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02. Oktober 2012

Last-Minute-Wohnsuche: Studentenbude dringend gesucht

 Von Marek Fritzen und Lukas Gedziorowski
Studenten-Wohnheim: Klein, aber ein Dach über dem Kopf: Bei der Studentenbude sind architektonische Feinheiten meist zweitrangig.  Foto: Surrey/Schick

Wohnen in Frankfurt ist teuer. Die FR bietet Tipps und Tricks rund um die Wohnungssuche für Studenten.

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Wenn man wenig Geld hat, macht die Wohnungssuche in Frankfurt keinen Spaß. Durchschnittlich zahlt ein Student hier 328 Euro Miete pro Monat – 47 Euro mehr als im bundesweiten Schnitt. Wohnraum ist knapp. Auch in Studentenwohnheimen. In Frankfurt gibt es 3.615 Wohnheimplätze, mehr als die Hälfte davon bietet das Studentenwerk an. Bei 53.000 Studenten der Goethe-Universität, der Fachhochschule und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst kommen auf einen Wohnheimplatz 34 Studenten. Zum Vergleich: In Darmstadt und Gießen gibt es 15 potenzielle Anwärter auf ein Zimmer. Im Bundesschnitt sind es neun.

Doch auch wenn das Occupy-Camp aufgelöst ist: Wer bis jetzt noch keine Wohnung gefunden hat, muss nicht unter der Brücke schlafen. Ein kleiner Wegweiser für die Last-Minute-Wohnsuche.

Welche Wohnheime gibt es?

Die 17 Wohnheime des Studentenwerks Frankfurt sind für dieses Semester bereits belegt. Eingehende Bewerbungen für das begonnene Semester können nicht mehr berücksichtigt werden. Wer sich für das nächste Semester bewerben will, sollte Geduld mitbringen – die Wartelisten sind lang. Auch in den fünf Wohnheimen der evangelischen und katholischen Kirchen ist es eng. So müssen Bewerber beim Bauverein Katholische Studentenheime mit einer Wartezeit von vier bis sechs Monaten rechnen. Obwohl beides kirchliche Träger sind, müssen die Bewerber nicht konfessionell gebunden sein. Im neuen, kommerziell betriebenen Heim „Headquarter“ in der Adalbertstraße in Bockenheim ist ebenfalls schon alles vermietet.

Daneben unterhält die Wohnungsgesellschaft GWH das Fritz-Tarnow-Heim (Dornbusch) und ein Studentenwohnheim am Ben-Gurion-Ring (Nieder-Eschbach). Außerdem gibt es noch das Kolpinghaus in der Langen Straße (Innenstadt). Ein Geheimtipp außerhalb von Frankfurt ist das Studentenwohnheim der Lutherisch-Theologischen Hochschule in Oberursel. Zwar sind die 35 Einheiten für die hauseigenen Studenten reserviert, aber nicht immer gleich ausgelastet. In diesem Semester sind alle Zimmer belegt, doch für das nächste kann man sich bewerben. Die Warmmiete beträgt je nach Zimmergröße 164 bis 267 Euro.

Was kostet ein Wohnheimplatz?

Beim Studentenwerk beginnt das kleinste Zimmer mit neun Quadratmetern bei rund 200 Euro, zum Teil gibt es auch Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnungen für 450 bis 500 Euro. Ein Zwölf-Quadratmeter-Zimmer im katholischen Friedrich-Dessauer-Haus (Hausen) kostet 241 Euro. Küche, Dusche und Toiletten teilt man sich mit der WG. Im Alfred-Delp-Haus (Campus Westend) kostet ein 16-Quadratmeter-Zimmer mit Gemeinschaftsküche und eigenem Bad 318 Euro.

Wo sind noch Wohnheimplätze frei?

Der kommerzielle Anbieter „Youniq“ eröffnet in diesem Semester sein Wohnheim in der Altenhöferallee auf dem Campus Riedberg. Von den über 200 Apartments sind noch einige frei. Die Einheiten sind zwischen 19 und 39 Quadratmeter groß und kosten zwischen 429 und 852 Euro im Monat. Dafür bekommt man ein möbliertes Zimmer mit Einbauküche und Bad, alle Nebenkosten sowie Internet und Kabelanschluss sind ebenfalls inklusive.

Welche Alternativen gibt es zu Wohnheimen?

Zum Beispiel „The Flag“: In der Adickesallee am Campus Westend wurden in einem ehemaligen Bürohaus 165 Apartments mit einer Größe zwischen 23 und 76 Quadratmetern eingerichtet. Jedes Zimmer hat eine Küchenzeile. Die Miete beginnt bei 525 Euro. Im Mietpreis enthalten sind auch Internet und Kabelanschluss.

Wem das zu teuer ist, der kann beim Portal „wg-gesucht.de“ nach einer Wohngemeinschaft oder einem Zimmer zur Zwischenmiete suchen. Das Studentenwerk bietet auf „wohnraum-gesucht.de“ ein eigenes Portal an, wo Vermieter freie Unterkünfte melden können. Derzeit sind rund 100 Anzeigen auf der Seite geschaltet. Häufig sind es Ein-Zimmer-Wohnungen im Umland von Frankfurt. Außerdem hängt das Studentenwerk alle Angebote in seinem Service-Center auf dem Campus Bockenheim, Bockenheimer Landstraße 133, aus. Interessant sind auch die Schwarzen Bretter in den meisten Hochschul-Gebäuden.

Wo gibt es die günstigsten Mieten?

Eins steht fest: Billig wohnt man nicht in Frankfurt. Wer eine Unterkunft sucht, sollte nicht erwarten, etwas Bezahlbares am Campus Westend zu finden. Selbst in Bockenheim ist die Lage schwierig. Auch der Riedberg ist jenseits der Wohnheime nicht gerade ein studentischer Stadtteil. Am günstigsten sind die Mieten in den äußeren Stadtteilen, wie zum Beispiel Fechenheim, Höchst oder Rödelheim.

Lohnt es sich, im Umland nach einer Wohnung zu suchen?

Ja. Dort sind nicht nur die Mieten günstiger als in Frankfurt, dank Semesterticket kann man auch ohne zusätzliche Kosten zwischen Wohnort und Campus hin- und herpendeln. Dafür sollte man sich einen Ort aussuchen, der gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen ist. Das S-Bahn-Netz etwa führt sternförmig bis weit in die Region und die angrenzenden Landkreise hinaus. Mit Glück findet sich aber auch schon etwas näher, in Frankfurts Nachbarstadt Offenbach nämlich, ein attraktives Quartier. Dort hat zum Beispiel auch die Nassauische Heimstätte Studentenwohnungen im Stadtteil Bürgel.

Kann man Stellen außerhalb der Universität ansprechen?

Eine zentrale städtische Anlaufstelle für Studenten gibt es nicht. Allgemeine Informationen zum Frankfurter Wohnungsmarkt erteilt aber das Amt für Wohnungswesen. Oft kann es sinnvoll sein, auf die Ansprechpartner vor Ort zuzugehen. Die vier Campus der Goethe-Uni liegen in unterschiedlichen Stadtteilen: Niederrad, Westend, Bockenheim und Riedberg; der Campus der Fachhochschule befindet sich im Nordend. Als lokale Anlaufstelle fungieren vor allem Ortsbeiräte. Deren Mitglieder sind im Stadtteil meist gut vernetzt und haben unter Umständen Informationen über leerstehende Zimmer oder Wohnungen. Für den Campus Riedberg ist der Ortsbeirat 12 zuständig, für den Bereich Westend und Bockenheim der Ortsbeirat 2. Für Niederrad ist der Beirat 5 zuständig, für das Nordend der „3er“. Weitere Informationen sind unter www.frankfurt.de bei den Stichworten „Rathaus“ und „Stadtpolitik“ zu finden.

Was kann man tun, wenn alles nichts hilft?

Wie im vergangenen Jahr bietet der Asta der Uni-Frankfurt ein Matratzenlager im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim an. Ab kommenden Montag werden für den Notfall 30 Matratzen kostenlos zur Verfügung gestellt. Man kann auch seine eigene Isomatte und seinen Schlafsack mitbringen. Zunächst soll das Angebot eine Woche lang bestehen, bei Bedarf, so der Vorsitzende des Asta, Daniel Katzenmaier, könne das Lager auch um eine Woche verlängert werden. Für alle Übernachtungsgäste wird ein kostenloses Programm angeboten mit Partys, Filmvorführungen, Workshops und Aktionen rund um die Wohnungsproblematik. Katzenmaier berichtet, dass im vergangenen Jahr viele Übernachtungsgäste eine Wohnung gefunden hätten.

Was kann man tun, wenn Geld keine Rolle spielt und man in die Zukunft investieren will?

Das Immobilienunternehmen Euro Grundinvest rät Eltern von Studienanfängern dazu, eine Wohnung zu kaufen, anstatt Miete zu zahlen. Bei einer Miete von 550 Euro im Monat kommt man in fünf Jahren auf Kosten von 33.000 Euro. Bei einem Darlehen von 120.000 Euro und einem Eigenkapital von 45.000 Euro käme man auf einen Gesamtbetrag von 165.000 Euro. Die Kreditrate könnte so hoch sein wie die Miete. Nach dem Studium ließe sich die Wohnung verkaufen oder weitervermieten. Nach 25 Jahren wäre die Investition abbezahlt. Bei Neubauten, die bestimmte Energiestandards erfüllen, könnte man die Finanzierungskosten mit KfW-Krediten senken. Wer sich solche Zahlenspiele leisten kann, muss sich um die Wohnungssuche keine Sorgen machen.

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