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27. März 2012

Jobinterview: Harte Nüsse

 Von Jana Illhardt
Kompetenz: Job-Bewerber knacken die Personalerfragen wie das Eichörnchen die Nüsse. Foto: dpa/dpaweb

Vielen Bewerbern treibt schon die Vorstellung vom Jobinterview mit einem vermeintlich gefühlsarmen Personaler einen Schauer über den Rücken. Ein neues Buch beleuchtet die Spielregeln beim Vorstellungsgespräch.

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Buchtipp

„Das Jobinterviewknackerbuch: Cool bleiben, Kompetenz zeigen, K.O.-Kriterien kennen“, Anne Jacoby und Florian Vollmers, Campus, Frankfurt am Main 2012, 192 Seiten, 16,99 Euro.

Sie sind nicht zu durchschauen, unnahbar und gefühlskalt. Sie lauern nur darauf, dass man etwas Falsches sagt, um dann eine saftige Absage erteilen zu können. Viele Bewerber stellen sich Personaler als solch angsteinflößende Anzugträger ohne Mitleid vor. Daher kommt es nicht von ungefähr, dass ihnen allein beim Gedanken an Vorstellungsgespräche ein Schauer über den Rücken läuft und sie sich fühlen wie die Maus vor der Schlange. Was viele nicht wissen: Die Angst sitzt auf beiden Seiten. Denn nicht nur für die Bewerber steht einiges auf dem Spiel. Entscheidet sich der Personaler für den falschen Kandidaten, können wirtschaftliche Einbußen für das Unternehmen die Folge sein. Deswegen werfen sie den Anwärtern auf die von ihnen zu besetzende Stelle Nüsse auf den Tisch, die sie entweder selbstbewusst und kompetent knacken – oder nicht.

Die Finger von den Keksen lassen

Wüssten die Bewerber, was ihrem Gegenüber während des vermeintlichen Kreuzverhörs durch den Kopf geht, hätten sie es leichter – so die These der Wirtschaftsjournalisten Anne Jacoby und Florian Vollmers. Deswegen wagten sie den Blick hinter die Kulissen, um die „Personaler-Show“ zu entzaubern. Sie befragten Entscheidungsträger, auf was es ihnen bei Jobkandidaten ankommt und analysierten Interviewsituationen aus verschiedenen Branchen. Heraus kam „Das Jobinterviewknackerbuch“. Zwar gibt es bereits Unmengen an Büchern, die sich mit dem Thema beschäftigen. Doch die Herangehensweise dieser Autoren ist erfrischend neu: Im Zentrum ihres Interesses stehen die Personaler und die Frage, wie sie ticken. Auf Basis ihrer Erkenntnisse formulieren Jacoby und Vollmers Empfehlungen, damit sich die Bewerber nicht selbst ins Aus schießen. So entschlüsselten sie die „heimlichen K.-o.-Kriterien“ und stellten ein Sammelsurium an Dos und Don’ts zusammen.

Führt die Assistentin den Kandidaten in den Besprechungsraum und bittet, schon einmal Platz zu nehmen, sollte man das tunlichst unterlassen. Stehen bleiben, die Finger von den Keksen lassen und sich noch kein Getränk einschenken – so macht man es richtig. Reicht einem der Personaler nicht die Hand, sollte man nicht darauf bestehen. Übergibt er eine Visitenkarte, sollte der Bewerber diese keinesfalls ungesehen einstecken, sondern sie lesen und dabei besonders auf akademische Titel achten.

Nun folgt die Kür: das Vorstellungsgespräch. Bei Fragen, beispielsweise nach Lücken im Lebenslauf, sollten Bewerber die Sachverhalte positiv darstellen können. Sich vorab zu überlegen, was gefragt werden könnte und wie man antwortet, ist daher ratsam. Aber Vorsicht: Kein Personaler will auswendig gelernte Antworten hören.

In fünf Kategorien haben die Autoren zusammengetragen, worauf Personaler besonders allergisch reagieren. An erster Stelle: die Missachtung der preußischen Tugenden Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sauberkeit und Ordnung. Schlechte Karten also für alle, die zu spät oder gar nicht kommen, ungepflegt oder in einem unpassenden Outfit erscheinen, sich in eine Parfumwolke hüllen oder sich nicht über das Unternehmen informiert haben.

Bewerber tun gut daran, Interesse zu bekunden. So entwickelt der Personaler Sympathie gegenüber dem Bewerber. Auf keinen Fall sollte man schlecht über alte Arbeitgeber oder Kollegen sprechen. Es könnte der Eindruck entstehen, der Kandidat würde sich auch über den neuen Job und Chef abwertend äußern. Wer sich dagegen selbst schlecht darstellt oder gar wortkarg ist, lässt mangelndes Selbstbewusstsein durchblicken – das ist auch nicht erwünscht.

Fragen, fragen, fragen

Hat der Bewerber die Möglichkeit, Fragen zu stellen, ist Vorsicht geboten. Der größte Fehler ist es, gar keine Fragen zu stellen. Ebenfalls nicht zu empfehlen: die falschen Fragen stellen. Gut und zulässig ist etwa: Was werden meine konkreten Aufgaben bei der zu besetzenden Stelle sein? Wer ist mein Vorgesetzter? Wann ist der frühestmögliche Eintrittstermin? Warum wurde die Stelle ausgeschrieben? Wird sie neu besetzt oder wurde sie neu geschaffen, wenn ja, warum? Den „Fragenspieß“ umzudrehen, ist ebenfalls erlaubt: Welcher Punkt meines Lebenslaufs hat sich aus Ihrer Sicht noch nicht geklärt? Gibt es vielleicht noch Bedenken gegen meine Einstellung? Falls ja, welche?

„Tun Sie dem Personalverantwortlichen den Gefallen, das Spiel mitzuspielen. Wenn Sie es nicht tun, kratzen Sie sein Ego an“, so der übergreifende Tipp der Autoren. Sie haben den Code der tückischen Jobinterviews entschlüsselt, damit „Sie sich nie wieder so machtlos fühlen wie ein Kind beim Nikolaus.“ Tatsächlich liefert das Buch nützliches Handwerk zum Nüsseknacken – mit Leichtigkeit und ohne Kopfzerbrechen.

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