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05. November 2012

Test: Die Mini-Tablets im Vergleich

 Von Jonas Rest
Herausforderer für das iPad: Das Google Nexus. Foto: dpa

Handlich und leicht kommt die neue Mini-Version des iPads daher. Doch wem das gefällt, der muss nicht zwingend zum Apple-Jünger werden: Google und Amazon bieten gute Alternativen. Ein Vergleich.

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Das iPad steht bis heute als Synonym für Tablet-PCs. Apple konnte in zweieinhalb Jahren mehr als 100 Millionen Stück verkaufen, während die Neuheiten der Konkurrenz fast ausnahmslos floppten.

Das änderte sich erst, als die Apple-Konkurrenz die Kompaktklasse für sich entdeckte: Tablets mit einer Bildschirmgröße von 7 Zoll (18 Zentimeter Durchmesser), etwa so groß wie ein Taschenbuch, nur dünner. Deutlich leichter als das iPad und bequem in einer Hand zu halten, aber trotzdem mit voller Tablet-Funktionalität: Diese Kombination verkaufte sich so gut, dass Apple rasch mit einem eigenen Mini-iPad nachzog. Besonders drei Geräte konkurrieren nun erfolgreich in der Kompaktklasse: das iPad Mini, das Google Nexus 7 und Amazons Kindle Fire HD. Wir haben sie verglichen.

Apples iPad Mini: Apple wirbt für das Gerät, das leichter und dünner als die Konkurrenz ist, mit der Software. Zu Recht: Alle alten iPad-Apps laufen auch in dem Kompaktgerät – und auch wenn Googles Android-Betriebssystem im Smartphone-Bereich mit 700.000 Apps in etwa mit Apple mithalten kann, sieht das bei den Tablet-Apps anders aus. Hier sind bei Apple deutlich mehr Programme für das Tablet optimiert, der Bildschirmplatz wird besser ausgenutzt. Auch das Medien-Angebot ist von Zeitschriften bis Musik und Filmen unübertroffen.

Hinzu kommt die Verarbeitung: Apple verleiht dem Gerät mit dem Aluminium-Rücken eine edle Anmutung. Hier kann die Konkurrenz nicht mithalten.

Das Aussehen hat seinen Preis: Ab 330 Euro gibt es die Einstiegsversion mit 16 Gigabyte, doch wer doppelt so viel Speicher und UMTS-Fähigkeit will, muss schon 559 Euro hinblättern. Angesichts dieser Preise ist der Bildschirm enttäuschend. Er liegt hinsichtlich der Auflösung deutlich unter derjenigen der Sieben-Zoll-Konkurrenzprodukte von Google und Amazon. Das ist ein großer Nachteil, werden die Kompaktgeräte doch wohl vor allem zum Lesen eingesetzt.

Besonders dürften sich die iPad-Mini-Käufer ärgern, wenn vermutlich in wenigen Monaten die nächste Generation des iPad-Minis vorgestellt wird. Es gilt als ausgemacht, dass Apple das hochauflösende Retina-Display dann auch im iPad Mini verbauen wird – und dies trotzdem nicht teurer sein wird als das alte Gerät.

Google Nexus 7: Das Google-Tablet ist das erste Android-Gerät, das auf dem Tablet-Markt erfolgreich ist. Eine Million Geräte verkauft Hersteller Asus, der das Gerät für Google produziert, davon im Monat. Das dürfte vor allem am Preis-Leistungs-Verhältnis liegen: Mit 199 Euro für die 16-Gigabyte-Variante mit WLAN-Anschluss soll Google es fast zum Herstellungspreis verkaufen. Trotz Hartplastikabdeckung wirkt es ordentlich verarbeitet, vor allem aber überzeugt der hochauflösende Bildschirm: Der übertrifft nicht nur den des iPad Mini, sondern hat ein 16:10-Format, so dass man Videos ohne schwarze Balken sehen kann. Mit einem Tegra-3-Vierkern-Prozessor ist das Tablet zudem recht schnell, so dass es auch bei aufwendigen 3D-Spielen keine Probleme geben sollte.

Die 16 Gigabyte-Speicher des Einsteigergerätes dürften aber recht schnell gefüllt sein – Google setzt darauf, dass man Dateien im Online-Speicher ablegt. Eine Möglichkeit, den Speicher mit einer SD-Karte zu erweitern, gibt es wie auch beim iPad nicht. Die 1,2-Megapixel-Front-Kamera ist zum Videotelefonieren gedacht – eine höher auflösende Rückkamera wie beim iPhone Mini fehlt. Für nur 299 Euro kann man eine Version mit 32 Gigabyte-Speicherplatz und UMTS-Anschluss erstehen. Positiv ist auch, dass auf den Nexus-Geräten immer die neueste Version der Google-Software läuft inklusive des Sprachassistenten Google Now, der Apples Siri übertrifft.

Kindle Fire HD: Es gilt als ausgemacht, dass das Tablet ein Bestseller wird – dafür sorgt neben dem Preis von 199 Euro schon die prominente Platzierung auf der Amazon-Website. Beim Display übertrifft das Gerät das iPad Mini und liegt mit dem Nexus 7 etwa gleich auf. Hinzu kommt eine Ausstattung, die über der Konkurrenz liegt: Es gibt einen HDMI-Ausgang, so dass Filme direkt auf einem HD-Fernseher gesehen werden können. Amazon erzielt mit dem Gerät nach eigenen Angaben erst Profit, wenn der Nutzer auch Amazon-Medien kauft. Und das ist zugleich der größte Nachteil des Tablets: Denn darauf ist alles ausgerichtet.

Amazons Gerät basiert zwar auf Googles Android-Oberfläche, doch die wurde komplett verändert, so dass sie einem digitalen Shop gleicht. Das beginnt schon damit, dass Werbung eingeblendet wird, wenn der Bildschirm gesperrt ist. Wer das nicht will, muss für 15 Euro mehr das Gerät „ohne Spezialangebote“ kaufen. Doch andere Nachteile bleiben. Etwa das Software-Angebot: Nutzer haben keinen Zugriff auf die 700 000 Apps, die bei Google Play heruntergeladen werden können, sondern nur auf solche, die es auch in Amazons eigenem Store gibt. Alle Google-Programme fehlen – also etwa Youtube oder Google Maps, aber auch das Angebot anderer Hersteller ist eingeschränkt. Die populäre Foto-Sharing-App Instagram fehlt. Und schließlich ist auch noch das Video-Angebot stark eingeschränkt.

Fazit: Wer ohnehin schon seine Bücher für den Kindle herunterlädt und mit Amazons Videoangebot auskommt, der wird mit dem Kindle Fire HD zufrieden sein – zumal die Oberfläche sehr einfach zu bedienen ist. Umgekehrt gilt: Auf dem Nexus 7 oder auch dem iPad können neben den eigenen Dienst auch alle Amazon-Dienste (Kindle, Lovefilm) genutzt werden, so wie diejenigen von anderen Konkurrenten. iPad und Nexus 7 sind dem Kindle HD daher an Inhaltsangebot deutlich überlegen. Angesichts des bald sicherlich verbesserten Displays sollte man sich gut überlegen, schon jetzt zum iPad Mini zu greifen. Das Google Nexus 7 scheint dagegen derzeit trotz der gegenüber dem iPad geringeren Software- und Medienauswahl ein preislich kaum schlagbares Angebot zu sein.

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Nein: Fürs iPhone gibt es mehr und bessere Apps.
Nein: Entscheidend sind nicht Funktionen oder Preis-Leitungs-Verhältnis - sondern der von Apple gepflegte Kult.
Ich bin da noch nicht ganz sicher.
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