitungs-Verhältnis - sondern der von Apple gepflegte Kult.
Ich bin da noch nicht ganz sicher.
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