Fast zeitgleich haben die Elektronikgiganten und Konkurrenten Apple und Samsung ihre Quartalszahlen vorgelegt. Beide Konzerne machten gigantische Gewinne, doch in beiden Fällen reagierten die Märkte skeptisch. Sowohl die Apple-Aktie, als auch der Kurs der Südkoreaner brachen nach Bekanntwerden der Zahlen ein.
Apple hat im abgelaufenen Quartal weniger iPads abgesetzt als erwartet. Auch mit seinen Gewinn- und Umsatzzahlen konnte der US-Technologiekonzern keine Euphorie entfachen. Der Samsung-Rivale verkaufte nach eigenen Angaben vom Donnerstag nur rund 14 Millionen der Tablets. In der Wirtschaftsflaute behielten Verbraucher ihr Geld lieber in den Taschen oder warteten auf die kleinere Version des Gerätes, die im November zu kaufen ist. Beim Kassenschlager iPhone schlug sich Apple mit fast 27 Millionen Geräten besser als gedacht. Samsung setzte Schätzungen zufolge aber 58 Millionen Smartphones ab und fuhr erneut einen Rekordgewinn ein.
Das jüngst erschienene Samsung Galaxy Note II ist die vielleicht größte Konkurrenz für das Iphone. Das Smartphone beeindruckt mit 1,4Ghz Dual-Core-Prozessor, einer 8-Megapixel Kamera und Android 2.3.
Foto: REUTERSBeim Ausblick für das wichtige Weihnachtsquartal trat Apple auf die Euphoriebremse. Der Konzern rechnet mit einem Umsatz von 52 Milliarden Dollar. Branchenbeobachter hatten bislang mit 55 Milliarden kalkuliert. Analysten verwiesen aber darauf, dass der Konzern bei seinen Prognosen traditionell eher konservativ sei. „Apple steht mit dem iPad und der Mini-Version sehr gut da. Wir rechnen mit einem sehr guten Absatz des iPhone 5“, gab sich Channing Smith vom Capital Advisors Growth Fund zuversichtlich. Erst am Dienstag hatte Apple die kleinere Variante seines iPads vorgestellt, mit dem preisgünstigere Rivalen wie Amazon und Google angegriffen werden sollen.
Unter dem Strich verdiente Apple 8,2 Milliarden Dollar im vierten Quartal, rund 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 8,67 Dollar pro Aktie waren das acht Cent weniger als im Schnitt von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg um rund 27 Prozent auf fast 36 Milliarden Dollar, was etwas über den Prognosen lag. Die Aktie fiel nachbörslich mehr als ein Prozent.
Das abgelaufene Quartal konnte keine Begeisterung wecken. „Die Zahlen zeigen, dass kein Unternehmen gegen die allgemeine Wirtschaftsentwicklung immun ist“, sagte Trip Chowdry von Global Equity Research zu dem Quartalsbericht. „Apple liegt da auf einer Linie mit HP, IBM, Intel und Google. (...)Es ist nichts dran an den Aussagen der Apple-Fans, wonach der Konzern ein Kosmos für sich ist. Die Benzinpreise sind doppelt so hoch wie vor vier Jahren und die Leute haben einfach kein Geld, sich immer den Schnickschnack zu kaufen, den sie am liebsten hätten.“
Trotz Rekordgewinn im abgelaufenen Quartal sackte die Aktie von Apples Konkurrent Samsung um 2,4 Prozent ein. Samsung hatte im Vergleich zum Vorjahr mit 4,61 Milliarden Euro seinen Gewinn fast verdoppelt. Doch die Aussicht auf ein Ende des Smartphone-Booms stimmt Analysten skeptisch. Auch Samsung-Vizechef Robert Yi warnte vor Euphorie: Der Markt bleibe „schwierig“ wegen der Unsicherheiten aufgrund der Eurokrise und der Haushaltsprobleme in den USA, erklärte er.
Apple-Chef Tim Cook präsentiert das mit Spannung erwartete iPad Mini. Der Bildschirm ist mit einer Diagonale von 7,9 Zoll (rund 20 Zentimeter) deutlich kleiner als der des größeren Modells.
Foto: AFPDer Konzern teilte nicht mit, wie viele Smartphones er im dritten Quartal verkaufte, doch dürften es deutlich mehr gewesen sein als die etwa 50 Millionen Exemplare, die Samsung von April bis Juni aufgrund des guten Absatzes des Vorzeigemodells Galaxy S3 verkauft hatte. Laut Branchendienst IDC waren es im dritten Quartal 56,3 Millionen Geräte.
Samsung ist damit auch weiterhin weltweiter Marktführer bei den Smartphones; der Marktanteil beträgt laut IDC 31,3 Prozent. Erzrivale Apple folgt demnach mit 15 Prozent Marktanteil. (reb/rtr/afp)
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11% | Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend. |

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