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11. November 2011

Buch-Beruf: Der Bibliothekar spürt alte Schmöker mittels neuester Datentechnik auf

 Von Katlen Trautmann
Wissenshüter: Ob es um die Exportregeln eines Staates, eine seltene Vogelart oder um Prominente geht: Rechercheabteilungen beschaffen die Informationen. Firmen und Institute sparen mit ihrer Hilfe kostspielige Abonnements für Fachzeitschriften und Arbeitszeit. Foto: dpa

Bibliothekare suchen für ihre Kunden Informationen, Bücher und alte Schätze mit modernster Technik. Sie sind Dienstleister, Informationshändler und Multimediaspezialisten in Personalunion. Manche bekommen dabei nicht einmal mehr ein Buch in die Hand.

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Bibliothekare erwerben Neuerscheinungen, organisieren Veranstaltungen und treiben die Digitalisierung mit Erfolg voran. Zeit für eigene Lektüren bleibt da nicht. Stattdessen steht die Kommunikation im Vordergrund.

„Bibliothekare sollten extrovertierte Menschen sein“, sagt Klaus-Rainer Brintzinger, Vorsitzender des Vereins Deutscher Bibliothekare. Denn es ist wichtig, dass sie vom Leser erfahren, was er braucht. Die Aufgabe von Bibliothekaren ist es, Informationen für ihre Kunden oder Arbeitgeber zu beschaffen. Staubige Karteikarten sind dabei von gestern. Heute arbeiten Bibliothekare mit Computern und E-Books. Die Auswahl an Arbeitsplätzen hat sich dabei in den letzten Jahren enorm vergrößert.

Gehalt und Aussicht

Bibliothekare mit einem Diplom oder einem Bachelor von der Fachhochschule beziehen laut dem Verein Deutscher Bibliothekare ein durchschnittliches Monatseinkommen von 2.300 Euro bis 3.300 Euro. Mit einem Master von der Universität lassen sich 3.100 bis 5.300 Euro monatlich erreichen. An einigen öffentlichen Bibliotheken besteht die Möglichkeit der Verbeamtung.

Der Bibliothekar arbeitet in Stadtbüchereien

Man müsse Gespür dafür entwickeln, welche Informationen die Kunden suchen, ergänzt auch Michael Reisser, Geschäftsführer des Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB).
Bibliothekare werden etwa in Stadtbüchereien, wissenschaftlichen Bibliotheken und in Firmen gesucht. Die Arbeit in der Stadtbücherei ähnelt landläufigen Vorstellungen eines Bibliothekars am ehesten. Gespräche mit buntem Publikum, Autorenlesungen oder Besuche von Schulklassen stehen an.

Er ist Dienstleister für Wissenschaftler

Wissenschaftliche Bibliotheken unterstützen in erster Linie Forscher und Studenten. „Man muss wissen, dass man als Bibliothekar hier in der Regel in einem Metier arbeitet, von dem man inhaltlich nichts versteht“, sagt Brintzinger. Das bedeutet praktisch, dass die Dateien und Medien ohne Fachwissen anhand formaler Kriterien durchsucht werden müssen. „Der Dank der Mühen ist, wenn man im Vorwort einer Doktorarbeit namentlich erwähnt wird“, sagt Reisser.

Als Arbeitgeber kommen weiter Rundfunksender, Firmen, Forschungseinrichtungen, Pressestellen und Kanzleien in Betracht.

Insider-Tipp: Für den Berufseinstieg empfehlen sich gegenwärtig vor allem wissenschaftliche Bibliotheken. Hier steht ein Generationenwechsel an.
Insider-Tipp: Für den Berufseinstieg empfehlen sich gegenwärtig vor allem wissenschaftliche Bibliotheken. Hier steht ein Generationenwechsel an.
Foto: dpa

Studium dient als Berufseinstieg ins Bibliothekswesen

Zum Einstieg in den Beruf führt in der Regel ein Studium. Fachhochschulen sind die erste Wahl für alle, die es in die Praxis zieht. Wer forschen möchte, ist mit dem Studium an einer Universität gut beraten. Vorfreude auf ausgiebige Lesestunden sollte indes keiner hegen. „Über Einzelwerke und Autoren wird kaum gesprochen“, erinnert sich Simon Schmidt. Stattdessen weist der Plan Vorlesungen über Verwaltung, Betriebswirtschaft und Informationstechnologie aus. „Ein Kurs über Mangas war in meiner Ausbildung die Ausnahme“, so Schmidt.

Weitere Job-Profile gibt es im FR-Spezial.

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