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16. August 2012

Berufswahl: Wie wird man Systemgastronom?

 Von dpa
«Sie wünschen bitte?»: Der angehenden Systemgastronomin Jasmin Müller macht der Umgang mit Gästen Spaß.  Foto: Foto: Franziska Koark

Vapiano, Nordsee, Maredo, McDonald's, Burger King und Co. sind Restaurants mit Systemgastronomie. Drei Eigenschaften sind wichtig, um dort ausgebildet zu werden.

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Zu Beginn der Lehre in Betrieben wie McDonalds oder Burger King brät man zunächst Burger. Doch Systemgastronomen machen noch viel mehr.

Blöde Reaktionen von den Freunden habe sie eigentlich nicht bekommen. Viele hätten zwar gesagt: «Mein Ding ist es nicht», erzählt Jasmin Müller. Aber die meisten fänden ihren Job ganz cool. Die 21-Jährige macht eine Lehre zur Fachfrau für Systemgastronomie. Ihr Arbeitgeber ist McDonald's.

Restaurants mit Systemgastronomie - das sind derzeit vor allem Fast-Food-Ketten wie McDonald's oder Burger King. Aber auch Selbstbedienungsläden oder Ketten wie Maredo, Pizza Hut oder Nordsee zählen dazu.

Prüfen, ob das Fleisch heiß genug gegrillt wird: Fachmänner und -frauen für Systemgastronomie überwachen, ob die betrieblichen Standards eingehalten werden.
Prüfen, ob das Fleisch heiß genug gegrillt wird: Fachmänner und -frauen für Systemgastronomie überwachen, ob die betrieblichen Standards eingehalten werden.
Foto: Foto: Franziska Koark

Überall eine Qualität

Egal, ob man zu einem McDonald's in Berlin, Madrid oder Los Angeles geht: Es gibt dort Cheeseburger - und zwar im besten Fall zu einer bestimmten Qualität. Zu großen Teilen sind die Abläufe in diesen Restaurants standardisiert. Da die Arbeit für das Personal dadurch ganz anders ist als in anderen Restaurants, züchten sich die Ketten seit 1998 ihr eigenes Fachpersonal heran: Die Fachmänner und Fachfrauen für Systemgastronomie.

Jasmin Müller steht an diesem Morgen in der McDonald's-Filiale in Berlin-Kreuzberg an der Kasse. Sie trägt eine schwarze Stoffhose und eine weiße Bluse. Am Ärmel der Bluse ist in schwarz McDonald's Werbeslogan «Ich liebe es» eingestickt.

Zu den Aufgaben der Auszubildenden Jasmin Müller gehört bei McDonald's auch die Personalplanung.
Zu den Aufgaben der Auszubildenden Jasmin Müller gehört bei McDonald's auch die Personalplanung.
Foto:  Foto: Franziska Koark

Drei Eigenschaften sind wichtig

Drei Sachen brauchen junge Menschen, die diese Lehre machen wollen: «Sie brauchen eine hohe Affinität zur Dienstleistung», sagt Jörg Wiedemann, mitverantwortlich für die Berufsausbildung bei McDonald's. Sie dürften die Schichtarbeit nicht scheuen. Denn Fachkräfte für Systemgastronomie sind häufig auch am Wochenende und nachts im Einsatz. Und schließlich müssten sie gut im Team arbeiten können.

Theoretisch kann man die Lehre auch mit einem Hauptschulabschluss machen. Tatsächlich hatte von den Ausbildungsanfängern im Jahr 2010 nach Auskunft der Bundesagentur für Arbeit (BA) fast jeder Zweite (46 Prozent) einen Realschulabschluss. Fast jeder Fünfte (17 Prozent) besaß Abitur. Denn auch wenn die Tätigkeiten im ersten Lehrjahr meist noch relativ simpel sind: Für die Arbeiten im zweiten und dritten Lehrjahr steigen die Anforderungen deutlich an.

Im zweiten Lehrjahr steht etwa die Umsetzung und Kontrolle betrieblicher Standards auf dem Ausbildungsplan. Im dritten Lehrjahr kommen Themen wie Mitarbeiterführung, Kostenanalyse, Inventur oder Personalwesen dazu. Die Vergütung der Lehrlinge ist verglichen mit denen von Restaurantfachleuten gar nicht so gering. So bekommen Auszubildende laut der BA im ersten Lehrjahr zwischen 600 und 670 Euro. Im dritten Lehrjahr bekommen sie zwischen 730 und 830 Euro. Nach der Ausbildung starten sie mit einer Bruttogrundvergütung von rund 2.000 Euro.

Bitte recht freundlich: Die Auszubildende bei McDonald's, Jasmin Müller, hat das Prinzip des zuvorkommenden Service verinnerlicht.
Bitte recht freundlich: Die Auszubildende bei McDonald's, Jasmin Müller, hat das Prinzip des zuvorkommenden Service verinnerlicht.
Foto: Foto: Franziska Koark

Systemorientiertes Denken

Dennoch: Die Gastronomie ist bei Jugendlichen im Allgemeinen eine ziemlich unbeliebte Branche. «Man muss viel stehen und hat die Schichtarbeit», sagt Simon Grupe, Ausbildungsexperte bei der Industrie- und Handelskammer.

Trotzdem hält er den Fachmann für Systemgastronomie für einen guten Lehrberuf. «Die Systemorientierung nimmt in Restaurants immer mehr zu», so Grupe. Das sei ein Bereich mit Zukunft. Bestätigen kann das auch Guido Zeitler von der Gewerkschaft für Nahrung, Genuss, Gaststätten: «Mit der breiten kaufmännischen Ausbildung lässt sich leicht in andere Branchen wechseln.»

Nach der Lehre sind die Perspektiven auf eine Übernahme meist sehr gut. McDonald's übernimmt eigenen Angaben zufolge 80 Prozent der Auszubildenden.

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