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18. November 2013

Karriere-Probleme lösen: Wie man einen guten Job-Coach findet

Beim Coaching geht es darum, einen eigenen Weg zur Lösung des Problems zu finden.  Foto: dpa

Wenn man beruflich feststeckt oder sich eine bessere Work-Life-Balance wünscht, kann ein professionelles Coaching weiterhelfen. Doch das Angebot an Karriere-Beratern ist riesig. Wie sollten Berufstätige bei der Suche nach einem Coach vorgehen? Und was kostet die Beratung?

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Wenn man beruflich feststeckt oder sich eine bessere Work-Life-Balance wünscht, kann ein professionelles Coaching weiterhelfen. Doch das Angebot an Karriere-Beratern ist riesig. Wie sollten Berufstätige bei der Suche nach einem Coach vorgehen? Und was kostet die Beratung?

Wer auf der Suche nach einem Coach ist, kommt aus dem Staunen nicht heraus: Trainings mit Pferd, Hund oder Falken sollen sensibler für den Umgang mit anderen machen. Oder dies: Um die Kommunikation zu schulen, sollen sich Kollegen im Dunkeln austauschen. Zum Samurai wird der Arbeitnehmer, wenn er anhand der Regeln von asiatischer Kampfkunst die Ruhe des Geistes entdeckt, um stets die richtige Entscheidung zu treffen.

Beim Thema Coaching ist das Angebot reichlich bunt. Wer auf der Suche nach Unterstützung ist, kann dabei schnell den Überblick verlieren. Dazu kommt, dass die Berufsbezeichnung Coach in Deutschland nicht geschützt ist. Mehr noch, eine staatlich geregelte Ausbildung gibt es nicht. Dafür aber rund 300 Fort- und Weiterbildungen für künftige Coaches. Derzeit arbeiten in Deutschland rund 9000 Menschen als Coach, schätzt Christopher Rauen, Vorsitzender des Deutschen Bundesverbandes Coaching (DBVC) in Frankfurt am Main.

Manches berufliche Problem lässt sich nicht alleine lösen - dann kann ein Gespräch mit einem erfahrenen Coach helfen.
Manches berufliche Problem lässt sich nicht alleine lösen - dann kann ein Gespräch mit einem erfahrenen Coach helfen.
 Foto: dpa-tmn

Oft ist ein Coach genau der Richtige, um mit ihm Sorgen oder neue Herausforderungen im Job zu besprechen. Was beim Austausch mit Freunden und Familie fehlt, ist oft der Blick von außen. Ein Coach begleitet seinen Klienten, stellt Fragen und regt so zum Nachdenken an.

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„Es geht nicht darum, die Persönlichkeit zu verändern. Vielmehr ist entscheidend, dass der Klient seine Wahrnehmung reflektiert und alternative Handlungsweisen selbst entwickelt“, erklärt Susanne Neeb. Sie ist Coach von „Neebconsulting“ in Groß-Umstadt bei Frankfurt/Main. „Ein Coach ist kein Berater, der Lösungstipps gibt.“

Doch genau das stellen sich viele Klienten vor, hat Zaina Matar beobachtet, Coach mit Schwerpunkt auf interkulturelles Coaching in Stuttgart. Sie wollten ein Rezept und jemanden, der sagt, was zu tun ist. Bei einem Coaching aber geht es darum, dazuzulernen und den eigenen Weg zur Lösung des Problems zu finden, mitunter auch auf Umwegen. Der Coach ist Begleiter, Spiegel und Sparringspartner auf einmal.

Günstig bedeutet nicht unbedingt schlecht

Ein klassischer Business-Coach hilft typischerweise Führungskräften und Selbstständigen. Prinzipiell steht das Angebot aber jedem offen - zumindest wenn er bereit ist, dafür zu bezahlen. Der Stundensatz eines Coaches liegt in der Regel zwischen 100 und 500 Euro. Die Krux: „Wer günstig ist, ist nicht unbedingt schlecht, und wer viel Geld verlangt, muss nicht gut sein“, erklärt Neeb. Was zählt, ist die Chemie zwischen beiden Parteien.

Wer sich auf die Suche nach einem Coach macht, kann zunächst bei der Personalabteilung des Arbeitgebers anfragen - meist gibt es dort einen Pool mit Coaches. Gut sei auch, sich im Bekanntenkreis umzuhören und dort um eine Empfehlung zu bitten, rät die Stiftung Warentest. Außerdem helfen die Portale coachingportal.de und coach-datenbank.de im Netz.

Mindestens drei Angebote einholen

Potentielle Coaches sollte man vor allem an einem messen: „Lebens- und Berufserfahrung“, rät Matar. Etwa 90 Prozent der Coaches sind nach Angaben des DBVC Akademiker, darunter viele Betriebswirte, Juristen, Mediziner oder Psychologen. Die meisten haben in anderen Jobs gearbeitet, bevor sie auf Coaching umsattelten - 70 bis 80 Prozent von ihnen in Führungspositionen.

„Man sollte mehrere Angebote - mindestens drei - einholen und sich erläutern lassen, welche Qualifikation ein Coach mitbringt“, empfiehlt Rauen. Zertifikate in MBTI, DISC oder REISS sagten nicht viel aus. Es sind Methoden und Testverfahren, die ergänzend eingesetzt werden können.

Doch es sei ein gutes Zeichen, wenn ein Coach mehrere Methoden gelernt habe und damit verschiedene Vorgehensweisen anwenden könne, erläutert Rauen. „Man sollte auch darauf achten, ob sich ein Coach auf bestimmte Themen spezialisiert hat und ob die mit meinen Fragen verwandt sind.“ Sprich: Bietet er mit seinem Fachwissen und Können das, was man für das eigene Ziel braucht? „Ein Indikator für Qualität ist es auch, ob der Coach von seinem Job leben kann oder ob er das nur nebenbei macht“, ergänzt Neeb.

Das Vorgespräch sollte umsonst sein

Auch sollten Berufstätige einen Anbieter vorab persönlich kennenlernen. Bei seriösen Coaches ist ein Vorgespräch immer kostenlos - und sie vereinbaren dies auch schriftlich. „Im Gespräch sollte man fragen, wie sich der Coach die Vorgehensweise vorstellt“, rät Neeb. Auch Referenzen vervollständigen das Bild.

Für eine Entscheidung sollte man sich anschließend Zeit nehmen. Ist sie gefallen, wird in einem Vertrag der Stundensatz festgehalten, und auch, dass nur die genommenen Stunden zu bezahlen sind. „Es muss auch festgehalten werden, dass beide Seiten das Coaching jederzeit beenden können“, sagt Rauen. Entweder, weil es zwischen den beiden Parteien nicht stimmt und ein neuer Coach gesucht werden soll - oder auch, weil der eine oder andere doch lieber mit Falken trainiert oder auf den Wegen eines Samurais wandeln möchte. (dpa)

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