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11. Mai 2013

Personaltheater für Mitarbeiter: Wie Sie den Joballtag spielend meistern

 Von Gesa Schölgens
Bewusste Körperhaltung, Einsatz von Mimik und Gestik - das alles lernen Teilnehmer in Ruth Eckerts Seminaren. Dabei können sie sich viele Techniken von Profischauspielern (wie hier im Bild) abschauen.  Foto: dpa

Angst vor der Präsentation? Probleme mit nörgelnden Kunden? Im Berufsleben haben Arbeitnehmer mit vielen Problemen zu kämpfen. Theaterpädagogin Ruth Eckert trainiert mit Beschäftigten, wie sie schwierige Situationen bewältigen können.

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Angst vor der Präsentation? Probleme mit nörgelnden Kunden? Im Berufsleben haben Arbeitnehmer mit vielen Problemen zu kämpfen. Theaterpädagogin Ruth Eckert trainiert mit Beschäftigten, wie sie schwierige Situationen bewältigen können.

Im täglichen Arbeitsleben stoßen viele Beschäftigte an ihre Grenzen - sie werden konfrontiert mit launischen Vorgesetzten, unzufriedenen Kunden oder aggressiven Patienten. Besonders in Pflegeberufen ist der Umgang mit Schwerkranken und ihren Angehörigen oftmals schwierig. Um Konfliktsituationen besser meistern zu können, bietet die Kölner Theater- und Sozialpädagogin Ruth Eckert interaktive Personalentwicklung für Unternehmen und deren Mitarbeiter an.

Die Teilnehmer lernen in Seminaren, wie sie mit bewusster Körperhaltung, Mimik, Gestik und anderen Theater-Techniken ihre Kommunikation mit Mitmenschen besser gestalten können. Mit humorvollen Teamtagen wird auch der Zusammenhalt unter Kollegen spielerisch gestärkt. Wir sprachen mit Ruth Eckert über ihre Idee des „Personaltheaters“.

Der Spaß soll in Ruth Eckerts Personaltheater-Seminaren nicht zu kurz kommen.
Der Spaß soll in Ruth Eckerts Personaltheater-Seminaren nicht zu kurz kommen.
 Foto: dpa

Frau Eckert, wieso hakt es beruflich oft im zwischenmenschlichen Bereich?

Ruth Eckert: Im Studium oder während der Ausbildung kommt die Kommunikation leider oft zu kurz. Es wird - wenn überhaupt - nur theoretisch über den guten Umgang miteinander gesprochen. Stattdessen setzt man kommunikative und soziale Kompetenz in vielen Berufen einfach als selbstverständlich voraus. Dabei haben viele Menschen hier Schwierigkeiten. Um ein guter Arzt zu sein, reicht zum Beispiel die Fachkompetenz allein nicht aus - man muss sich auch in den anderen hineinversetzen können. Die passende Kommunikation, die richtige Körperhaltung, der zielbringende persönliche Auftritt - all das muss auch gelernt und eingeübt werden.

Auch professionelle Schauspieler werden bei den Trainings ab und an als Statisten eingesetzt.
Auch professionelle Schauspieler werden bei den Trainings ab und an als Statisten eingesetzt.
 Foto: dpa

Sie zeigen Berufstätigen, wie Kommunikation leichter gelingt. Wo liegen die größten Probleme?

Häufig ist im Berufsalltag das Miteinander schwerer als die Arbeit selbst - der tägliche Umgang mit verschiedenen Menschen und Emotionen kostet viel Kraft. Ich arbeite in meinen Seminaren häufig mit Pflegepersonal und Ärzten zusammen. Als gelernte Krankenschwester weiß ich, dass die Beschäftigten in Kliniken oft vor herausfordernden Situationen mit Patienten und Angehörigen stehen. Andere Teilnehmer suchen nach Lösungen für den Umgang mit schwierigen Kollegen, sie reagieren vielleicht zu emotional oder haben Probleme konstruktives Feedback zu geben. 

Wie sieht ein typisches Seminar aus?

Da gibt es je nach Bedarf unterschiedliche Formen und Angebote. Typischerweise spielen die Mitarbeiter ihre schwierigen oder störenden Situationen aus dem Berufsalltag durch – bis zu dem Punkt, an dem zum Beispiel die Situation eskaliert oder der Mitarbeiter gefrustet ist. Die anderen Gruppenteilnehmer beobachten die Szene und beschreiben anschließend ihre Wahrnehmungen. Zusätzlich geben sie dem Mitarbeiter Ideen an die Hand, wie er die Situation zu seinen Gunsten verändern kann. In diesem Workshop-Teil erhalten die Teilnehmer verschiedene, unterschiedliche Wahrnehmungsperspektiven. Gleichzeitig üben sie intensiv, konstruktives Feedback zu geben.

Wie kann Personaltheater die Zusammenarbeit unter Kollegen stärken?

Ich biete dazu humorvolle Teamtage an, zum Beispiel für neu aufgestellte Abteilungen. Die Teilnehmer gestalten zusammen aus Stoffen und Zeitungen Kostüme für einen Werbespot, machen Theater-Spiele oder entwickeln gemeinsam ein witziges Team-Motto. Der Spaß steht dabei im Mittelpunkt, die Kollegen lernen sich gegenseitig auf einer anderen Ebene besser kennen. Solche gemeinsamen Erlebnisse sind wichtig für den Zusammenhalt in Unternehmen.

Benutzen Sie in den Theater-Seminaren auch Requisiten?

Ja, das kann den Teilnehmern helfen. Ich stelle für die Pfleger-Patienten-Übungen zum Beispiel Krankenbetten und Arztkittel bereit, um die Situation realitätsnah nachzuspielen. Auch professionelle Schauspieler setze ich ab und an als Statisten ein. Wichtiger ist aber die innere Haltung, die wir gezielt trainieren können: Wie wirke ich auf andere? Was signalisiert meine Körpersprache? Und natürlich auch die Frage: Wie geht es den anderen?

Sie bieten Ihre Kurse vor allem im Gesundheitsbereich an. Wo herrscht noch Bedarf?

Jede Berufsgruppe war schon in meinen Seminaren vertreten - vom Anwalt bis zum Zahnarzt. Grundsätzlich gibt es in jeder Branche Bedarf für praxisorientierte, interaktive Personalentwicklung, In meinen Seminaren sind die Teilnehmer nicht passive Zuhörer, sondern aktive Gestalter, sie können das Erlernte und Erlebte schnell in ihren Alltag umsetzen. Das schätzen immer mehr Unternehmen und deren Mitarbeiter. Auch meine offenen Seminare nehmen zu. Hier können die Teilnehmer ihre ganz privaten Themen einbringen. Es geht zum Beispiel um die Frage: Wie kann ich mehr Gehalt verhandeln? Oder: Wie kann ich ein Team führen? Aber auch außerberufliche Themen sind möglich: Einmal wollte ein Teilnehmer von mir wissen, wie er sich bei einem Blind-Date verhalten soll. Wichtig ist es, die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen.

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