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Karriere
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27. September 2012

Bewerbungstraining: Und noch ein Gespräch

 Von Andrea Frey
Wieder von vorn: Bewerber müssen oft mehrmals für eine Stelle in die Startlöcher treten und zig Job-Interview absolvieren. Foto: Pressmaster/Fotolia

Wieder von vorn: Bewerber müssen oft mehrmals für eine Stelle in die Startlöcher treten und zig Job-Interviews absolvieren.

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Achim K. (Name geändert) war entnervt – nach dem zehnten Job-Interview gab er auf. Er hatte sich bei einer amerikanischen Bank beworben und eine Vorstellungsrunde jagte die nächste. Immer hieß es: „Danke, das war interessant. Wir melden uns.“ Die nächste Nachricht war nie mit der ersehnten Jobzusage verbunden, sondern mit der Bitte um ein weiteres Gespräch.

Zur Vorbereitung

Buchtipp
„Training – Vorstellungsgespräch“,
Jürgen Hesse und
Hans Christian Schrader, Stark
Verlag, Hallbergmoss (2011),
126 Seiten, 16,95 Euro.

Bewerbungstraining
Egal, auf die wievielte Runde
man sich im Job-Interview-
Marathon vorbereitet, ein
Training kann hilfreich sein.
Das funktioniert auch online.
Die Agentur für Arbeit stellt
E-Learning-Angebote auf ihrer
Homepage zur Verfügung.
www.arbeitsagentur.de
(>Bürgerinnen & Bürger
>Weiterbildung >E-Learning
>Bewerbungstraining)

Beratung finden
Wer auf der Suche nach einem
guten Bewerbungstrainer ist,
findet Anregungen bei der
Stiftung Warentest. Sie hat
Trainings untersucht und Tipps
zusammengestellt.
www.test.de
(>Beruf und Bildung >Beruf
>Jobsuche und Bewerbung
>Bewerbungstrainings)

Die Stellensuche artet inzwischen zu einem Bewerbungsmarathon aus, für den Durchhaltevermögen nötig ist. „Bis Bewerber ihren Arbeitsvertrag in der Hand halten, müssen sie sich in Geduld üben. Vor allem internationale Konzerne scheuchen die Kandidaten durch ein Dauerfeuer von Vorstellungsgesprächen: mit dem Personalchef, dem Abteilungsleiter und potenziellen Kollegen. Darauf folgen der Chef, ein übergeordneter Verantwortlicher und schließlich der Geschäftsführer“, hat Lutz- M. Busch, Chef der Personalberatung HiTec Consult,beobachtet.

„Vor zehn, 15 Jahren führte man in der Regel nur ein Vorstellungsgespräch. Beim zweiten Mal traf man sich, um den Vertrag zu unterzeichnen. Heute sind mindestens zwei Job Interviews die Regel und erst beim dritten Mal gibt es den Vertrag“, bestätigt auch Karrierecoach Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie. Die Tendenz sei steigend – je nach Job und Branche würden vier und mehr Gespräche geführt. „Es macht allerdings einen Unterschied, ob eine Aushilfsverkäuferin gesucht wird oder ein junger Betriebswirtschaftler ins Management einsteigen will.“

Personalberater Busch, Spezialist für die Suche nach hoch qualifizierten Mitarbeitern und Managern für internationale Hightechkonzerne, hat analysiert, wie lange Bewerber im Durchschnitt auf den Jobzuschlag warten mussten. „Im Extremfall müssen sie bis zu sechs Gesprächsrunden überstehen.“ Behäbig scheint das Bewerbungsverfahren danach vor allem in multinationalen Konzernen zu sein – und dann speziell, wenn es sich um Positionen im erweiterten Management handelt wie bei Achim K. Sein anvisierter Job bewegte sich im 200 000-Euro-Bereich.

Ob zwei oder mehr Gespräche: Wie bereitet man sich auf die nächste Runde vor? „Es ist wichtig, dass der Kandidat trotz der nicht ganz stressfreien Prozedur positive Gefühle entwickelt und Geduld bewahrt. Sonst springt der Funke nicht über – und aus dem Job wird nichts“, rät Berufscoach Hesse als erstes.

Ausdauer zeigen oder absagen?

Vielleicht hilft folgender Gedanke: Der Jobkandidat sollte mit der Vorstellung in die Gespräche gehen, er sei Unternehmer in eigener Sache, der eine Dienstleistung – seine Arbeitskraft – einem Kunden – dem potenziellen Arbeitgeber – anbietet. Er geht quasi als Verkäufer ins Rennen und muss sich daher gefallen lassen, dass seine Ware ausgiebig und kritisch begutachtet wird.

Weniger Wohlwollen würde Busch aufbringen. Seine Empfehlung: „Lassen Sie sich nicht endlos auf den Prozess ein. Wenn sich ein Unternehmen nach drei Gesprächen immer noch nicht für Sie entschieden hat, denken Sie noch einmal in aller Ruhe über den möglichen Arbeitgeber nach – und sagen Sie eventuell ab.“

Diesen Spielraum besitzen viele Bewerber jedoch nicht, schließlich suchen sie nicht umsonst eine neue Stelle. Wer den Job will, muss das Spiel wohl mitmachen. Hesse wirbt um Verständnis für die andere Seite: „Personalentscheidungen sind wichtig. Die Verantwortlichen sind jedoch verunsichert, ob sie den richtigen Kandidaten wählen.“ Das sei für Firmen ein Grund, die Bewerber möglichst vielen Menschen vorzustellen, Mitarbeitern, Führungskräften und so weiter.

„Jeder bildet sich eine Meinung über den Jobkandidaten“, so Hesse. Und es habe auch Vorteile, „von vielen Nasen beschnüffelt zu werden“. Die persönliche Sympathie des einzelnen falle dann nicht mehr so ins Gewicht: Die Entscheidergruppe tausche sich aus. Was dem einen nicht gefallen habe, könne der andere mit seinen Argumenten vielleicht entkräften.

Und was hilft, den Bewerbungsmarathon durchzuhalten? Grundsätzlich gilt für jedes neue Job-Interview: Man muss sich gründlich vorbereiten. Für die zweite und alle möglichen weiteren Runden helfe es, ein akribisches Gedächtnisprotokoll zu führen und es zu analysieren: Worum ging es? „Diese Nacharbeit ist wichtig und wertvoll“, so Hesse.

Beim zweiten Gespräch zeigt sich: Läuft es ähnlich oder anders? Auch daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen. Zudem wird beim erneuten Wiedersehen oft die Frage gestellt: „Was ist Ihnen nach dem Gespräch durch den Kopf gegangen, was ist Ihnen aufgefallen?“ Darauf sollte man eine Antwort parat haben. Falls haargenau dieselben Fragen gestellt werden, kann Hesse nur empfehlen: „Bleiben Sie freundlich und auskunftsbereit.“ Auch sollte man seinen früheren Aussagen nicht widersprechen. Dann kommt man nach dem Bewerbungs-Dauerlauf ins Ziel.

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