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22. Oktober 2012

Lebenslanges Lernen: Geld für die Weiterbildung

 Von Andrea Frey
Das Sparschwein muss man für die Weiterbildung nicht schlachten. Es gibt Fördermittel von Bund und Ländern. Foto: Fotolia

Lebenslanges Lernen lohnt sich, ist allerdings teuer. Es gibt jedoch verschiedene Fördertöpfe.

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Wer im Job weiterkommen will, muss bereit sein, lebenslang zu lernen. Fortbildungen gehen allerdings mitunter ganz schön ins Geld: Die Spanne reicht von Beträgen im mittleren zweistelligen Bereich bis hin zu mehreren Tausend Euro. Höhere Summen aus eigener Tasche zu tragen, fällt vielen schwer. Doch es gibt finanzielle Unterstützung für Bildungshungrige – vom Staat und den Ländern. So kann man sich auch größere Weiterbildungswünsche erfüllen – und beruflich davon profitieren.

Einen Überblick über die diversen Fördertöpfe zu erhalten, ist jedoch nicht einfach. „Die Lage ist, gelinde gesagt, unübersichtlich. Generell gibt es landes- und bundesspezifische Mittel. Wer wie unterstützt werden kann, ist davon abhängig, wo man wohnt. In Berlin ist die Situation anders als in Nordrhein-Westfalen oder Hessen“, sagt Wolfgang Plum vom Internetportal InfoWeb Weiterbildung (IWWB).

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Unabhängig vom Wohnort kommen Menschen, die sich zusätzlich qualifizieren möchten, bundesweit in den Genuss des Bildungsgutscheins. Damit fördert die Bundesagentur für Arbeit Jobsuchende: „Wir möchten ihre Qualifikation verbessern, um sie schneller auf dem Arbeitsmarkt vermitteln zu können“, sagt Agentur-Sprecher Paul Ebsen.

Gefördert werden Weiterbildungen und Umschulungen für eine Dauer von maximal 24 Monaten. Es gibt auch Ausnahmen: „Angehende Erzieher erhalten in einigen Bundesländern zurzeit eine Förderung für die gesamte Dauer ihrer dreijährigen Ausbildung.“ Denn dort übernimmt der Landesvater die Kosten für das letzte Lehrjahr.

Der Gutschein signalisiert dem Weiterbildungsanbieter, dass die Arbeitsagentur beziehungsweise das Jobcenter die Kosten der Maßnahme übernimmt. Mit ihm können Arbeitssuchende zum Bildungsträger ihres Vertrauens gehen und am Kurs ihrer Wahl teilnehmen.

Das Schriftstück gibt es vom Amt jedoch nur gegen vorherige Beratung. Die ist auch für den Erhalt der Bildungsprämie, die der Bund ausschüttet, Pflicht. Entsprechende Beratungsstellen in der Nähe des eigenen Wohnortes findet man auf der Bildungsprämien- Homepage im Internet. In den Genuss dieser Förderung kommen speziell Arbeitnehmer mit einem geringen Einkommen – 20.000 Euro Jahresbrutto bei Singles und 40.000 Euro bei Verheirateten.

In Hessen gibt es einen Scheck

Sie erhalten für ihre Fortbildungsvorhaben einen Prämiengutschein in Höhe von bis zu 500 Euro. Der Staat übernimmt die Hälfte der Kurskosten. Den übrigen Anteil zahlt der Arbeitnehmer selbst. Auch Väter und Mütter in Elternzeit können die Bildungsprämie nutzen, um ihren beruflichen Wiedereinstieg durch eine gezielte Qualifizierung gut vorzubereiten.

Berufstätige in Hessen erhalten unter bestimmten Voraussetzungen Mittel aus dem Landestopf: Wer in einem Betrieb oder einer gemeinnützigen Organisation mit maximal 250 Mitarbeitern tätig ist, kann einen Bildungszuschuss in Höhe von bis zu 500 Euro bekommen. Allerdings müssen die Arbeitnehmer nicht nur in kleinen und mittleren Betrieben arbeiten, sondern zusätzlich eines der folgenden Kriterien erfüllen: Den Qualischeck bekommt, wer entweder über keinen anerkannten Berufsabschluss verfügt, älter als 45 Jahre ist, in Teilzeit mit höchstens 30 Stunden pro Woche oder als Ausbilder beschäftigt ist.

Einmal jährlich darf man als Geförderter einen zertifizierten Anbieter konsultieren. Die gewählte Maßnahme muss allerdings helfen, die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten, und sollte in der Hessischen Weiterbildungsdatenbank eingetragen sein. Auch für die landesspezifische Fortbildungsförderung ist eine vorherige Beratung Pflicht. Die entsprechende Stelle – eine Liste findet sich im Internet auf der Seite Qualifizierungsschecks.de – füllt ein Protokoll aus, das der Geförderte an den Verein Weiterbildung Hessen schickt. Der wiederum stellt den Scheck über 50 Prozent der Kosten, maximal jedoch 500 Euro, aus.

Auch über eine Steuerersparnis dürfen sich Weiterbildungswillige freuen: Die Kosten für Lehrgänge und Seminare lassen sich absetzen und sind so ein indirektes Geldgeschenk vom Fiskus. Der Arbeitgeber darf natürlich außerdem seinen monetären Beitrag zur Weiterbildung seiner Mitarbeiter leisten und die Kosten für die Kurse ganz oder anteilig übernehmen.

Das ist jedoch immer vom einzelnen Betrieb abhängig und Verhandlungssache. Eine Freistellung für die Fortbildung müssen Chefs in Hessen ihren Angestellten jedoch in jedem Falle gewähren: Es besteht ein Anspruch auf Bildungsurlaub – fünf bezahlte Tage pro Jahr gibt es für Bildungszwecke frei.

Hier gibt es Infos

Die Stiftung Warentest bietet auf ihrer Homepage einen Überblick über verschiedene Fördermöglichkeiten für Weiterbildungswillige. Hilfreich ist auch der Leitfaden „Weiterbildung finanzieren“, der dort zum Download bereitsteht. www.test.de

Suchmaschine

Die Suche nach dem passenden Weiterbildungsangebot oder auch die Wahl einer Beratungsstelle wird durch die Suchmaschine des InfoWeb Weiterbildung (IWWB) erleichtert. www.iwwb.de

Prämie
Wichtiges zur Bildungsprämie des Bundes finden Bildungshungrige auf einer umfassenden Informationsplattform. www.bildungspraemie.info

Kursnet
Das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit bietet ebenfalls Hilfe bei der Suche. kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs

Datenbank
Einen Überblick über Kurse, Anbieter und Fördermöglichkeiten in Hessen bietet eine entsprechende Datenbank. www.hessen-weiterbildung.de

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