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26. Oktober 2012

Atempädagogik - Atemtherapie: Berufsbild Atemtherapeut

 Von Andrea Frey
Tief Luft holen, das ist lebensnotwendig und kann heilsam sein. Atemtherapie leitet entsprechende Übungen an. Foto: michaeljung - Fotolia

Den Beruf des Atemtherapeuten kennen nur wenige, dabei kann er vielen helfen zu entspannen und zu heilen.

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Normalerweise ist der Atem leicht wie ein Luftzug“, sagt Süleyman Boyraz und pustet eine imaginäre Feder von seiner Handfläche, um das Gesagte zu verdeutlichen. Doch durch Stress, andere Alltagsbelastungen oder Krankheit ist der normale Atemfluss bei vielen Menschen gestört. Hier wieder ein Gleichgewicht herzustellen, ist sein Job: Boyraz arbeitet als Atemtherapeut in Berlin. Seine Ausbildung hat er am Ilse- Middendorf-Institut absolviert – eine von mehreren Schulen, an der die Lehre vom Erfahrbaren Atem unterrichtet wird.

Atem wieder zum Fließen bringen

Fünf Jahre dauert es, bis die Ausbildung abgeschlossen ist und man sich als Atemtherapeut mit einer eigenen Praxis selbstständig machen kann. Das jedenfalls tun die meisten Absolventen der diversen Institute. „Nur wenige sind an Kliniken – meist mit naturheilkundlichem Ansatz – angestellt oder dort als freie Mitarbeiter beschäftigt“, sagt Christian Großheim, seit gut 20 Jahren Lehrer am Institut für Atemlehre, eine von zwölf Schulen, die sich im Berufsverband AFA zusammengeschlossen haben. Atemtherapeuten, die wie Boyraz nach der Middendorf-Methode arbeiten, legen in den Einzelsitzungen Hand an ihre Patienten, erspüren mit Fingerspitzengefühl Blockaden, Verspannungen und Erschlaffungen. Sie versuchen durch Übungen die Balance im Körper des Klienten wiederherzustellen. Ihr Handwerk – das kann man angesichts der Arbeitsweise wörtlich nehmen – erarbeiten sich die Fachleute für das unbeschwerte Luftholen in Wochenkursen oder Wochenendseminaren. „Die Ausbildung erfolgt berufsbegleitend“, sagt Helge Langguth, Leiter des Ilse-Middendorf-Instituts. „Die Schüler stammen aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern“, gibt Großheim Auskunft. Es ist medizinisch vorgebildetes Personal darunter, Physiotherapeuten, Logopäden, Ärzte und Heilpraktiker zum Beispiel, aber auch Künstler, Sänger und Schauspieler. Aus dem psychosozialen Bereich stammen ebenfalls viele der angehenden Atemtherapeuten. „Es gibt keine bestimmten Voraussetzungen, die ein Schüler erfüllen muss. Allerdings sind die meisten jenseits der 30“, denn ein wenig Lebenserfahrung benötige ein Atemtherapeut schon, so Langguth. Das wüssten die Klienten zu schätzen: „Meine älteste Schülerin war 70 Jahre alt – und hatte mit 73 Jahren eine volle Praxis“, nennt er ein Beispiel. Allgemein ist die Atemtherapie allerdings relativ unbekannt. „Von ihr könne grundsätzlich jeder Mensch profitieren“, weiß Boyraz, auch wenn man gemeinhin zunächst an eine Zielgruppe denken mag, die unter Atemwegs- oder Lungenerkrankungen wie Asthma oder chronischer Bronchitis leide. Einsatzgebiete sind auch Stresssymptome wie Burn-out oder psychosomatische Beschwerden, eine hohe Infektanfälligkeit oder Migräne. „Man kann auch präventiv arbeiten“, sagt Großheim.

Spezialisierungen sind möglich

Je nach Anlass der Atemtherapie nehmen Klienten zehn bis 50 Einzelsitzungen – 60 Minuten kosten etwa 60 Euro – oder Gruppenstunden in Anspruch. „Manche kommen jahrelang und fassen die Atemtherapie als Lebensbegleitung auf – so wie andere zum Yoga oder zur Meditation gehen“, sagt Langguth. Auch der Atemtherapeut selbst sollte ständig weiter trainieren. Die Ausbilder empfehlen ihnen daher regelmäßige Auffrischungskurse oder Spezialisierungen. Boyraz beispielsweise arbeitet am liebsten mit Kindern – dafür gibt es eine gezielte Zusatzausbildung. Auch bei psychischen Erkrankungen kann die Atemtherapie helfen, bei Depressionen etwa. Auch hier lassen sich entsprechende Seminare belegen.

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