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10. April 2012

Hotelfachkraft: Weisheit und Wahrheit

 Von Jana Illhardt
Nachwuchs gesucht: Gute Hotelfachkräfte müssen mehr können, als den Tisch zu decken oder die Gläser und Bestecke polieren.  Foto: dpa

Einmal im Jahr treten die besten Lehrlinge der Carlson Rezidor Hotel Group gegeneinander an. Unter den kritischen Augen der Jury absolvieren sie zahlreiche Prüfungen und stellen ihr Können unter Beweis. Der krönende Abschluss: ein Galadinner mit mehr als 100 Gästen.

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Wer die Meisterschaft der besten Lehrlinge der Carlson Rezidor Hotel Group für sich entscheiden will, muss nicht nur über Fachwissen verfügen, sondern auch kreativ, gewissenhaft und engagiert arbeiten – und natürlich Freude am Gastgeben haben. Den Gewinnern winken gute Berufsaussichten mit Aufstiegschancen.

Allgemeinwissen ist gefragt

Von den rund 300 Lehrlingen der Carlson Rezidor Hotel Group konnten sich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für die diesjährige Azubimeisterschaft 17 Hotelfachkräfte und zehn Köche qualifizieren. Austragungsort war das Radisson Blu Resort Schloss Fleesensee an der Mecklenburgischen Seenplatte. Zunächst gilt es, eine zweistündige theoretische Prüfung zu meistern, in der auch eine fundierte Allgemeinbildung gefragt ist. Die zehn Köche stellten ein eigenes Drei-Gänge-Menü zusammen, kochten dieses und richteten es für das Galadinner ansprechend an. Hemden bügeln, Knöpfe annähen, Krawatten binden, Gäste empfangen, ein Oster-Arrangement zusammenstellen – auch für die Hotelfachkräfte gab es viel zu tun.

„Natürlich müssen sie auch ein Hotelzimmer überprüfen, das wir zuvor mit ein paar Fallen präpariert haben“, sagt Jurymitglied Doreen Blume. Eine Fernbedienung ohne Batterien, die Fernsehzeitschrift mit falschem Datum, ein fehlender Papierkorb, ein voller Aschenbecher hinter der Gardine – nicht alle Lehrlinge meisterten diese Prüfung mit Bravour.

Beim Eindecken der Festtafel ist höchste Präzision und Gewissenhaftigkeit gefragt. Bereits bevor das erste Messer poliert wird, lauern Stolperfallen: „Man beginnt mit den sogenannten Holzarbeiten“, erklärt Jurorin Silke Leitschuh. Der Raum wird gelüftet – damit das Holz arbeiten kann. Anschließend gilt es zu prüfen, ob der Tisch wackelt. Erst dann folgt das Eindecken der Festtafel. „Beim Dinner kommt es neben einem aufmerksamen Umgang mit dem Gast auch auf Teamarbeit an“, sagt Silke Leitschuh. Um synchron aufzutafeln, sollte man Blickkontakt zu seinen Kollegen halten. „Unterstützend einzugreifen, wenn der Nachbartisch Hilfe benötigt, macht eine gute Hotelfachkraft aus.“

Eine Trilogie von Zander und Lachsforelle; rosa gebratenes Kalbsnierstück im Tramezino, sautierte Riesencrevette auf Ananaschutney mit Mangold-Pilz-Capuns, Selleriemousse und Krustentierschaum; als Dessert ein Birnenjoghurtmousse, eine Schokoladenterrine und Orangentarte – mit diesem Menü kochte sich Fernando Martig auf das Siegertreppchen der Köche. Unter den Hotelfachkräften erzielte Matthias Neumeister die höchste Punktzahl. Ob erster, zweiter oder dritter Platz – jedem seiner Auszubildenden garantiert Willem van der Zee, Vizepräsident der Hotelgruppe, eine Übernahme nach der Ausbildung.

Jede zweite Stelle unbesetzt

Während weltweit immer mehr Hotels eröffnen, geht die Zahl der Ausbildungswilligen stetig zurück. „Der demografische Wandel ist bereits ein Thema in unserer Branche“, sagt van der Zee. Zahlen der European Hotel Managers Association (EHMA) belegen, dass bundesweit nahezu jede zweite Ausbildungsstelle unbesetzt ist. Hinzu kommt, dass viele Lehrlinge die Ausbildung vorzeitig abbrechen – denn häufig haben sie eine falsche Vorstellung vom Berufsbild. Ein Leben lang die Welt bereisen, in den schönsten Hotels ein und aus gehen – so die vielfach geäußerte Illusion. Heute Fleesensee, morgen Afrika. Zwar sind die Angestellten tatsächlich weltweit im Einsatz. Doch befindet sich der Beruf im Wandel. Kam es bislang auf fachliches Können an, müssen die Azubis heute interkulturelle Kompetenzen zeigen und Fremdsprachen beherrschen.

Oft fehle es an der Leidenschaft für den Beruf – für Willem van der Zee die wichtigste Voraussetzung: „Es kommt auf das Erlebnis an, dem Gast einen schönen Tag zu bescheren.“ Wem es nicht gelinge, dass sich der Gast wohlfühlt, der sei in diesem Beruf fehl am Platz.

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