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10. September 2012

Beginn Ausbildung: Die Vorbereitung macht's

 Von Interview: Kirsten Niemann
Immer unaufgefordert und interessiert die Hilfe anbieten: So gewinnt ein Azubi Freunde im Betrieb und wird im Team akzeptiert. Foto: Auremar/Fotolia

Der erste Tag ist für Azubis aufregend, doch sie sollten die sozialen Spielregeln beachten. Hier ein paar Tipps, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen.

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Frau Schäfer, Frau Ehlers, der erste Tag ist für Azubis besonders aufregend. Wie bekommen Azubis ihre Nervosität in den Griff?

Schäfer: Die gute Vorbereitung macht’s. Dann gibt’s auch weniger Stress. Unbedingt vorher prüfen: Wie komme ich zum Ausbildungsbetrieb? Wie lange dauert der Weg? Weiß ich genau, wo ich dort hinmuss? Habe ich die Telefonnummern meiner Ansprechpartner im Handy abgespeichert, falls ich mich verspäte? Auch wichtig: Die Tasche oder den Rucksack am Vorabend packen, die benötigten Unterlagen zurechtlegen, Anziehsachen rauslegen. Und vor allem den Wecker mit einer halben Stunde Zeitpuffer stellen, damit kein Zeitdruck entsteht.

Gut zu wissen

Ingrid Ute Ehlers ist Spezialistin für Projekt-Management vermittelt praxisorientiertes Know-how in Beratung und Training sowie als Fachautorin.

Regina Schäfer ist Expertin für Unternehmenskommunikation berät Firmen und veröffentlicht ihr Wissen als Dozentin und Fachautorin.

Buchtipp „Bin gut angekommen. Die wichtigsten sozialen Spielregeln für Azubis“, Ingrid Ute Ehlers, Regina Schäfer, BW Verlag 2011, 223 Seiten, 17,80 Euro.

Ehlers: Außerdem ist es überhaupt nicht schlimm, wenn die anderen merken, dass man an diesem besonderen Tag ein bisschen nervös ist – dies zeigt, dass der Beginn der Ausbildung auch wirklich ernst genommen wird. Wer sich bemüht, besonders selbstbewusst und cool rüberzukommen, kann schnell arrogant wirken.

Viele Menschen stellen sich am ersten Tag vor. Wie behält man den Überblick?

Ehlers: Es ist sinnvoll, sich die verschiedenen Namen irgendwo aufzuschreiben – nicht in Anwesenheit der betreffenden Person, aber in den Pausen oder am Ende des ersten Tages. Man kann auch um einen Ausdruck des Telefonverzeichnisses bitten – dort steht auch gleich, wie die Namen korrekt geschrieben werden und welche Funktion die betreffenden Personen im Unternehmen einnehmen. Und vor allem fragen, fragen, fragen. Es ist gar nicht peinlich, wenn man sich die Namen nicht auf Anhieb merken kann.

Welche Rolle spielen Körpersignale beim ersten Eindruck?

Schäfer: Körpersignale haben einen hohen Anteil daran, wie sympathisch man Menschen findet, die man neu kennenlernt. Für den ersten Ausbildungstag bedeutet das, aufmerksam und interessiert zu wirken, also eine gerade Körperhaltung einnehmen, bei Gesprächen Blickkontakt halten, nicht mit dem Handy rumspielen oder etwa sogar Kopfhörer tragen.

Was sind die schlimmsten Peinlichkeiten?

Ehlers: Eigentlich alle Verhaltensweisen, die kindlich und unreif wirken. Beispiele hierfür sind: ungefragtes Duzen der neuen Kolleginnen und Kollegen, nervige Handyklingeltöne oder Witze erzählen. Peinlich ist es auch, sich mit Spitznamen vorzustellen. Statt „Tobi“, „Matze“ oder „Moni“ besser den vollständigen Namen verwenden.

Wie akzeptieren einen die anderen als Teammitglied?

Schäfer: Grundsätzlich empfiehlt es sich, gut zu beobachten, wie das Team tickt. Etwa, wie streng die Teammitglieder mit Revieren am Arbeitsplatz umgehen: bestimmte Sitzplätze während der Teambesprechung, Arbeitsplätze oder Werkzeug von anderen, Essen und Getränke im Kühlschrank und vieles mehr. Viele Azubis unterschätzen auch die Beteiligung an Firmenaktivitäten, die nicht direkt etwas mit ihrer Ausbildung zu tun haben, die aber für die schnelle Akzeptanz der Neuen wichtig sind. Daneben kommen vorschnelle Verbesserungsvorschläge in der Regel nicht gut an. Besser ist es, kontinuierlich Hilfsbereitschaft zu signalisieren und anderen ungefragt Unterstützung anzubieten. Damit wächst man schnell ins Team hinein.

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