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16. April 2012

iLearning: Das andere Schulbuch

Digital: Schüler lernen häufig am Computer. Doch muss man sie auch für die Gefahren des Mediengeschäfts sensibilisieren. Foto: ddp

iLearning auf dem Vormarsch? Der US-Konzern Apple erfindet das Lehrmaterial neu. Ein Gespräch mit dem Medienpädagogen Michael Kaden über digitalen Lernstoff.

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Ende Januar hat Apple sein Projekt iBooks 2 vorgestellt. Der Multimediakonzern möchte, ähnlich wie bei iTunes mit Musik, zukünftig Schulbücher virtuell und exklusiv für das iPad vertreiben. Wir sprachen mit Michael Kaden, dem vom Schulausschuss der KMK benannten Ländervertreter für Medienpädagogik.

Herr Dr. Kaden, hat das gedruckte Schulbuch ausgedient?

Nein, aber der Übergang in die digitale Wissensgesellschaft macht vor den Schultoren natürlich nicht halt. Angesichts pädagogischer Herausforderungen, wie etwa der Inklusion und der intensivierten privaten Nutzung digitaler Medien, ist es naheliegend, dass auch das klassische, analoglineare Format „Schulbuch“ stärker auf dem Prüfstand steht. Hinzu kommt die gewachsene Sensibilisierung für urheberrechtliche Fragen. Dabei sollte es weniger darum gehen, Gegensätze – digitales versus analoges Schulbuch – herauszustreichen. Pädagogisch interessant sind Mischungsverhältnisse, die den individuellen Bedarf und das Mediennutzungsverhalten der am Lernprozess Beteiligten stärker miteinbeziehen.

Was halten Sie davon, dass ein einzelnes Unternehmen den Schulbuchmarkt reformieren will?
Apple hat in den vergangenen Jahren schon öfter richtungsweisende Produkte auf den Markt gebracht. Eine Monopolstellung hat das Unternehmen dennoch bislang nicht erreicht. Wenn es nun stärker im Schulbuchmarkt aktiv ist, wird das zunächst einmal Impulse aussenden. Aber Apple ist nicht allein: Auf der Bildungsmesse Didacta wurden Planungen der deutschen Schulbuchverlage vorgestellt, ab kommendem Schuljahr über einen Webshop digitale Versionen eingeführter Schulbücher anzubieten. Zudem gibt es die Alternative urheberrechtlich freier, flexibel nutzbarer offener Lernmittel – und vielleicht auch zukünftig: offene Schulbücher. Die Diskussion um kreative Lösungen zum Thema „Schulbuch der Zukunft“ hat gerade erst begonnen.

In Deutschland ist die Freigabe von Schulbüchern Ländersache. Ist digitaler Lernstoff in den einzelnen Ländern schon im Einsatz?
Ja, auch wenn gedruckte Schulbücher in einzelnen Ländern nach wie vor seitens der zuständigen Ministerien freigegeben werden, ist digitaler Lernstoff schon in allen Ländern im Einsatz. Es gibt verschiedene, jeweils landesbezogene Systeme der Online-Distribution von digitalen Medien. In Berlin heißt das Medienforum Online-Medien (MOM), in Brandenburg nimmt gerade der Verbund Bildungsmedien online seine Arbeit auf. Auf föderaler Ebene sind diese Akteure miteinander vernetzt und kooperieren mit dem Medieninstitut der Länder, dem FWU, in München. Wichtig ist dabei, gerade für Flächenländer, dass die kommunalen Sachaufwandskostenträger, also die Ämter, Gemeinden und Kreise, als Verantwortliche für die Ausstattung von Schulen miteinbezogen werden.

Die Apple-Software „iBooks Author“ sieht vor, dass Lehrer und Schüler gemeinsam Bücher entwickeln können. Ein Fortschritt?
Dass Schüler und Lehrer gemeinsam Bücher entwickeln können, ist unbedingt zu begrüßen. Das stellt für den Fachunterricht einen methodisch interessanten Ansatz dar und ist der Medienbildung insgesamt förderlich. Ob die gemeinsam erstellten Produkte den professionellen Anforderungen an Bildungsmedien genügen, ist eine Frage, die pauschal nicht beantwortet werden kann. Dennoch berührt dieser Aspekt eine grundsätzliche Frage, mit der wir uns zukünftig auseinandersetzen müssen: die Frage nach der Freizügigkeit und Offenheit von Lösungen. Grundsätzlich birgt der Umstand, dass wir alle nicht nur Konsumenten, sondern auch Produzenten von relevanten Inhalten sein können, ein Potenzial zur Fortentwicklung unseres demokratischen Systems.

Sollten Schulen Computer zur Verfügung stellen?
Man muss sehen, wie sich Technologie und Markt weiterentwickeln. Generell werden digitale Endgeräte von Jahr zu Jahr immer kostengünstiger. Die Ausstattung in den Elternhäusern ist ja ohnehin schon sehr hoch, wie die jährliche KIM-Studie eindrücklich illustriert.

Wie gehen Lehrer auf den Medienkonsum ihrer Schüler ein?
Manche Erziehungswissenschaftler raten zu einem antizyklischen Vorgehen. Wird pädagogisches Fast Food, Edutainment, gefordert, sollte man regionale Lern- Küche, frisch zubereitet, anbieten. Andere wiederum weisen darauf hin, dass wir die Schülerinnen und Schüler genau da abholen müssen, wo sie stehen. Und sie stehen, bezogen auf die medienkulturellen Differenzierungen im Klassenraum, sicherlich mehrheitlich auf der digitalen Seite. Hinzu kommt, dass wir Schülerinnen und Schüler altersmäßig immer früher auf die Gefahren und Risiken der Mediengesellschaft vorbereiten müssen.

Interview: Christoph Rieth

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