kalaydo.de Anzeigen

IT-Branche
Apple, Microsoft, SAP; RIM, Nokia, HTC - Nachrichten aus der IT-Branche.

30. Januar 2013

Smartphone: Blackberry startet seine Aufholjagd

 Von 
Blackberry-Vorstandschef Thorsten Heins stellt das neue Blackberry vor. Foto: REUTERS

Der kanadische Smartphone-Hersteller Research in Motion nennt sich künftig nur noch Blackberry und will mit einem neuen Betriebssystem, neuen Geräten und prominenten Namen aus der Krise.

Drucken per Mail

Es ist kurz nach zehn Uhr morgens im "Pier 36", einem angesagten Szenetreff in der Lower Eastside von New York. Thorsten Heins betritt die Bühne. Der Vorstandschef trägt ein offenes Hemd, einen legeres Sakko und gibt sich demonstrativ entspannt. Die relaxte Atmosphäre soll wohl so etwas wie Zuversicht verbreiten. Denn für den Manager aus Germany geht es heute um alles oder nichts.

In New York und sieben weiteren Städten rund um den Globus fällt an diesem Morgen der Startschuß für das Betriebssystem "Blackberry 10", mit dem Heins den kanadischen Smartphone-Hersteller aus der Krise katapultieren will. Viele Analysten sehen in dem Produkt so etwas wie die letzte Chance für den einst kultigen Anbieter, der zuletzt immer weiter hinter die Konkurrenten wie Apple und Samsung zurückgefallen war.

Noch bevor Heins die neuen Geräte samt Software vorführt, verkündet er einen lange erwarteten, manche sagen, überfälligen Schritt: Das Unternehmen aus dem kanadischen Waterloo schüttelt seinen bisherigen Firmennamen "Research in Motion" ab und nennt sich zukünftig schlicht: Blackberry. Die neuen Firmierung steht für den erhofften Neustart, mit dem Heins wieder Anschluß finden will an den Rest der Mobilfunkwelt.

"Start einer neuen Ära" 

"Wir stehen heute nicht auf der Ziellinie sondern am Start einer neuen Ära", verkündet Heins und kurz darauf lassen Choreografen des Tages die zwei neuen Blackberry-Smartphones vom Dach der Bühne nach unten fahren. Das berührungsempfindliche Smartphone Z10 steckt in einem schmucken Gehäuse, hat einen 4-1/2-Zoll-Display und soll zukünftig dem iPhone von Apple Konkurrenz machen. Das Z10 sei sehr schnell und habe den besten Touch-Screen der Branche, verspricht Heins.

Das Q10 dagegen richtet sich an die treuesten der treuen Blackberry-Fans. Es hat eine manuelle Tastatur und erinnert auch optisch an seine Vorgänger aus den frühen Firmenjahren. "Viele Kunden haben ein solches Gerät gewollt und wir haben es geliefert", ruft Heins und in dem Raum applaudieren vor allem jene Blackberry-Fans, die dem Konzern trotz aller Pannen und Flops der letzten Jahre die Stange gehalten haben.

Neues Betriebssystem

Bestückt werden die neuen Smartphones mit dem neuen Betriebssystem "Blackberry 10", mit dem Heins einen riskanten Schritt geht, wie er an diesem Morgen einräumt. "Manchmal war es brutal." Das System dockt nicht an einem bestehenden System an sondern wurde über zwei Jahre hinweg komplett neu erfunden und unterscheidet sich deutlich von anderen Plattformen auf dem Markt. Es erlaubt über eine spezielle Benutzeroberfläche einen schnellen Wechsel zwischen Anwendungen und trennt private von geschäftlichen Apps. Eine intelligente Software-Tastatur erleichtert das Tippen. Das System ist so ausgestattet, dass man sich damit zukünftig auch an die Elektronik im Auto oder an sonstige Haushaltsgeräte anchließen kann.

Glaubt man Kritikern könnte Heins mit den neuen Geräten gelingen, was vor zwölf Monaten nur wenige Beobachter für möglich gehalten hatten: ein Überraschungserfolg.  Die ersten Bewertungen für "Blackberry 10" in Nordamerika fallen überwiegend positiv aus. Zum Produktstart konnte Heins 80.000 Apps präsentieren, mehr als ursprünglich vorhergesagt. 150 Mobilfunk-Anbieter weltweit wollen das System anbieten.

Auf den Markt kommt es laut Heins stufenweise. In Großbritannien können Kunden es ab sofort erwerben, in Kanada ab nächster Woche. Kritisch ist der späte Verkauffstart in den USA, wo die Geräte erst ab März erhältlich sind. Dort allein hat Blackberry in den letzten drei Jahren über zehn Millionen Kunden verloren. Der Preis der neuen Geräte samt System soll bei einem Dreijahresvertrag bei etwa 150 Dollar (115 Euro) liegen.

Nach gut eineinhalb Stunden neigt sich im "Pier 36" die Blackberry-Präsentation dem Ende zu. Doch nicht bevor Heins noch ein wenig Glamour auf die Bühne bringt. Die Popsängerin Alicia Keys, die in Europa dieser Tage mit ihrem Song "Girl on Fire" Erfolge feiert, soll der etwas ergrauten Marke als Kreativdirektorin zukünftig etwas mehr Farbe verleihen. Jetzt haben es die Kunden in der Hand, ob das Comeback gelingt.

Jetzt kommentieren

Thema

Apple, Microsoft, SAP, Deutsche Telekom, RIM, Nokia, HTC - Nachrichten aus der IT-Branche. Das Thema.


Smartphone-Markt
Wer gewinnt den Smartphone-Wettbewerb?

Mit dem Galaxy S4 legt Samsung nach. Werden die Südkoreaner den Wettbewerb mit Apples iPhone gewinnen?

Ja, sehr bald: Der Funktionsumfang des Galaxy S4 ähnelt dem iPhone - aber es dürfte günstiger sein.
Ja, mittelfristig: Viele Leute werden zunächst noch aus Gewohnheit zu Apple greifen.
Nein: Fürs iPhone gibt es mehr und bessere Apps.
Nein: Entscheidend sind nicht Funktionen oder Preis-Leitungs-Verhältnis - sondern der von Apple gepflegte Kult.
Ich bin da noch nicht ganz sicher.
Mitreden

Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut - und der Staat stützt die Konjunktur. Reden Sie mit.

Smartphone-Markt
Anzeige
Animation

Die weltweite Ausbeutung der Schiefergas-Reserven könnte den Energiemarkt nachhaltig verändern: Animation mit Infos zu Vorkommen weltweit und der umstrittenen Fördermethode "Fracking".

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
FR-Spezial

Wendige Elektroautos statt schwerer Spritfresser, enges Bahnnetz statt weniger schneller Strecken - wie wir mobil bleiben.

FR-Spezial
Die IG Metall will in Kürze entscheiden, ob sie zu Warnstreiks in der Stahlindustrie aufruft.

Kurzarbeit, Jobabbau - wie sozial unsere Marktwirtschaft noch ist. Und: Hartz IV - Nachwirkungen der großen Sozialreform.

Frauen in die Aufsichtsräte

Die EU will, dass 40 Prozent der Aufsichtsräte weiblich sein sollen. Für Vorstände gilt das nicht. Eine gute Lösung?

22% Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen.
67% Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht.
11% Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend.

Euro-Krise

Das Märchen von den Griechen

Von Stephan Kaufmann | 22 Kommentare
Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen.

Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen. Es geht um „Lügen“, „Sorgen“ und der teuren „Rettung“. Dahinter verbergen sich knallharte Interessen. Mehr...

Anzeige
Faktencheck
Zurück zur Drachme um den Euro zu retten?

Griechenland steht im Ruf, über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Mythen über die Ursachen der Krise.

Anzeige
Atommüll-Endlager
Schacht Konrad - Das ehemalige Erzlager soll 2019 den Betrieb als Endlager für Atommüll aufnehmen. Geplant ist, 90 Prozent des gesamten Volumens der radioaktiven Abfälle in Deutschland zu lagern.

Der Bau des Endlagers für Atommüll wird voraussichtlich erst 2019 fertig. Es drohen Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde Euro. Zur Grafik...

Wirtschaft-Spezial

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.


Faktencheck
Steigende Beiträge zur Sozialversicherung - die Zukunft?

Was würde passieren, wenn Deutschland ein Sparpaket bewältigen müsste wie Griechenland? Ein erschreckendes Szenario.